Romantische Gesänge für Sopran und Orchester

by Walter Braunfels (1882 - 1954)

Word count: 342

1. Abendständchen [sung text checked 1 time]

[Hör]1 es klagt die Flöte wieder
Und die kühlen [Brunnen]2 rauschen,
Golden wehn die Töne nieder,
Stille, [stille]3, laß uns lauschen!

Holdes Bitten, mild Verlangen,
[Wie es süß zum Herzen spricht]4!
Durch die Nacht die mich umfangen,
Blickt zu mir der Töne Licht.

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  • DUT Dutch (Nederlands) (Wim Reedijk) , "Avondserenade", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Evening serenade", copyright © 2005
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Helga Jost-Weyer) , "Serenata", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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1 Brandts-Buys: "Horch"
2 Louis Ferdinand: "Bronnen"
3 omitted by Brandts-Buys.
4 Brandts-Buys: "Wie so süß zum Herzen es spricht!"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Die Nacht [sung text checked 1 time]

Nacht ist wie ein stilles Meer,
[Lust und Leid]1 und Liebesklagen
[Kommen]2 so verworren her
In dem linden Wellenschlagen.

Wünsche wie die Wolken sind,
Schiffen durch die [stillen]3 Räume,
Wer erkennt im lauen Wind,
Ob's Gedanken oder Träume? --

Schließ' ich nun auch Herz und Mund,
Die so gern den Sternen klagen,
Leise doch im Herzensgrund
Bleibt das linde Wellenschlagen.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La nit", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Night is like a quiet sea", copyright ©
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La nuit", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "La notte è come un mare calmo", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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First published in Dichter und ihre Gesellen, 1833
1 Mendelssohn-Hensel: "Leid und Lust"
2 Mendelssohn-Hensel: "Tönen"
3 Rheinberger: "leeren"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Der Kranke [sung text checked 1 time]

Soll ich dich denn nun verlassen,
Erde, heit'res Vaterhaus?
Herzlich Lieben, mutig Hassen,
ist denn alles, alles aus?

Vor dem Fenster durch die Linden
spielt es wie ein linder Gruß.
Lüfte, wollt ihr mir verkünden,
daß ich bald hinunter muß?

Liebe ferne blaue Hügel,
stiller Fluß im Talesgrün,
ach, wie oft wünscht ich mir Flügel,
über euch hinweg zu zieh'n!

Da sich jetzt die Flügel dehnen,
schaur' ich in mich selbst zurück
und ein unbeschreiblich Sehnen
zieht mich zu der Welt zurück.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Ist des Lebens Band mit Schmerz gelöstet [sung text checked 1 time]

Ist des Lebens Band mit Schmerz gelöstet,
Liegt der Körper ohne Blick, ohn´ Leben,
Fremde Liebe weint, und er geneset.
Seine Liebe muss zum Himmel schweben,
Von dem trägen Leibe keusch entblößet,
Kann zu Gott der Engel sie erheben.
Und er hält sie mit dem Arm umfasset,
Schwebet, höher, bis das Grab erblasset.

Ist er durch´s Vergängliche gedrungen,
Kehrt die Seele in die Ewigkeit,
Oh, so ist dem Tod genug gelungen,
Und er stürzet rückwärts in die Zeit.
Und die Seele bleibet Wonn´ geschlungen,
Alles gibt sich ihr, die alles beut,
Wird zum ew´gen Geben und Empfangen,
Kann des Wechsels Ende nie erlangen!

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Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

5. Der Pilot  [sung text checked 1 time]

Glaube stehet still erhoben
Überm nächt´gen Wellenklang,
Lieset in den Sternen droben
Fromm des Schiffleins sichern Gang.

Liebe schwellet sanft die Segel,
Dämmernd zwischen Tag und Nacht
Schweifen Paradieses Vögel,
Ob der Morgen bald erwacht?

Morgen will sich nun entzünden,
Und nun wird´s auf einmal kund:
Hoffnung wird die Heimat finden
Und den festen Ankergrund.

Authorship

Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]