by Rudolph Baumbach (1840 - 1905)

Das Stelldichein
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Das ist die richtige Stelle:
Die Linde am Straßenrain
Und drüben die alte Kapelle;
Hier ist das Stelldichein.
Die Sterne am Himmel stehen,
Die Glocke im Dorf schlägt acht.
Von Elsbeth nichts zu sehen --
Ich hab' mir's ja gleich gedacht.

Sie kann sich nicht trennen, ich wette,
Vom Spiegel daheim an der Wand
Und nestelt an Spange und Kette
Und zupft an Tüchlein und Band.
Am Ende läßt sie mich harren
Die liebe, lange Nacht.
Gewiss, sie hat mich zum Narren. --
Ich hab' mir's ja gleich gedacht.

Vielleicht -- o du falsche Schlange!
Jetzt wird mir's auf einmal klar,
Warum der Frieder, der lange,
Heut morgen so lustig war.
Der Schrecken lähmt mir die Glieder,
Ich bin betrogen, verlacht,
Die Elsbeth hält's mit dem Frieder. --
Ich hab' mir's ja gleich gedacht.

Ich hebe zum Schwure die Hände
Zum Sternenhimmel -- doch halt,
Was kommt durch das Wiesengelände
Vom Dorf herüber gewallt?
Ich sehe zwei niedliche Füße,
Sie nahen sich zaghaft und sacht.
Sie kommt, die Treue, die Süsse. --
Ich hab' mir's ja gleich gedacht.

Confirmed with Von der Landstrasse. Lieder von Rudolf Baumbach , Sechzehntes Tausend, Leipzig: Verlag von A.G. Liebeskind, 1896, pages 41-42.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "The rendezvous", copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2009-10-03
Line count: 32
Word count: 172