by Emanuel von Geibel (1815 - 1884)

Die Nacht war schwarz, die Luft war...
Language: German (Deutsch) 
Die Nacht war schwarz, die Luft war schwühl,
Ich fand nicht Schlaf auf meinem Pfühl,
Mein Sinn ward trüb' und trüber: 
Da schritten die Tage der alten Zeit
Zu langem, langem Zug gereiht,
Wehklagend mir vorüber: 

"Du hattest den Lenz und du hast ihn entlaubt,
Du hattest das Heil und du hast nicht geglaubt,
Du hattest ein Herz zum Lieben, 
Du hast es vertändelt mit eitlem Schein;
Nun bist du zuletzt allein, allein,
Mit deinem Jammer geblieben."

"Und wie du ringst in bangem Gebet,
Es ist zu spät, es ist zu spät, 
Du darfst von Rast [nicht]1 wissen.
Dein einsam Herz ist dein Gericht."
Ich aber drückte mein Angesicht
Lautweinend in die Kissen.

About the headline (FAQ)

View original text (without footnotes)
1 Lachner: "nichts"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Research team for this text: John Versmoren , Johann Winkler

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 18
Word count: 113