by Karl Gottlieb Lappe (1773 - 1843)
Der Einsame
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Language: German (Deutsch)
Wann meine Grillen schwirren, Bei Nacht, am spät erwärmten Herd, Dann sitz' ich, mit vergnügtem Sinn, Vertraulich zu der Flamme hin, So leicht, so unbeschwert. Ein trautes, stilles Stündchen Bleibt man noch gern am Feuer wach. Man schürt, wann sich die Lohe senkt, Die Funken auf, und sinnt und denkt: Nun abermal ein Tag! Was Liebes oder Leides Sein Lauf für uns daher gebracht, Es geht noch einmal durch den Sinn; Allein das Böse wirft man hin. Es störe nicht die Nacht. Zu einem frohen Traume Bereitet man gemach sich zu. Wann sorgelos ein holdes Bild Mit sanfter Lust die Seele füllt, Ergiebt man sich der Ruh. O wie ich mir gefalle In meiner stillen Ländlichkeit! Was in dem Schwarm der lauten Welt Das irre Herz gefesselt hält, Giebt nicht Zufriedenheit. Zirpt immer, liebe Heimchen, In meiner Klause eng und klein. Ich duld' euch gern: ihr stört mich nicht. Wann euer Lied das Schweigen bricht, Bin ich nicht ganz allein.
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Confirmed with Blätter von Karl Lappe. Erstes Heft. Lied und Leben. Stralsund, 1824. Gedruckt in der Königl. Regierungs-Buchdruckerei, pages 88-89; with Karl Lappe's sämmtliche poetische Werke. Ausgabe letzter Hand. Erster Theil. Rostock, Verlag von J. M. Oeberg. 1836, pages 65-66; and with Gedichte von Karl Lappe. Düsseldorf, in der Dänzer'schen Buchhandlung. 1801, pages 56-57, with the title Des Klausners Abendlied.
Text Authorship:
- by Karl Gottlieb Lappe (1773 - 1843), "Der Einsame", first published 1801 [author's text checked 1 time against a primary source]
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