Wehet ein Lüftchen Aus fürstlichen Wäldern; Da läufet das Mädchen, Da läuft es zum Bach, Schöpft in beschlagne Eimer das Wasser. Vorsichtig, bedächtig Versteht sie zu schöpfen. Am Flusse zum Mädchen Schwimmet ein Sträuschen, Ein duftiges Sträuschen Von Veilchen und Rosen. Wenn ich, du holdes Blümchen, es wüßte, Wer dich gepflanzet In lockeren Boden; Wahrlich! dem gäb ich Ein goldenes Ringlein. Wenn ich, du holdes Sträuschen, es wüßte, Wer dich mit zartem Baste gebunden, Wahrlich! dem gäb' ich Die Nadel vom Haare. Wenn ich, du holdes Blümchen, es wüßte, Wer in den kühlen Bach dich geworfen, Wahrlich! dem gäb' ich Mein Kränzlein vom Haupte.« Und so verfolgt sie Das eilende Sträuschen, Sie eilet vorauf ihm, Versucht es zu fangen: Da fällt, ach! da fällt sie Ins kühlige Wasser.
Fünf Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte , opus 47
by Louis Schlottmann (1826 - 1905)
1. Das Sträusslein  [sung text not yet checked]
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Das Sträuschen", subtitle: "Alt böhmisch", appears in Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe, letzter Hand, Band III, in 7. Aus fremden Sprachen [an adaptation]
Based on:
- a text in Czech (Čeština) by Václav Hanka (1791 - 1861), "Kytice", first published 1818
See other settings of this text.
Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe, letzter Hand, Dritter Band, Stuttgart und Tübingen, in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1828, pages 217-218. Note: modernized spelling would change Sträuschen to Sträußchen.
2. Um Mitternacht  [sung text not yet checked]
Nun ruht und schlummert Alles, [Erd', Menschen, Wald]1 und Wind, Das Wasser leisen Falles Nur durch die Blumen rinnt. Der Mond mit vollem Scheine Ruht breit auf jedem Dach; In [weiter Welt]2 alleine Bin ich zur [Stund]3 noch wach. Und Alles, Lust und Schmerzen, Bracht' ich in mir zur Ruh; [Noch]4 Eins noch wacht im Herzen, Nur Eins: und das bist Du! Und Deines Bildes Friede Folgt mir in Zeit und Raum: Bei [Tag]5 wird er zum Liede, Und Nachts wird er zum Traum!
Text Authorship:
- by Julius Rodenberg (1831 - 1914), "Um Mitternacht", appears in Lieder, in Liebeslieder
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Michael P Rosewall) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "À minuit", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
1 Zemlinsky: "Die Menschen, der Wald"
2 Zemlinsky: "weitem Wald"
3 Zemlinsky: "Stunde"
4 Zemlinsky: "Nur"
5 Zemlinsky: "Tage"
3. Am Wocken  [sung text not yet checked]
Heller Maiensonnenschein Dringt zu mir ins Kämmerlein, Und hier innen Muß ich spinnen, Muß den Flachs zum faden drehn, Soll nicht mit zur Linde gehn. O die Plage! Lange Tage, Finger naß und Lippen trocken, Sitz' und sitz' ich hier am Wocken. Schnurre, surre, drehe dich, Spindel, Spindel, fülle dich! Mutter, warst doch auch mal jung, Tanztest gern den Siebensprung, Laß zum Reihen Mich im Freien! Sieh, es lockt ein Wonnetag, Blauer Himmel, Vogelschlag, Frühlingsmächte! Halbe Nächte Will ich bei der Lampe spinnen, Will auch noch das Öl gewinnen. Schnurre, surre, drehe dich, Spindel, Spindel, fülle dich! Könnt' ich nur ein einzig Mal Draußen in dem grünen Thal Mich mit schwingen Und mit singen, Mich in rechter Liebeslust An des Einen treue Brust Innig schmiegen, Mit ihm fliegen, Daß ich ihn verstohlen früge, Ob sein Herz noch für mich schlüge! Schnurre, surre, drehe dich, Spindel, Spindel, fülle dich! Bring' ich elf Schock Garn vom Lein, Soll das zwölfte meine sein, Mir gegeben Zum Verweben, Lieber Schatz, dann bin ich frei, Brauthemd schaff' ich für uns zwei, Brav gesponnen, Bald verronnen Ist die Zeit, bis ich dein eigen, Spielmann wird zum Brautlauf geigen. Schnurre, surre, drehe dich, Spindel, Spindel, fülle dich!
Text Authorship:
- by Julius Wolff (1834 - 1910), "Am Wocken", appears in Singuf: Rattenfängerlieder
See other settings of this text.
Confirmed with Singuf. Rattenfängerlieder von Julius Wolff. Siebzehntes Tausend, Berlin, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1887, pages 72-73.
Note: in many older editions, the spelling of the word "Öl" is "Oel", but since this is due to the printing process and not to rules of orthography as can be seen with words like "über" becoming "Ueber" at the beginning of a line, we always try to restore the correct spelling.
4. Die Sonne sank
Die Sonne sank
. . . . . . . . . .
— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —
5. Noli me tangere
Das war die stolze Hehrika
. . . . . . . . . .
— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —