Lenore-Lieder aus Carl Ewalds 'Die alte Stube'

by Alfred Tofft (1865 - 1931)

Word count: 267

1. Lenore, der Tag ist grau und bang [sung text not yet checked]

Lenore, der Tag ist grau und bang,
Ich kann seine Bürde nicht tragen,
Ich höre nicht seiner Glocken Klang
Und nicht seiner Finken Schlagen.

Lenore, Liebchen, du Fraue mein,
So süss deine Augen strahlen.
Lenore, schenk mir den güldnen Wein
In würzig duftenden Schalen!

Die blankesten Sterne ziehen einher,
Die Veilchen sie blauen im Thale.
Lenore, küss mich, küss mich mehr!
Und küss mich zum tausenden Male!

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2. Lenore, mein Herz ist schwer [sung text not yet checked]

Lenore, mein Herze ist schwer.
Deins ist so fröhlich, deins ist so jung.
Lös mir, Lenore, das Räthsel, das bange, 
Das stets ich zu rathen verlange.

Wo find ich die Quelle, dir frischend den Sinn?
Im Schatten des Thals, auf des Berges Zinn?
Lös mir das Räthsel, das bange,
Führ zu der Jugend mich hin!

Lenore, mein Herze ist krank.
Deins ist so mächtig, deins ist so stark.
Lehr mich auf Erden in Gleichmut zu kleiden
Alle die Freuden und Leiden.

Mein Herze ist öd, ihm Alles fehlt,
So nenne mir du, die mein Herze beseelt,
Den Quell, der es könnte mir laben,
Die Sonn', die den Himmel erhellt!

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3. Und kommt der Tod einst [sung text not yet checked]

Und kommt der Tod einst, kommst auch du, 
Du rothes Lebenslicht, Lenore!
Der Tod erstirbt im selben Nu,
Erhellt dein Strahlenaug' die Thore.

Dann bin des Tods nicht ich, bin dein,
Und keine Thräne dann dich quäle,
Magst bloss den rothen Mund mir leih'n
Und nimm zurück die Seele!

So darf mir strahlen zum letzten Mal
Der heissgeliebten Aug entgegen,
Und was ich sündigt, was ich sang,
Die andern messen wohl und wägen.

Doch du wirst manchmal denken mein 
Bei Mondes Silberscheine,
Und all der blauen Veigelein,
Die dufteten im Haine!

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