Der weite Himmel blaut,
Der Frühling ist erwacht,
Und wie mit Kindesaugen schaut
Er drein und lacht.
Wer hat ihn gesehn
Vom Schlaf erstehn?
Ein Lüftchen nur, das fern im Hain
Erweckt ihn vom Schlummer im Sternenschein.
Der weite Himmel blaut,
Der Frühling ist erwacht,
Hat wie ein Kind auf Gott vertraut,
Der sorgt und wacht.
Wer hat ihn gesehn
Vom Schlaf erstehn?
Ein Vöglein nur, das fern vom Hain
Früh Morgens sich schwang in den Glanz hinein.
Die Jahreszeiten. Zwölf dreistimmige Chorgesänge für zwei Sopran und Alt ohne Begleitung. (Zweite Folge.) Zum Gebrauche in höheren Schulen u. Gesangvereinen. , opus 62
by Hans Michael Schletterer (1824 - 1893)
1. Frühlings Erwachen  [sung text not yet checked]
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Frühlings Erwachen", appears in Neue Lieder
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Confirmed with Neue Lieder von Friedrich Oser (1874-1884), Basel: Verlag von M. Bernheim, 1885, page 22.
2. April  [sung text not yet checked]
Wacht auf und klingt hinaus, ihr Glocken, Daß alle Welt es hören mag, Es künde euer laut Frohlocken Den ersten vollen Frühlingstag. Den Auferstehungstag des Lichtes, Das rings erglänzt in holdem Schein, Aus tausend weißen Blüten bricht es, Wie Ahnung gold'ner Zeit herein. Ein Hauch des Werdens sprengt die Grüfte Und Alles tritt verjüngt hervor -- Hoch zu dem Himmel in die Lüfte Ertönt ein froher Sängerchor. Da ringt die Seele von den Plagen Jedweder Erdenlast sich los, Und Hoffnungen des Lenzes tragen Ihr Blatt und Blüten in den Schoos.
Text Authorship:
- by Franz Xaver Seidl (1845 - 1892), no title, appears in Das Jahr in Dichtungen, in April, no. 3
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Confirmed with Das Jahr in Dichtungen von Fr. Xav. Seidl, Stuttgart: J. B. Metzler'sche Buchhandlung, 1873, pages 31-32.
3. Mailust
Pflücket ein Kränzchen
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4. Sommerlied  [sung text not yet checked]
Geh aus, mein Herz, und suche Freud In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben; Schau an der schönen Gärten Zier, Und siehe, wie sie [mir und dir]1 Sich ausgeschmücket haben. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide; [Narzissus]2 und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an Als Salomonis Seide. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das [Täublein]3 [fleugt]4 aus seiner Kluft Und macht sich in die Wälder, Die [hochbegabte]5 Nachtigall Ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder. Die Glucke führt ihr Völklein aus, Der Storch baut und bewohnt sein Haus, Das Schwälblein speist die Jungen, Der schnelle Hirsch, das leichte Reh Ist froh und kommt aus seiner Höh Ins tiefe Gras gesprungen. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich und ihren Rand Mit schattenreichen Myrten; Die Wiesen liegen hart dabei Und klingen ganz vom Lustgeschrei Der Schaf und ihrer Hirten. Die unverdroßne Bienenschar [Fliegt]4 hin und her, sucht hie und da Ihr edle Honigspeise, Des süßen Weinstocks starker Saft Bringt täglich neue Stärk' und Kraft In seinem schwachen Reise. Der Weizen wächset mit Gewalt, Darüber jauchzet jung und alt Und rühmt die große Güte Des, der so [überflüssig]6 labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Gemüte. Ich selbsten kann und mag nicht ruhn, Des großen Gottes großes Tun Erweckt mir alle Sinnen: Ich singe mit, wenn alles singt, Und lasse was dem Höchsten klingt Aus meinem Herzen rinnen. Ach denk ich bist Du hier so schön Und läßt Du's uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erde Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und güldnen Schlosse werden? Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird wohl in Christi Garten sein! Wie wird es da wohl klingen? Da so viel tausend Seraphim Mit unverdroßnem Mund und Stimm Ihr Halleluja singen Oh wär ich da, o stünd ich schon Ach süßer Gott vor Deinem Thron Und trüge meine Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis' Erhöhen Deines Namens Preis, Mit tausend schönen Psalmen Doch gleichwohl will ich weil ich noch Hier trage dieses Leibes Joch Auch gar nicht stille schweigen. Mein Herze soll sich fort und fort An diesem und an allem Ort Zu Deinem Lobe neigen Hilf mir und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich Dir stetig blühe; Gib, daß der Sommer Deiner Gnad In meiner Seele früh und spat Viel Glaubensfrücht erziehe Mach in mir Deinem Geiste Raum, Daß ich Dir werd ein guter Baum, Und laß mich Wurzeln treiben; Verleihe, daß zu Deinem Ruhm, Ich Deines Gartens schöne Blum Und Pflanze möge bleiben Erwähle mich zum Paradeis, Und laß mich bis zur letzten Reis An Leib und Seele grünen; So will ich Dir und Deiner Ehr Allein und sonstern Keinem mehr Hier und dort ewig dienen.
Text Authorship:
- by Paul Gerhardt (1606 - 1676), "Geh aus mein Herz und suche Freud"
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View original text (without footnotes)1 Bruch: "dir und mir"
2 Bruch: "Narcissen"; Mergner: "Narzissen"
3 Bruch: "Täbchen"
4 Pepping: "fleucht"
5 Bruch: "hochbelobte"
6 Pepping: "überfließend"
5. Waldesrauschen, Waldeswind  [sung text not yet checked]
Waldesrauschen, Waldeswind, Wie so fromm, so süß und lind! O nun wund're ich mich nit, Daß es blüht bei jedem Schritt! Waldesrosen, Waldesglocken, Während alle Vögel locken. Hätt' doch jede Seele lind Waldesrauschen, Waldeswind!
Text Authorship:
- by Franz Alfred Muth (1839 - 1890), no title, appears in Haideröslein ; Ein Liederstrauß, in 1. Naturklänge, in Waldlieder, no. 2
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Haideröslein. Ein Liederstrauß, Würzburg: Leo Wörl'sche Buch-, Kunst- und Verlagshandlung, 1870, page 11.
6. Sommernacht  [sung text not yet checked]
Nun breitet ihre dunklen Flügel Die Nacht auf Garten, Feld und Wald; Dort taucht der Mond herauf am Hügel, Und auch der letzte Laut verhallt. Die Blume nickt am Rand der Quelle, Der Vogel schläft auf schwankem Ast, Und friedlich ruhn an sicherer Stelle Die Menschen von des Tages Last. Da schwebt ein Engel durch die Räume Und singt und spielt ein heilig Lied; Ein Schauern zittert durch die Bäume, Wo segnend er vorüberzieht. Er segnet Obst und Korn und Reben Und träuft den Tau auf Blüt' und Blatt; Er segnet im Vorüberschweben Die Schläfer auf der Lagerstatt. Er senkt in ihre Brust den Frieden, Taucht in Vergessenheit den Schmerz, Und die durch Zeit und Raum geschieden, Die führt er liebend Herz an Herz. -- Und wenn der Morgenstern dann wieder Erlischt in Wolken, goldgesäumt, Da hebt der Mensch vom Schlaf die Glieder Und sinnt, wie er so schön geträumt.
Text Authorship:
- by Georg Scherer (1824 - 1909), "Sommernacht", appears in Gedichte von Georg Scherer, in 1. Erstes Buch
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Summer night", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Gedichte von Georg Scherer , Vierte, vermehrte Auflage, Stuttgart, Leipzig, Berlin, Wien: Deutsche Verlags-Anstalt, 1894, pages 23-24.
7. Die Linden blüh'n, die Rosen glüh'n
Die Linden blüh'n, die Rosen glüh'n
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8. Im Herbst  [sung text not yet checked]
Durch Wald und Feld im Abendstrahl Wie ist es nun so süß zu gehen: Ein letzter Glockenruf im Thal, Ein lezter Schimmer, weit zu sehen! Ein Dörflein, grün von Laub umdacht,-- Ein tiefer Friede ruht auf Erden, Die Blume nicket leis': gut' Nacht! Als dürf' es nimmer Winter werden. O stiller Herbst, so mild und weich, O frommer Herbst, was willst du sagen? Du lächelst einem Engel gleich, Daß man sich schämen muß zu klagen.
Text Authorship:
- by Franz Alfred Muth (1839 - 1890), no title, appears in Haideröslein ; Ein Liederstrauß, in 1. Naturklänge, in Aus blauen Herbsttagen, no. 1
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Confirmed with Haideröslein. Ein Liederstrauß, Würzburg: Leo Wörl'sche Buch-, Kunst- und Verlagshandlung, 1870, page 30.
9. Herbstklage  [sung text not yet checked]
Ach! von einem Tag zum andern Ist des Sommers Lust vorbei! Vögel denken schon an's Wandern In der Luft mit gellem Schrei. Nebel wallen, Blätter fallen, Lieber Wald, ach! Wie bald doch, ach, wie bald! Kommt die Sonne morgens wieder, Fort sind alle Blumen schon Und verklungen alle Lieder! Nur noch leise klingt ein Ton Fern mit Schauern und mit Trauern: Armer Wald, ach! Wie bald doch, ach, wie bald!
12. Winterschnee
Engel schüttens Bettlein leis
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