by Ludwig Rellstab (1799 - 1860)
Auf dem Strom
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Language: German (Deutsch)
Nimm die letzten Abschiedsküsse, Und die wehenden, die Grüße, Die ich noch ans Ufer sende Eh' Dein Fuß sich scheidend wende! Schon wird von des Stromes Wogen Rasch der Nachen fortgezogen, Doch den thränendunklen Blick Zieht die Sehnsucht stets zurück! Und so trägt mich denn die Welle Fort mit unerflehter Schnelle. Ach, schon ist die Flur verschwunden Wo ich selig Sie gefunden! Ewig hin, ihr Wonnetage! Hoffnungsleer verhallt die Klage Um das schöne Heimathland, Wo ich ihre Liebe fand. Sieh, wie flieht der Strand vorüber, Und wie drängt es mich hinüber, Zieht mit unnennbaren Banden, An der Hütte dort zu landen, In der Laube dort zu weilen; Doch des Stromes Wellen eilen Weiter, ohne Rast und Ruh, Führen mich dem Weltmeer zu! Ach, vor jener dunklen Wüste, Fern von jeder heitern Küste, Wo kein Eiland zu erschauen, O, wie faßt mich zitternd Grauen! Wehmuthsthränen sanft zu bringen, Kann kein Lied vom Ufer dringen; Nur der Sturm weht kalt daher Durch das grau gehob'ne Meer! Kann des Auges sehnend Schweifen Keine Ufer mehr ergreifen, Nun so blick' ich zu den Sternen Dort in jenen heil'gen Fernen! Ach bei ihrem milden Scheine Nannt' ich sie zuerst die Meine; Dort vielleicht, o tröstend Glück! Dort begegn' ich ihrem Blick.
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Confirmed with Gedichte von Ludwig Rellstab. Erstes Bändchen. Berlin, bei Friedrich Laue. 1827, pages 120-121; and with Mitternachtblatt für gebildete Stände. Herausgegeben von Müllner. 1826, Zweiter Band. Braunschweig, bei Friedrich Vieweg. No. 92. Braunschweig, am 2. August 1826, page 368.
Text Authorship:
- by Ludwig Rellstab (1799 - 1860), "Auf dem Strom" [author's text checked 1 time against a primary source]
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