by Eduard Mörike (1804 - 1875)
Fußreise
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Language: German (Deutsch)
Am frischgeschnittnen Wanderstab, Wenn ich in der Frühe So durch Wälder ziehe, Hügel auf und ab: Dann, wie's Vöglein im Laube Singet und sich rührt, Oder wie die goldne Traube Wonnegeister spürt In der ersten Morgensonne: So fühlt auch mein alter, lieber Adam Herbst und Frühlingsfieber, Gottbeherzte, Nie verscherzte Erstlings-Paradiseswonne. Also bist du nicht so schlimm, o alter Adam, wie die strengen Lehrer sagen; Liebst und lobst du immer doch, Singst und preisest immer noch, Wie an ewig neuen Schöpfungstagen, Deinen lieben Schöpfer und Erhalter. Möcht' es dieser geben Und mein ganzes Leben Wär' im leichten Wanderschweiße Eine solche Morgenreise!
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Confirmed with Eduard Mörike, Gedichte, Dramatisches, Erzählendes, Zweite, erweiterte Auflage, Stuttgart: J.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachf., 1961, page 44.
Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "Fußreise" [author's text checked 2 times against a primary source]
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