Drei Lieder des Mirza-Schaffy zum Lobe des Weines und irdischer Glückseligkeit für Bass mit Pianofortebegleitung

Song Cycle by Arthur Vollmer

Word count: 448

1. O selig, wem von Urbeginn [sung text not yet checked]

O selig, wem von Urbeginn
Im Schicksalsbuch geschrieben ist,
Daß er bestimmt zu leichtem Sinn,
Zum Trinken und zum Leben ist!

Der Zorn des Bonzen stört ihn nicht,
Moscheenduft betört ihn nicht,
Ob er allein -- beim Becher Wein,
Ob er beim Lieb geblieben ist!

Solch Los ist dein, Mirza-Schaffy!
Genieß es ganz und klage nie!
Denk beim Pokal -- daß stets die Zahl
Der Wochentage sieben ist!

Am ersten Tag beginnt der Lauf
Und erst am letzten hört er auf --
Wie's kommt, so geht's -- bedenke stets
Daß Glück nicht aufzuschieben ist!

Ein leichter Sinn, ein frohes Lied
Ist alles, was dir Gott beschied;
Drum laß den Wahn -- verfolg die Bahn,
Auf die dein Fuß getrieben ist!

Authorship

Based on

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Trinkt Wein! das ist mein alter Spruch [sung text not yet checked]

Trinkt Wein! Das ist mein alter Spruch
Und wird auch stets mein neuer sein,
Kauft euch der Flasche Weisheitsbuch,
Und sollt' es noch so teuer sein!

Als Gott der Herr die Welt erschuf,
Sprach er: Der Mensch sei König hier,
Es soll des Menschen Haupt voll Witz,
Es soll sein Trank voll Feuer sein!

Dies ist der Grund, daß Adam bald
Vom Paradies vertrieben ward;
Er floh den Wein, drum konnt' es ihm
Im Eden nicht geheuer sein!

Die ganze Menschheit ward vertilgt,
Nur Noah blieb mit seinem Haus,
Der Herr sprach: Weil du Wein gebaut,
Sollst du mein Knecht, mein treuer sein.

Die Wassertrinker seien jetzt
Ersäuft im Wasser allzumal,
Nur du, mein Knecht, sollst aufbewahrt
In hölzernem Gemäuer sein!

Mirza-Schaffy! Dir ward die Wahl
In diesem Falle nicht zur Qual;
Du hast den Wein erkürt, willst nie
Ein Wasserungeheuer sein!

Authorship

Based on

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Die Weise guter Zecher ist [sung text not yet checked]

Die Weise guter Zecher ist
[In]1 früh und später Stunde,
Daß alter Wein im Becher ist
Und neuer Witz im Munde --
Denn wo man eins davon entbehrt,
Da ist das andre auch nichts wert --
Das eine steht zum andern.

Je mehr wir uns vertieft im Wein,
Je höher steigt der Geist uns --
Der Bart der Weisheit trieft von Wein,
Die ganze Welt umkreist uns,
Versunken ganz in Trunkenheit
Und trunken in Versunkenheit,
In Wein, Gesang und Liebe!

Die Weisen beim Pokale stehn
Hoch über der Gemeinheit,
Wie Berge überm Tale stehn
In himmelhoher Reinheit --
Die Berge färbt des Himmels Licht,
Uns widerstrahlt das Angesicht
Im Glanz der vollen Becher!

Sagt, was die Welt im Tausch uns gibt
Für unser lustig Leben!
Die Wonne, die ein Rausch uns gibt,
Wer mag uns Bess'res geben?
Nur eins kenn' ich, das schöner ist:
Wenn du, Hafisa, bei mir bist
Mit Küssen und mit Scherzen!

Und weil so kurz das Leben ist,
Muß stets der Weisen Ziel sein:
Des Glücks, das uns gegeben ist,
Kann nimmermehr zuviel sein!
Drum Kind, laß alle Skrupel sein
Und steig herab in unsre Reihn,
Wie ins Gebirg' die Sonne!

Authorship

Based on

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , appears in Clair-obscur, first published 1954, copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Bohn, Rubinstein: "Zu"; further changes may exist for Bohn's setting, not shown above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]