by Li Qingzhao (c1084 - c1151)
Translation by Hans Bethge (1876 - 1946)

Verzweiflung
Language: German (Deutsch)  after the Chinese (中文) 
O Jammer, Tränen, Flehen und Gebete 
Und immer Jammer, immer Tränen, Flehen, – 
Ich Unglückselige – was wird aus mir!

Kaum spüre ich des Sommers laue Nächte,
Da zieht der Winter wieder über Land,
Und rau und hässlich wird der Wind der Frühe.

Jetzt kommen [schon]1 die wilden Schwäne wieder;
Mein Herz ist voller Qual. Wie oft, [wie oft]1
Sah ich euch gehn und kommen, wilde Vögel!

Verschwenderisch erblühn die Chrysanthemen,
– Doch diese Blume hier, versehnt, verkümmert,
Hat niemand denn sie abzupflücken Lust?

Ich sitze ewig nur an meinem Fenster, –
Ist denn der Tag noch immer nicht zu Ende?
Ein feiner Regen nässt die Blüten rings.

Auf leisen Sohlen steigt die Dämmrung nieder,
Der Abend kommt, die Nacht umfängt die Erde, –
In mir jedoch bleibt alles, wie es war.

[O Jammer, Tränen, Flehen und Gebete, –]1
Wer zieht den Dorn aus meinem wunden Herzen?
Verzweiflung wühlt in mir und tötet mich...!

K. Penderecki sets stanzas 3, 6-7

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1 omitted by Penderecki

Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Joost van der Linden [Guest Editor]

This text was added to the website: 2021-04-16
Line count: 21
Word count: 154