Sechs Lieder aus dem Jungbrunnen v. P. Heyse

by Johann Nepomuk Fuchs (1842 - 1899)

Word count: 405

1. Auf freier, frischer Strassen [sung text not yet checked]

Auf freier, frischer Straßen
Da wandr' ich lustig hin.
Mich freut gar aus der Maßen,
Daß ich ein Fiedler bin.
Hol' ich mein' Fiedel vor,
Da spißt der Wald sein Ohr;
Die Vöglein in den Zweigen
Die zwitschern mit im Chor.

Am Abend in den Schenken,
Wann klingt die Fiedel mein,
Da thut sich Alles schwenken;
Der Wirth der schenkt mir ein.
Gar stattlich ist sein Bauch;
Sonst dreht' er sich wohl auch.
Die Zeche sieht im Schornstein;
Da löscht sie aus der Rauch.

Will mich ein Harm beschleichen,
Ich weiß wohl, was ich thu';
Ein Liedlein thu' ich streichen
Und sing' mir eins dazu.
Gleich hat der flinke Takt
Die Beine mir gepackt;
Ich muß dazu auch tanzen,
Und fort ist, was mich zwackt.

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2. Und die Waldsteige sind dunkel [sung text not yet checked]

Und die Waldsteige sind dunkel,
Und die Bäume wehn kühl.
Ueberm Felde da funkelt
Die Sonne so schwül.

Wer ein'n Schatz hat im Sommer
Und herzen ihn möcht',
Zum Walde nur komm' er;
Da find't er's nit schlecht.

Die Lieb' und die Sonne
Die find allebeide schwül,
Und allebeid' auf Einmal
Das brennt gar zu viel.

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3. Alle Sternlein sind verblaßt [sung text not yet checked]

Alle Sternlein sind verblaßt
Gleich dem Mond, dem silberblanken.
Siehe, wie der goldne Glast
Zittert über Busch und Ranken.

So du schwer gerungen hast
In der Nächte irrem Schwanken,
Menschenkind, o sei gefaßt,
Wenn die letzten Sterne sanken!

Denn dereinst nach kühler Rast
Sollst du, frei von Leibes Schranken,
Ew'gen Sonnenlichtes Gast
Heilen deines Busens Kranken.

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4. Mein Herzblut geht in Sprüngen [sung text not yet checked]

Mein Herzblut geht in Sprüngen,
Mein Rößlein geht im Trab.
Das nenn' ich noch ein Reiten!
Wildfremdes Land zur Seiten;
Bergauf da geht's fein sachte,
Und hurrah fliegt's bergab.

Der Gaul kennt alle Schenken,
Da kaut er süßes Gras.
Sein Herr ißt Kraut im Schüßlein
Und giebt dem Mädel ein Küßlein;
Dann trinkt er einen Schoppen --
Ei das gefällt ihm baß.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with [Paul Heyse], Der Jungbrunnen: Neue Märchen von einem fahrenden Schüler, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, Königl. Hofbuchhändler, 1850, page 10.


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5. Die Berge sind spitz [sung text not yet checked]

Die Berge sind spitz
Und die Berge sind kalt,
Mein Schatz steigt zu Berge
Und ich in den Wald.

Da tröpfelt das Laub
Von Regen und Thau,
Ob die Augen da tröpfeln,
Wer sieht es genau?

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Kelly Dean Hansen) , "The mountain peaks are high", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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6. Es geht ein Wehen durch den Wald [sung text not yet checked]

Es geht ein Wehen durch den Wald,
Die Windsbraut hör' ich singen.
Sie singt von einem Buhlen gut
Und bis sie dem in Armen ruht,
Muß sie noch [weit]1 in bangem Muth
Sich durch die Lande schwingen.

Der Sang der klingt so schauerlich,
Der klingt so wild, so trübe.
Das heiße Sehnen ist erwacht;
Mein Schatz, zu tausend gute Nacht!
Es kommt der Tag, eh du's gedacht,
Der eint getreue Liebe!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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Note: this is the conclusion of the poem later titled "Windsbraut" in collections. It begins here.

Confirmed with [Paul Heyse], Der Jungbrunnen: Neue Märchen von einem fahrenden Schüler, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, Königl. Hofbuchhändler, 1850, page 186.

1 Kahn: "lang"

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