Lied
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Ich ging unter Erlen am kühligen Bach,
Und dachte wohl manchem und manchem wohl nach:
Es war mir im Herzen so leicht und so wohl;
Doch wurden von Thränen die Augen mir voll.

Es entschwebte den säuselnden [Wellen]1 das Bild
Von meiner Geliebten, holdselig und mild;
Da sank ich ans Ufer ins schwellende Moos,
Mir stürzten die Thränen [hinab]2 in den Schoß.

Nun lag ich im Schatten am kühligen Bach,
Und dachte wohl manchem und manchem wohl nach:
Die Nachtigall sang, und es rauschte der Bach;
Ich dachte dem einen und einen nur nach.

Schon flammten die Wolken im rötenden Strahl,
Schon senkten sich bräunere Schatten ins Thal,
Schon bebte durch Erlen der Mond auf dem Bach;
Ich dachte dem einen und einen nur nach.

Nun wankt' ich von dannen mit weinendem Blick,
Und sah nach dem Bach und den Erlen zurück:
Sie schwanden; es schwand nicht das liebliche Bild,
Das immer und immer die Seele mir füllt.

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1 Nägeli: "Winde"
2 Nägeli: "herab"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Song", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Melanie Trumbull

Text added to the website: 2010-06-23 00:00:00
Last modified: 2017-05-13 04:00:36
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Word count: 158