Drei Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by Karl Borinski (1861 - 1922)

Word count: 259

1. Der schönste Anblick [sung text not yet checked]

Schön ist's, wenn zwei Sterne
Nah sich stehn am Firmament,
Schön, wenn zweier Rosen
Röte ineinander brennt.

Doch in Wahrheit! immer
Ist's am schönsten anzusehn:
Wie zwei, so sich lieben,
Selig beieinander stehn.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Aus dem Leben eines Taugenichts [sung text not yet checked]

Nach [Süden]1 nun sich lenken
Die Vöglein allzumal,
Viel Wandrer lustig schwenken
Die Hüt' im Morgenstrahl.
Das sind die Herr'n Studenten,
Zum Tor hinaus es geht;
Auf ihren Instrumenten
Sie blasen zum Valet:
"Ade in die Läng' und Breite,
O Prag, wir ziehn in die Weite!
Et habeat bonam pacem,
Qui sedet post fornacem!"

Nachts wir durchs Städtlein schweifen,
Die Fenster schimmern weit.
Am Fenster drehn und schleifen
Viel schön geputzte Leut'.
Wir blasen vor den Türen
Und haben Durst genug,
Das kommt vom Musizieren!
"Herr Wirt, einen frischen trunk! Einen Trunk!"
Und siehe, über ein kleines
Mit einer Kanne Weines
Venit ex sua domo
Beatus ille homo.

Nun weht schon durch die Wälder
Der kalte Boreas,
Wir streichen durch die Felder,
Von Schnee und Regen naß;
Der Mantel fliegt im Winde,
Zerrissen sind die Schuh',
Da blasen wir geschwinde
Und singen noch dazu, noch dazu:
"Beatus ille homo,
Qui sedet in sua domo
Et sedet post fornacem
Et habet bonam pacem.

Authorship

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)
1 Reiter: "dem Süden"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Des Nachts [sung text not yet checked]

Ich [stehe]1 [in]2 Waldesschatten
Wie an des Lebens Rand,
Die Länder wie dämmernde Matten,
Der Strom wie ein silbern Band.

Von fern nur schlagen die Glocken
Über die Wälder herein.
Ein Reh hebt den Kopf erschrocken
Und schlummert gleich wieder ein.

Der Wald aber rühret die Wipfel 
Im Traum von der Felsenwand.
Denn der Herr geht über die Gipfel
Und segnet das stille Land.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Jakob Kellner) , "At night", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La nuit", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Borinski: "steh' "; further changes may exist not shown above.
2 Hollaender: "im"

Researcher for this text: Jakob Kellner