Gute Nacht!
Allen Müden sei's gebracht.
Neigt der Tag sich still [zum]1 Ende,
Ruhen alle fleiß'gen Hände,
Bis der Morgen neu erwacht.
Gute Nacht!
Geht zur Ruh!
Schließt die müden Augen zu.
Stiller wird es auf den Straßen,
Und den Wächter hört man blasen,
Und die Nacht ruft allen zu:
Geht zur Ruh!
Schlummert süß!
Träumt euch euer Paradies.
Wem die Liebe raubt den Frieden,
Sei ein schöner Traum beschieden,
Als ob Liebchen ihn begrüß',
Schlummert süß!
Gute Nacht!
Schlummert, bis der Tag erwacht
Schlummert, bis der neue Morgen
Kommt mit seinen neuen Sorgen,
Ohne Furcht, der Vater wacht.
Gute Nacht!
Sechs vierstimmige Männgergesänge , opus 361
by Franz Wilhelm Abt (1819 - 1885)
1. Gute Nacht  [sung text not yet checked]
Text Authorship:
- by (Karl) Theodor Körner (1791 - 1813), "Gute Nacht!"
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Michael P Rosewall) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Auswahl Deutscher Gedichte: Im Anschluss an die Geschichte der deutschen National-Literature von Professor Dr. Hermann Kluge, Zehnte, verbesserte und vermehrte Auflage, Altenburg, Druck und Verlag von Oskar Bonde, 1905, page 325.
1 Abt, Eisenhofer, Graben-Hoffmann: "zu"2. Das treue Ross  [sung text not yet checked]
Ich [habe]1 mein Roß verloren, Mein apfelgraues Roß. Es war so treu im Leben, Kein treueres [wird]2 es geben Im ganzen Zug und Troß. Und als es wollte sterben, Da blickt' es mich noch an, Als spräch's mit seinen Mienen: Kann dir nicht weiter dienen, Ade mein Reitersmann! Und als es war gestorben Da grub ich's ehrlich ein; Wol unter grünen Matten In eines [Lindenbaums]3 Schatten, Das soll sein Denkmal sein! Du sitzen die kleinen Vögel Und halten [das]4 Todtenamt. Ihr braucht nicht erst zu lesen, Wie treu mein Roß gewesen -- Sie singen's insgesamt.
Text Authorship:
- by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), "Das treue Roß", written 1826
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Dr. Heinrich Gerstenberg (Hrsg.), Hoffmann's von Fallersleben Gesammelte Werke, 3. Bd.: Lyrische Gedichte, Berlin, 1891, page 217.
1 Lenz: "hab'"2 Lenz: "konnt'"
3 Lachner: "Lindenbaumes"; Lenz: "Lindbaums"
4 Lenz: "ihr"
3. Die Waldfee  [sung text not yet checked]
Im Mondenschein, in der Waldesnacht, Da sitzt am Borne die Fee; Läßt flattern im Winde des Haares Pracht, Und zieht den Odem leis und sacht, Und lauscht, und lauscht, und harret still, Ob Keiner sie erlösen will Von ihrem Liebesweh. O Jäger, o Jäger! hab' Acht, hab' Acht, Tritt leis mit dem Hündlein herzu! Schon läßt sie funkeln die Augen mit Macht! Hat ein Mal sie dich angelacht, Kein Kraut im Walde mag heilen dich, Weh! hier und dort ist's ewiglich Geschehn um deine Ruh! O Jäger, o Jäger! stoß frisch in's Horn, Daß jäh sie erschrickt und erblaßt, Und wieder sich birgt im tiefen Born, Gehst sonst an Leib und Seel verlorn! -- Dank Gott, dank Gott! sie ist entflohn! Dank Gott, dank Gott mit hellem Ton, Daß sie dich nicht erfaßt!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Die Waldfee", appears in Liederbuch, in 6. Romanzen, no. 400
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "The forest fairy", copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 375-376.
4. Die dunklen Linden  [sung text not yet checked]
[Zurückgekehrt zum]1 Heimathsort, Seh' endlich ich im Thale dort Die alten dunkeln Linden! Dort hat sie mich zuletzt geküßt, Hat mir noch lange nachgegrüßt! Bald werd' ich sie nun finden. Und doch ist mir das Herz so schwer. Welch' tiefe Stille rings umher! Es rauschen nur die Linden; Und aus dem süßen [Blüthenduft]2 Ein kleiner Vogel lockt und ruft, Als müßt' ich dort sie finden. Das war des Liebchens liebster Schall, Der Sang der lieben Nachtigall In einer dunkeln Linden; [Das]3 war von je ihr liebster Baum, Da träumten wir [so schönen]4 Traum, Da war sie stets zu finden! -- Und als ich kam dem Orte nah, Manch schwarzes [Kreuz erblickt']5 ich da, Umrauscht von dunkeln Linden; Dazu ein Grab, noch frisch umblüht, Da sang die Nachtigall ihr Lied, -- Da war mein Lieb zu finden!
Text Authorship:
- sometimes misattributed to Emanuel Geibel (1815 - 1884)
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Unter den dunkeln Linden", appears in Lieder eines Malers mit Randzeichnungen seiner Freunde, appears in Lieder, in Romanzen und Balladen [formerly Bilder], first published 1838
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Lieder von R. Reinick, Maler, Berlin: Verlag von Carl Reimarus, Gropius'sche Buch- und Kunsthandlung, 1844, pages 135-136.
1 Hartung: "Sei mir gegrüsst, mein"2 Würst: "Blumenduft"
3 Gumbert: "Da"
4 Gumbert: "solch' schönen"; Hartung: "den schönsten"
5 Gumbert: "Kreuzlein sah"
5. Und die Sonne scheint so golden  [sung text not yet checked]
Und die Sonne scheint so golden, Und die Erde ist so grün; Über Berge, Flur und Auen Möcht' ich frei und fröhlich zieh'n. Und so herrlich blüh'n die Blumen Dicht beperlt mit klarem Tau, Und es blüht in Flur und Feldern, Und der Himmel ist so blau! Und die Vöglein sind so lustig, Und so laut tönt ihr Gesang; Ach, wie schön ist's auf der Erde, Wenn man wandert frei und frank! Ja, die Sonne scheint so golden, Und die Erde ist so grün; Über Berg' und Täler möcht' ich Frisch und frei und fröhlich zieh'n.
6. Sänger‑Testament  [sung text not yet checked]
Wenn ich dereinst mein müdes Haupt Zur letzten Ruh' gelegt, Und wenn das sturmbewegte Herz Dereinstens nicht mehr schlägt; Und wenn ihr in der Erde Schooß [Versenket]1 mein Gebein: O, gebt mir noch als Abschiedsgruß Ein Lied ins Grab hinein! Wohl fand ich oft im Erdenthal Die Trauerweiden stehn, Und manchen Stern, an Hoffnung reich, Dem Traume gleich vergehn; Das Lied, [das]2 war mein Freundschaftstrahl In aller Erdenpein -- Drum gebt mir noch als Abschiedsgruß Ein Lied ins Grab hinein! Das Lied war meine höchste Lust Auf meinem [Erdengang]3, Drum senkt mich nicht so still hinab, Nicht ohne Sang und Klang! Ich sang ja oft begeist'rungsvoll Ein Lied in euern Reih'n -- Drum gebt mir noch als Abschiedsgruß Ein Lied ins Grab hinein!
Text Authorship:
- by Heinrich Pfeil (1835 - 1899), "Sänger-Testament", appears in Aus meiner Liedermappe. Gedichte von Heinrich Pfeil
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Michael P Rosewall) , copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Wochenblatt für Asch und umgegend, IV. Jahrgang, Asch: Gustav Becker, 1867. Appears in issue no. 31, Sonnabend, den 3 August 1867, page 248; and confirmed with Blätter für literarische Unterhaltung, 1871. Issue no. 34, 17 August 1871. Appears in a critique of "Neue lyrische Gedichte" featuring fifteen new publications in the same review; the ninth is Aus meiner Liedermappe. Gedichte von Heinrich Pfeil, Leipzig, 1871: first edition, printed by the author himself. This review is on pages 537 - 542; the lyric "Sänger-Testament" appears on pages 538 - 539, explicitly stating that this poem is part of Pfeil's volume of "Gedichte."
1 Otto: "Vertrauet"2 Otto: "es"
3 Otto: "Lebensgang"