Aus der Wanderzeit. Liedercyklus von Stieler für 1 tiefe Singstimme mit Pianofortebegleitung

Song Cycle by Anton Rückauf (1855 - 1903)

Word count: 957

1. O wehr' es nicht [sung text not yet checked]

Du bist so jung, du bist so weiß
O, wehr' es nicht, daß ich so heiß
An deiner Schönheit hange!
Das ist die Maienlieb', mein Kind,
Es spielt ja auch der Maienwind
So gern um deine Wange!

O, wehr' es nicht, o, wehr' es nicht!
Schau' mit den Augen voll ins Licht
Und laß uns selig werden!
Wie ist so süß der Sonnenschein! -
Wie wird es einst so finster sein
Da drunten in der Erden!

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2. Sommermorgen [sung text not yet checked]

[Was]1 ist mir denn geschehen?
Bin ich vom Traum erwacht? -- --
Wie meine Augen sehen!
O, wie der Mund mir lacht!

Als hätt's noch nie gegeben
So lichtes Himmelsblau;
Auf meinem ganzen Leben
Liegt es wie Morgenthau.

Und in dem tiefsten Innern,
Da rieselt's wie ein Quell
Von Hoffen und Erinnern --
Wie schön ist das, wie hell!

O gold'ne Feierstunde! -- --
O komm, [du heißer]2 Mann,
Und küß' mir still vom Munde,
Was ich nicht sagen kann!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Summer morning", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Matin d'été", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Wanderzeit. Ein Liederbuch von Karl Stieler, Stuttgart, Verlag von Adolf Bonz & Comp., 1882, page 30.

1 Erler: "Wie"; further changes may exist not shown above.
2 note: modern singers may wish to substitute "geliebter" here.

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3. Geht es dir auch, wie mir [sung text not yet checked]

Geht es dir auch wie mir,
Daß du nicht schlafen kannst?
Daß du die ganze Nacht
Süße Gedanken bannst?

Und doch am Morgen sind
Sie nicht gebannt!
Du streifst umsonst die Stirn
Mit weißer Hand!

Du bist nicht mehr daheim,
Bist anderswo;
Du weißt, es sollt' nicht sein -
Und doch ist's so!

Mir ist das Herz verzehrt
Vom Fieberhauch -
Geht es dir auch wie mir?
Verzehrt's dich auch?

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4. Beim Abschied [sung text not yet checked]

Du sprachst zu mir nach langem Sinnen
(Wie zitterte dein süßes Wort
Und deine Hand!): "Nun geh' von hinnen,
Ich bin dir gut -- mehr nicht -- geh' fort!"

Denn wenn ich dann von dir gegangen,
Dann zieht dein sehnend Bild mir nach,
Schlingt mir den Arm um Hals und Wangen
Und bittet: "Glaub' nicht, was ich sprach!"

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5. Grüsse [sung text not yet checked]

Ich soll dich grüßen von dem See,
Es fragen seine blauen Wogen:
"Wo ist sie hin, die schöne Fee,
Die einst so gern mit uns gezogen?"

Ich soll dich grüßen von dem Strauch,
Der sprach: "Es glänzen meine Beeren
So rot wie roter Wangenhauch,
Sag' ihr, sie soll doch wiederkehren!"

Drauf riefen all' die Vögelein,
Ich sollt' auch ihre Grüße bringen:
"Dann stellen wir das Wandern ein
Und wollen noch vom Sommer singen!"

So hab' ich denn in Sonntagsruh'
Die Grüße all' dir hingeschrieben -
Nimm auch den meinen noch dazu,
Du schöne Frau -- die alle lieben!

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6. Wiederkehr [sung text not yet checked]

Nun vergeht ja alles Leid
Und mein Herze hör' ich klopfen;
Ach, vor lauter Seligkeit
Steht mein Aug' in hellen Tropfen!

Wiederkehr', nun bist du nah';
Doch so froh und so beklommen
Ist von allen keiner da,
Wieviel ihrer wiederkommen!

Duftig weht der Heimat Hauch,
Sommer blüht auf allen Wegen;
Schatzkind -- gelt, du freust dich auch,
Wieder Hand in Hand zu legen!?

Steck' ein Röslein vor die Brust,
Gib mir das als ganze Gabe!
Mein Gott -- hätt' ich's einst gewußt,
Daß ich einst so lieb dich habe!

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7. Dein [sung text not yet checked]

Mein ganzes Leben ist nun dein für immer,
Und jeder Athemzug ist eine Frage,
Ob du mich lieb hast? -- Ach, ich weiß es nimmer,
Ob ich's beneiden soll, ob ich's beklage!

Du bist die Kraft, wenn ich ermattet schwanke,
Du bist die Sonne, wenn mein Tag wird trübe;
Und geh' ich schlafen, ist's mein Nachtgedanke,
Ob du mich lieb hast -- so wie ich dich liebe?

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Confirmed with Wanderzeit. Ein Liederbuch von Karl Stieler, Stuttgart, Verlag von Adolf Bonz & Comp., 1882, page 25.


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8. Im Haselstrauch  [sung text not yet checked]

"Sag' mir, du [grüner]1 Haselstrauch,
Wie mag man Minne wenden?
Du kennst ja Lenz und Wetter auch." -
""Laß sie mit Welken enden!""

"Dann, blaue Woge, lehr' mich du
Von Liebe heimwärts finden!
Du spielst ja ewig mit Sturm und Ruh!" -
""Gib deine Minne den Winden!""

"Mein klares Bächlein, klar und still,
Mag ich's bei dir erlauschen,
Wie Friede aus Minne werden will?" -
""Laß sie verrauschen, verrauschen!""

"Und wenn sie nicht verrauschen kann
Und kann sie den Winden nicht geben?" -
""Dann bleibst du wohl ein wunder Mann
Für all' dein langes Leben!""

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1 Krug: "lieber"; further changes may exist not shown above.

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9. Dämonen [sung text not yet checked]

Du siehst dein Herz in seiner Schönheit pochen
Und denkst der Herzen, die dies Herz gebrochen;
Die Lippe wölbt sich und dein Auge glüht -
Wie deine Lust aus all' den Schmerzen blüht!

Unselig Weib! -- Erschrick vor den Dämonen,
Die in dem Abgrund deiner Seele wohnen;
Sie griffen Tausende, sie griffen mich - -
Einst kommt der Tag und sie ergreifen -- dich!

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10. Sehnsucht, wie lang dehnst du den Tag! [sung text not yet checked]

Sehnsucht, wie [lang]1 dehnst du den Tag,
Wie öd' ist mir auf grüner Erden!
Stumm pocht das Herz mir, Schlag um Schlag,
Will es denn nimmer Abend werden?

Und wird es Abend -- wähnst du dann,
Daß dir der Abend Frieden brächte?
O, nur noch tiefer webt mein Bann! --
Sehnsucht, wie lang dehnst du die Nächte?

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1 Müller: "lange"

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11. Die weisse Rose [sung text not yet checked]

Gönn' mir dies heiße, hoffnungslose
[Dich lieben]1, schöne, süße Frau!
"[Du bist doch meine]2 weiße Rose"
Und meine Tränen sind ihr Tau!

Ein and'rer ruht in deinem Schoße,
[Ich schweif' in kühler Abendluft:
"Du bist doch meine weiße Rose" --]3
Und stürb' ich auch an ihrem Duft!4

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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1 Rünger : " "Dich-lieben" "
2 Rünger : "Du bist, du bist meine"
3 Rünger : "Und ich irr umher in schwüler Mondenluft, Ah! / Und doch bist du meine weiße Rose,"
4 Rünger adds here a variant of former lines: "Drum gönne mir dies hoffnungslose/ "Dich-lieben," weiße Rose, süße Frau!"

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12. Hingegeben [sung text not yet checked]

Alles hab' ich hingegeben,
Was das Glück gehäuft auf mich:
Friede, Freude, Schaffen, Leben -
Alles gab ich's hin um dich!

Um die Liebe, um die große,
Die mein ganzes Herz durchquillt,
Um die arme, hoffnungslose -
Unerfüllbar, unerfüllt!

Nimmer weiß ich's, was ich tue,
Nimmer denk' ich's, daß ich schlief!
Ohne Glück und ohne Ruhe
Lieb' ich dich -- und doch so tief!

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13. Nächtiges Wandern [sung text not yet checked]

Das ist ein seltsam Geh'n:
Die Tritte schallen;
Ich hör' den Südwind weh'n
Und Blätter fallen.

Die Bäche rauschen stumm,
Die regensatten;
Ich zieh' dahin -- rundum
Nur Schatten, Schatten!

Gewölk voll dunkler Kraft -
Ich zieh' so trübe -
Verstummt vor Leidenschaft -
Verirrt vor Liebe! - -

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14. Nach Jahren [sung text not yet checked]

Wo ist die braune, süße Maid,
Von der ich einst gesungen?
Wo ist die gold'ne Jugendzeit? -
Verträumt, verwelkt, verklungen!

Wo ist das Heil, das ich erstrebt,
Das Glück, das ich umfangen?
Und jene, die's mit mir erlebt?
Zerstreut, zerstört, zergangen!

Die Sterne geh'n am Himmelszelt,
Den Nachwind hör' ich wehen!
Das ist der alte Weg der Welt:
Vertun, verblüh'n, vergehen!

Authorship

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