25 Lieder für 1 Singstimme mit Pianofortebegleitung

by Werner Schönen (1847 - 1920)

Word count: 826

1. Mein Blümchen [sung text not yet checked]

Röslein roth, wie bist du schön,
Wie duftest du so süße!
Magst neben allen Blumen stehn,  -- 
Dich als die Schönste grüße.    
Schöner doch ein Blümchen blüht 
Auf Liebchens Mund und Wangen;  
Wie Morgenroth es lieblich glüht, 
Thu heiß nach ihm verlangen.  

Lilie schlank, wie bist so rein 
Welch' Weiße sonder Gleichen! 
Vor deines Glanzes mildem Schein 
Muß jede Blum' sich neigen. 
Nur fein Liebchen neigt sich nicht, 
Die Lilie muß ihr weichen: 
Des Busens reinem Himmelslicht 
Kann Lilienglanz nicht gleichen.  

Sternlein hell, wie siehst so mild 
Herab aus Himmels-Räumen? 
Dein sanfter Blick das Herz erfüllt 
Mit süßen Liebesträumen.   
Liebchens Äuglein milder blickt, 
Weckt nie gekannte Triebe,  
Das Herz der trüben Erd' entrückt 
Zu übersel'ger Liebe. 

Authorship

Confirmed with Zeit und Kunst, altteutsche, multiple editors including Eberhard von Groote, Frankfurt am Main: Bernhard Körner, 1822, page 335.


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2. Morgengruss [sung text not yet checked]

Wie blitzt so hell im Morgenstrahl
Und lacht mich an das grüne Thal,
Und winkt mir durch's Gesträuch der Bach:
Heraus, heraus!  und wall mir nach!
Heraus, heraus!  durch Feld und Wald!
Der Maien ist vorbei gar bald!

Wie schmettern, horch!  die Vögel all
Und rufen mir mit Sang und Schall,
Und winkent in der blauen Luft
Die Blüthenzweige voller Duft:
Heraus, heraus!  durch Feld und Wald!
Der Maien ist vorbei gar bald! 

Grüß Gott, grüß Gott!  da bin ich schon
Und jauchze drein mit frischem Ton!
Nur nicht so trutzige, wilder Bach!
Was gilt's, was gilt's?  ich komm dir nach!
Ja sing dir zu vom Felsen bald,
Daß weit es klingt durch Feld und Wald!

Authorship

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Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, Basel: Benno Schwabe, 1875, page 63.


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3. Frühlingslied [sung text not yet checked]

Holder Frühling!   kehre wieder,
Und belebe die Natur! 
Gib' den Nachtigallen Lieder,
Blumen gib' der öden Flur!  

Gib' sein grünes Kleid dem Hügel,
Und den Wäldern schenk' ihr Haar! 
Gib' den Zephyrn ihre Flügel! 
Und die Freude ruf' ins Jahr!

Daß die Hirten und Hirtinnen
In dem kühlen Buchenhain
Wieder ihren Tanz beginnen,
Ihrem Wettgesang erneun; 

Und ich meine Rosalinde
In dem kühlen Buchenhain 
Wieder einsam wandelnd finden,
Und wir unsern Bund erneun.

Authorship

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Confirmed with Lyrische Blumenlese, ed. by Karl Wilhelm Ramler, Leipzig: Weidmanns Erben und Reich, 1774. Fünftes Buch, page 424.


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4. Der Lenz ist da [sung text not yet checked]

Der Lenz ist da, der Lenz ist da!
Die Wesen rufen's all',
Gekommen ist der schöne Lenz!
Ruft laut der Wiederhall. 

Er grüßt mit warmem Lebenshauch,
Mit gold'nem Sonnenschein;
Die Luft durchkreischt der Störche Zug,
Das Wild erjauchzt im Hain. 

Den stillgebegten Keim entläßt
Der Erd' enteister Schoos;
Der Blumen holde Kinderschaar
Ringt lustig draus sich los.

Und emsig mit den Blumen sprießt
Der Dichter Schwarm empor,
Und kreischt sein trunk'nes Jubellied
Dem zarten Lenz in's Ohr. 

Der Lenz, der hört's betroffen an
Und spricht vor Schreck kein Ort;
Er hält's nicht aus, er schwitzt vor Angst
Und sehnt beklemmt sich fort. 

Doch fruchtbar wächst der Dichter Schwarm
Und wogt um seinen Thron,     
Und eh der längste Tag genaht,
Ist schon der Lenz entfloh'n. 

Drum eilt seit langen Jahren schon
Der Lenz so schnell durch's Land,
Und stürb' die Zunft der Dichter aus,
So hielt' er länger Stand.

Authorship

Confirmed with Berliner Conversations-Blatt für Poesie, Literatur und Kritik, erster Jahrganged. by Willibald Alexis, Berlin: im Verlage der Schlesingerschen Buch- und Musikhandlung, 1827. Appears in issue nro. 95, dated 14. Mai 1827, page 371, titled "Frühlingslied"; and with Gedichte von Dan. Leßmann, Berlin: in der Haude und Spenerschen Buchhandlung (S. J. Josephy), 1830. Appears in Frühlingskinder, no. 1 [no title here], pages 47 - 48.


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5. Abendlied [sung text not yet checked]

Komm, traute, stille Nacht
 . . . . . . . . . .

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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

6. Auf dem Berge -- im Thale [sung text not yet checked]

Ich steh' auf dem Berge
Und schaue ins Thal;
Es blühen die Bäume
Dort ohne Zahl. 

Aus all den Blüthen
Zu mir empor
Die Vöglein singen
In fröhlichem Chor'. 

Ich hab' keine Lieder
In meiner Brust; 
Für mich hat der Frühling
Keine Frühlingslust! 

Ich wollt', ach, ich wollte,
Sie trügen mich still 
Dahin, wo ich schlafen
Und träumen will.  

Authorship

Confirmed with Gedichte von Gedeon von der Heide, Schaffhausen: Fr. Hurter-schen Buchhandlung, 1857. Appears in IV. Die todte Harfe, in Erste Abtheilung. Sängerleben, from Auf dem Berge -- im Thale, no. 1, page 287.


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7. Ein Bild am Pfade [sung text not yet checked]

Ein Bild am Pfade so mild, so fein 
[Die Frau]1 der Gnade birgt hold der Schrein. 
Vorüber fliehet der stolze Sinn, 
Die Demut ziehet es mächtig hin.

Es bergen dich Rosen und Efeuzier, 
Sie alle kosen so traut mit dir; 
Der Rosendüfte geweihter Schwall, 
Gestirne, Lüfte, sie grüßen all.

Ein Bild am Pfade so mild, so fein 
[Die Frau]1 der Gnade birgt hold der Schrein. 
[Erbitt']2 mir Gnade, o Mutter du, 
Auf jedem Pfade und dann die Ruh.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) (Corien Sleeswijk) , "Een beeldje aan het pad", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Franz Alfred Muth, Wintergarten: Novellen und Wanderbilder nebst einer lyrische Nachlass, Frankfurt am Main: G. J. Hamacher, 1874, page 163. Appears in Gedichte.

1 Rheinberger: "Dich, Frau"
2 Rheinberger: "Erbitte"

Research team for this text: Corien Sleeswijk , Melanie Trumbull

8. Das war vor langer Zeit [sung text not yet checked]

Einst rauschten mir die Wälder
In stiller Einsamkeit,
Die Vögel Lieder sangen --
Das war vor langer Zeit.

Da stand im Wetterleuchten
Ich auf den Bergeshöh'n,
Sah durch die frischen Thäler
Den Rheinstrom blitzend geh'n.

Und Frühling war im Herzen,
Und Frühling überall,
Es war ein helles Klingen,
Ein froher Wiederhall.

Das liegt nun in der Ferne,
Ach Gott, so weit, so weit!
Wohl ist es Frühling worden,
Doch jetzt ist and're Zeit.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

9. Reiterlied [sung text not yet checked]

Der Wald ist schwarz, die Luft ist klar, 
  Im Frühlicht glüht das Thal. 
Der Morgenduft netzt Bart und Haar, 
  Die Perle rinnt am Stahl. 
    Mein Rößlein fromm, 
    Mein Rößlein komm, 
  Wir reiten, wir reiten!

Du Vater und du Mutter mein, 
  Du Freundschaft allzumal!
Ihr dürft um mich nicht traurig sein, 
  'S ist einmal meine Wahl. 
    [Ich geb' mein Gut,
    Ich geb' mein Blut,]1 
  Um's Reiten, um's Reiten.

Und reit' ich auch in frühen Tod,
  Ich bin ein Reitersmann!
Dem Alten thut die Stube Roth,
  Darin er siechen kann.
    Viel besser doch
    In's Sterben noch
  Zu reiten, zu reiten.

Bin gar ein stürmischer Gesell', 
  Der Reiter ist der Wind;
Und wo ein Röslein blüht zur Stell', 
  Da wird er warm und lind, 
    Küßt sein Gesicht, 
    Ob's will, ob nicht, 
  Im Reiten, im Reiten.

"Gehab' dich wohl, lieb Röselein,
  Hab' Dank für deinen Kuß ! 
Weil ich nun wieder Sturmwind sein, 
  Und Eichen fällen muß. 
    Mir läßt der Streit 
    Zur Lieb' nicht Zeit, 
  Muß reiten, muß reiten!"

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Maggie Evans) , "Song of the rider", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant du cavalier", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

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1 Loewe: lines exchanged

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]