Minnelieder

Song Cycle by Raymond Murray Schafer (b. 1933)

Word count: 788

1. Sommer [sung text checked 1 time]

Mich dunket niht so guotes noch sô lobesam
sô diu liehte rôse und diu minne mînes man.
diu kleinen vogellîne
diu singent in dem walde: dêst menegem herzen liep.
mirn kome mîn holder geliebte, in hân der sümmerwunne niet.

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2. Verlangen [sung text checked 1 time]

Ich stuont mir nehtint spâte an einer zinnen.
dô hôrte ich einen ritter vil wol singen
in Kürenberges wîse al ûz der menigîn:
er múoz mir diu lánt rûmen ald ich genietè mich sîn.

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3. Ûf der Lindenwipfel [sung text checked 1 time]

Ûf der lindenwipfel óbenè da sanc ein kleinez vogellîn.
vor dem walde wart ez lût: dô huop sich aber daz herze mîn
an eine stat dâ ez ê dâ was. ich sach die rôsebluomen stân:
die manent mich der gedanke vil die ich hin zeiner frouwen hân.

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4. Mahnung [sung text checked 1 time]

Dî minne bidde ich ende mane,
dî mich hevet verwunnen al, 
dat si dî scône dâr tû spane
dat si mêre mîn geval.
want geshît mich alse den swanen
dê singet alser sterven sal,
si verlûset te vele dâr ane.

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5. Wîp unde Vederspil  [sung text checked 1 time]

Wîp unde vederspil diu werdent lîhte zam:
swer si ze rehte lucket, sô suochent si den man.
als warb ein schoene ritter umb eine frouwen guot.
als ich dar an gedenke, sô stêt wol hôhe mîn muot.

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6. Frouwen Wonne [sung text checked 1 time]

Aller wîbe wünne diu gêt noch megetîn.
als ich an sî gesende den lieben boten mîn,
jo wurbe ichz gerne selbe, waere ez ir schade niet.
ich enweiz wiez ir gevalle: mir wart nie wîp álsô liep.

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7. Verwirrung [sung text checked 1 time]

Ach, froúwe, wil du mich genern,
sô sich mich ein vil lützel an.
ich enmác mich langer niht erwern,
den lîp muoz ich verloren hân.
ich bin siech, mîn herze ist wunt.
frouwe, daz hânt mir getân
mîn ougen und dîn roter munt.
Ach, frouwe, mîne swêre sich,
ê ich verliese mînen lîp.
ein wort du sprêche wider mich:
verkêre daz, du sêlic wîp!
Nein! Ja! u.s.w.

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8. Gefunden [sung text checked 1 time]

Dô ich dich loben hôrte, dô hét ich dich gerne erkant.
durch dîne tugende manige fuor ich ie helnde, únz ich dich vant.
daz ich dich nû gesehen hân, daz enwirret dir niet.
er ist vil wol getiuret, den du wilt, frouwe, haben liep.
du bist der besten eine, des muoz man dir von schulden jehen.
sô wol den dînen ougen!
diu kunnen swen si wellen an vil güetlîchen sehen.

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9. Einsam [sung text checked 1 time]

Swenne ich stân aleine in mînem hemede,
und ich an dich gedenke, ritter edele,
so erblüet sich mîn varwe als der rôse in touwe tuot,
und gewinnet daz herze vil manigen trûrigen muot.

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10. Herzenschlüzel [sung text checked 1 time]

Dû bist mîn, ich bin dîn:
des solt dû gewis sîn.
dû bist beslozzen
in mînem herzen:
verlorn ist das slüzzelîn:
dû muost immer drinne sîn.

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  • ENG English (Elisabeth Siekhaus) , "You are mine, I am thine", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

11. Der Falke [sung text checked 1 time]

Ez stuont ein frouwe alleine 
und warte über heide 
und warte ire liebe, 
so gesach si valken fliegen. 
"So wol dir, valke, daz du bist ! 
Du fliugest swar dir liep : 
du erkiusest dir in dem walde 
einem boum der dir gevalle. 
alsô hân auch ich getân : 
ich erkôs mir selber einem man 
den erwelten mîniu ougen. 
daz nîdent schoene frouwen. 
owê wan lânt si mir min liep ? 
Jô 'ngerte ich ir de keiner trûtes niet."

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  • GER German (Deutsch) (Bertram Kottmann) , "Eine Frau für sich alleine stand", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Tino Brütsch

12. Minne stets die Alte [sung text checked 1 time]

Ich levede êre te ungemake
seven jâr êre ich ît sprâke
weder heren wille einech wort.
dat hevet sî vele wale gehôrt
ende wele doch dat ich clage mêre:
noch is dî minne alse si was wîlen ere.

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13. Unter der Linden [sung text checked 1 time]

Under der linden
an der heide
dâ unser zweier bette was
dâ [muget]1 ir vinden
schône beide
gebrochen bluomen unde gras
vor dem walde in einem tal!
Tandaradei
schône sanc diu nahtegal.

Ich kam gegangen
zuo der [ouwe]2
dô was mîn friedel komen ê.
Dâ wart ich empfangen
hêre frouwe,
daz ich bin sælic iemer mê!
Kust er mich? Wol tûsentstunt!
tandaradei
seht wie rôt mir ist der munt!

Dô [hete]3 er gemachet
alsô rîche
von bluomen eine [bettestat]4;
des wirt noch gelachet
inneclîche
kumt iemen an daz selbe pfat.
Bî den rôsen er wol mac -
tandaradei
merken wâ mirz houbet lac!

Daz er bî mir [læge
wesse ez]5 iemen
nu enwelle got so schamte ich mich,
[wes]6 er mit mir pflæge
niemer niemen
bevinde daz wan er [und]7 ich.
Und ein kleinez vogellîn -
tandaradei
daz mac wol getriuwe sîn!

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  • ENG English (Elisabeth Siekhaus) , "Under the linden tree", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 Martin: "mugt"
2 Martin: "oude"
3 Martin: "het"
4 Martin: "bette stat"
5 Martin: "laee,/ wessez" (typo?)
6 Martin: "Es"
7 Martin: "unt"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

14. Des Dichters Grabschrift [sung text checked 1 time]

Sach íeman die frouwen
díe man mac schoúwen
in dem venster stân?
diu víl wolgetâne
diu tuot mich âne
sorgen die ich hân.
si liuhtet sam der sunne tuot
gegen dem liehten morgen.
ê wás si verborgen,
dô múoten mich sorgen:
die wil ich nu lân.
Man sól schrîben kleine
réhte ûf dem steine
der mîn grap bevât,
wie liep si mer wêre
und ich ir unmêre:
swér dan über mich gât,
daz der lese dise nôt
und gewinne künde
der vil grôzen sünde
die si an ir fründe
her begangen hât.
. . . die seite ist enzwei!

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Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]