by Robert Reinick (1805 - 1852)

Der Abend war so wunderschön
Language: German (Deutsch) 
Der Abend war so wunderschön,
Da gingen beide wir durch's Feld;
Die Sonne wollte untergehn,
Und schien noch freundlich in die Welt;
Die Vögel sangen im Gesträuch,
Im Korn und in der blauen Luft;
Die Blumen blühten voll und reich,
Und um uns her war lauter Duft.

[Mir war gar feierlich]1 zu Mut,
Und doch dabei [ohnmaßen]2 froh;
Ich war der ganzen Welt so gut,
Gott weiß, mir war noch niemals so.
Da sprachen wir denn allerlei,
Wovon, das weiß ich selbst nicht mehr,
Und er auch war so gut dabei
[Und ging so stille]3 nebenher.

Doch als ich einmal mich gewandt,
Ich weiß nicht mehr, aus welchem Grund,
Da drückt' er plötzlich meine Hand,
Und [küßt' mich leise]4 auf den Mund;
Und ich, ich konnt' nicht widerstehn,
Ich habe wieder ihn geküßt,
Und kann noch immer nicht verstehn,
Wie's mir nur eingefallen ist.

Doch bin ich wirklich mir bewußt,
Daß dieser Kuß nichts Böses war;
War's doch nachher in meiner Brust
So rein, wie es gewesen war.
Ich hätt's auch Jedem gern getan,
Der irgend mir begegnet wär',
Und doch! - war' es ein andrer Mann, -
Je nun, - das fragt sich doch noch sehr!

J. Rheinberger sets stanzas 1-3

About the headline (FAQ)

View original text (without footnotes)
1 Rheinberger: "Gar feierlich war mir"
2 Rheinberger: "ohn Maßen"
3 Rheinberger: "so still, so still"
4 Rheinberger: "küßt' mich ganz leise"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Research team for this text: Sharon Krebs [Guest Editor] , Harry Joelson

This text was added to the website: 2009-03-30
Line count: 32
Word count: 197