Ich hab' mein Sach auf Nichts gestellt.
Juchhe!
Drum ist's so wohl mir in der Welt.
Juchhe!
Und wer will mein Kamerade sein,
Der stoße mit an, der stimme mit ein,
Bei dieser Neige Wein.
Ich stellt' mein Sach auf Geld und Gut.
Juchhe!
Darüber verlor ich Freud' und Muth.
O weh!
Die Münze rollte hier und dort
Und haschte ich sie an einem Ort,
Am andern war sie fort.
Auf Weiber stellt' ich nun mein Sach.
Juchhe!
Daher mir kam viel Ungemach.
O weh!
Die Falsche sucht' sich ein ander Theil,
Die Treue macht' mir Langeweil:
Die Beste war nicht feil.
Ich stellt' mein Sach auf Reis' und Fahrt.
Juchhe!
Und ließ mein' Vaterlandesart.
O weh!
Und mir behagt' es nirgend recht,
Die Kost war fremd, das Bett war schlecht,
Niemand verstand mich recht.
Ich stellt' mein Sach auf Ruhm und Ehr'.
Juchhe!
Und sieh! gleich hatt' ein Andrer mehr.
O weh!
Wie ich mich hatt' hervorgethan,
Da sahen die Leute scheel mich an,
Hatt' Keinem recht gethan.
Ich setzt' mein Sach auf Kampf und Krieg.
Juchhe!
Und uns gelang so mancher Sieg.
Juchhe!
Wir zogen in Feindes Land hinein,
Dem Freunde sollt's nicht viel besser seyn,
Und ich verlor ein Bein.
Nun hab' ich mein Sach auf Nichts gestellt.
Juchhe!
Und mein gehört die ganze Welt.
Juchhe!
Zu Ende geht nun Sang und Schmaus.
Nur trinkt mir alle Neigen aus;
Die letzte muß heraus!
3 Lieder for bass and piano , opus 9
by Bernhard Ernst Scholz (1835 - 1916)
1. Vanitas, Vanitatum Vanitas!
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Vanitas! Vanitatum vanitas", written 1806
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
2. Zechlied
Language: German (Deutsch)
O daß ich hab' nur einen Mund! Das will mir nicht behagen! Auf jeden Zug ein voller Krug -- Und doch dem Durste nicht genug, -- Stets muß den Brand in Leibesgrund Ich Armer mit mir tragen! Wein her! Wie ist der See so wohl daran! Weit auf von allen Seiten, Ist stets er voll und hat kein Dach, Auf daß der Regen und der Bach In guter Ruh einströmen kann Zu allen Tageszeiten! Wein her! O, wenn mein Mund ein Thal nur wär', Wenn Wolkenbrüche fallen! Wenn jede Wolk' ein Fuder Wein, Das müßt für mich 'ne Wonne seyn! Und donnerten die Wetter schwer, Das gält' als Stöpselknallen! Wein her!
Text Authorship:
- by August Becker (1828 - 1891), no title, appears in Jung Friedel der Spielmann: ein lyrisch-episches Gedicht aus dem deutschen Volksleben des sechzehnten Jahrhunderts
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3. Trinklied
Language: German (Deutsch)
Kommt, Brüder, trinket froh mit mir,
Seht, wie die Becher schäumen!
Bey vollen Gläsern wollen wir
Ein Stündchen schön verträumen.
Das Auge flammt, die Wange glüht,
In kühner Tönen rauscht das Lied,
Schon wirkt der Götterwein!--
Schenkt ein!
Doch was auch tief im Herzen wacht,
Das will ich jetzt begrüßen.
Dem Liebchen sey dies Glas gebracht,
Der Einzigen, der Süßen!
Das höchste Glück für Menschenbrust,
Das ist der Liebe Götterlust;
Sie trägt euch himmelan!
Stoßst an!
Ein Herz, im Kampf und Streit bewährt,
Bei strengem Schicksals-Walten,
Ein freyes Herz ist Goldes werth,
Das müßt ihr fest erhalten.
Vergänglich ist des Lebens Glück
Drum pflückt in jedem Augenblick
Euch einen frischen Straus!
Trinkt aus!
Jetzt sind die Gläser alle leer,
Füllt sie noch einmal wieder.
Es wogt im Herzen hoch und hehr,
Ja, wir sind alle Brüder,
Von einer Flamme angefacht --
Dem Vaterlande sey's gebracht,
Auf daß es glücklich sey,
Und frey.
Text Authorship:
- by (Karl) Theodor Körner (1791 - 1813), "Kommt, Brüder, trinket froh mit mir", written 1810
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2023, (re)printed on this website with kind permission
Note: modern German would update many spellings, for example "werth" -> "wert", "Straus" -> "Strauss", "sey" -> "sei", etc.