by Hugo Oelbermann (1832 - 1888)

O lass' sie blüh'n, die sanften Tage
Language: German (Deutsch) 
O lass sie blühn, die sanften Tage -
So mild erhellt, so morgenschön!
Wie einer Jugend ew'ge Sage
Wie einer Glocke leis Getön.
O lass sie rein, die klare Welle -
An diesem Frieden rühre nicht!
Mir ist so wohl in milder Helle,
Die aus dem Aug'der Liebe spricht.

O lass sie blühn, die sanften Tage -
Und rüttle nicht an altem Leid!
Versunken liegt's im Sarkophage,
Denn wir begruben seine Zeit.
Und nun? o lehr'dein Herz verstehen
Der sel'gen Stunden Wonneschaum!
Es trägt der Mensch so kurz zu Lehen
Des Erdendaseins Blütentraum!

O lass sie blühn, die sanften Tage!
Es kommt der Sturm, eh'du's gedacht;
Es kommt die Not, des Lebens Plage,
Und das Verhängniss über Nacht;
D'rum lass sie blühn! genießen lerne
Das stille Glück, das euch umgibt!
Wie bald verschwimmt's in ew'ge Ferne,
Sein Segen bleibt - wenn du's geliebt!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2009-05-15
Line count: 24
Word count: 143