Vier Lieder nach Gedichten von Paul Verlaine

by Willy Czernik (1901 - 1996)

Word count: 330

1. Helle Nacht [sung text not yet checked]

Weich küßt die Zweige
der weiße Mond.
Ein Flüstern wohnt
im Laub, als neige,
als schweige sich der Hain zur Ruh:
Geliebte du --

Der Weiher [ruht]1, und
die Weide schimmert.
Ihr Schatten flimmert
in seiner Flut, und
der Wind weint in den Bäumen:
wir träumen -- [träumen]2 --

Die [Weiten]3 leuchten
Beruhigung.
Die Niederung
hebt bleich den feuchten
Schleier hin zum Himmelssaum:
o hin -- o Traum -- --

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Nit clara", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) (Joost van der Linden) , "Heldere nacht", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Friedrich Karl Grimm) , "Bright night"
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Bright night", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuit claire", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Richard Dehmel, Gesammelte Werke in drei Bänden, Zweiter Band, Berlin: S. Fischer Verlag, 1913, pages 30-31

1 Grimm: "ruft"
2 Grimm, Reger: "wir träumen"
3 Grimm: "Welten"

Research team for this text: Jeroen Scholten , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Aufzug [sung text not yet checked]

Ein Affe springt in Goldbrokat 
um sie herum nach Affen Weise, 
und ihre Hand zerknittert leise 
des Spitzentuches reichen Staat. 

Indes ein roter Negerknabe 
die schwere Schleppe lüstern hebt; 
wie er bei jeder Falte bebt, 
dass sie geheim sein Auge labe! 

Der Affe schielt begehrlich dreist 
auf seiner Herrin weisse Büste, 
den reichen Schatz, der alle Lüste 
des nackten Götterleibs verheisst. 

Der Negerjunge hebt zuweilen, 
der Schlaukopf, mehr als nötig thut, 
die Säume, drauf sein Auge ruht, 
sein nächtlich Fieber ihm zu heilen. 

Sie aber geht in stolzem Traum 
hinab die Stufen — und die Tröpfe, 
die frech ihr dienenden Geschöpfe 
beachtet sie im Schreiten kaum. 

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Confirmed with Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten Übertragungen, herausgegeben von Stefan Zweig, Berlin and Leipzig : Schuster & Loeffler, 1902, page 47.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann

3. Regenlied [sung text not yet checked]

Wie nun des Regens Gerinn
rauschend die Stadt [umsingt]1
fühl’ ich ein Trauern, das in 
meine schauernde Seele dringt.

Regen, o Regengesang,
[dächer-]2 und bodenwärts,
was bist du für lieber Gesang
für ein einsames Herz!

Dein Klingen und Klagen, es klopft 
[auch]3 im Herzen, das heiss 
sich in Tränen zertropft
und doch seine Trauer nicht weiss.

Wer, o wer sagt mir das,
warum sich mein Herz so betrübt,
dass es stumm, ohne Liebe und Hass
einem grundlosen Grame sich gibt?

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Confirmed with Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten Übertragungen, Zweite Auflage (second edition), herausgegeben von Stefan Zweig (edited by Stefan Zweig), Berlin and Leipzig : Schuster & Loeffler, 1907, page 43.

1 Immisch: "umringt"
2 Immisch: "dächerwärts"
3 Immisch: "mir auch"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann , Sharon Krebs [Guest Editor] , Joost van der Linden [Guest Editor]

4. Und es wird kommen ein Sommertag [sung text not yet checked]

Und es wird kommen ein Sommertag, 
und die Sonne wird glühn, denn sie teilt meine Freude, 
wie sie dich im Prunke von Atlas und Seide, 
du Liebe, du Gute, verschönen mag. 

Des Himmels blauschimmerndes Riesenzelt 
wird prächtig erschauernd über uns schweben,
wir werden mit bleichen Stirnen erbeben
vor Glück und Erwartung der bräutlichen Welt. 

Und wenn dann der duftige Abend erscheint 
und die schmeichelnde Luft umspielt deinen Schleier, 
dann halten die Sterne stillsegnende Feier 
über zwei Menschen, die selig vereint.

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Confirmed with Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten Übertragungen, herausgegeben von Stefan Zweig, Berlin and Leipzig : Schuster & Loeffler, 1902, page 57.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann