6 Jugendgedichte Paul Heyse's für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Friedrich Carl Weigmann (1869 - 1939)

Word count: 544

1. Sehnsucht [sung text not yet checked]

All meine Herzgedanken
Sind immerdar bei dir;
Das ist das stille Kranken,
Das innen zehrt an mir.
Da du mich einst umfangen hast,
Ist mir gewichen Ruh und Rast.
All meine Herzgedanken
Sind immerdar bei dir.

Der Maßlieb und der Rosen
Begehr' ich fürder nicht.
Wie [kann]1 ich Lust erlosen,
[Wenn]2 Liebe mir gebricht!
Seit du von mir geschieden bist,
Hab ich gelacht zu keiner Frist;
Der Maßlieb und der Rosen
Begehr' ich fürder nicht.

Gott wolle Die vereinen,
Die für einander sind!
Von Grämen und von Weinen
Wird sonst das Auge blind.
Treuliebe steht in Himmelshut;
Es wird noch Alles, Alles gut.
Gott wolle die vereinen,
Die für einander sind!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Aan wie 'k te allen tijde", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "All the thoughts of my heart", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Toutes les pensées de mon cœur", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Paul Heyse, Der Jungbrunnen: Neue Märchen von einem fahrenden Schüler, in Das Märchen von Musje Morgenroth und Jungfer Abendbrod, published 1850, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, pages 102-103.

Note that the first stanza changed substantially in the 1878 edition of Jungbrunnen.

1 Grimm: "soll"
2 Grimm: "Da"

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2. Trost [sung text not yet checked]

Je weiter aus den Augen,
Je tiefer nur im Sinn --
Das soll zum Trost mir taugen,
Wenn ich voll Heimweh bin.
Ich scheide nicht weit,
Gott weiß die Zeit;
Wiederkommen bringt Freude.

Ihr sollt mich nicht verachten
Um mein unstät Gemüt.
Muß mir die Welt betrachten,
Soweit sie grünt und blüht.
Ich scheide nicht weit ...

Die Bäch' und Ströme rinnen
So freudenvoll ins Meer.
Die festen Türm' und Zinnen
Sind steinern, kalt und schwer.
Ich scheide nicht weit ...

Wohl dem, den durch die Halde
Sein Glück noch schweifen läßt!
Zugvögel, ach wie balde
Baust du dir auch ein Nest.
Ich scheide nicht weit,
Gott weiß die Zeit;
Wiederkommen bringt Freude.

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3. O könnt' ich dir gefallen, du meiner Seele Traum [sung text not yet checked]

O könnt' ich dir gefallen,
Du meiner Seele Traum!
Ich wählte dich von allen,
Du aber kennst mich kaum.
Viel holde Fraun auf Erden gehn,
Ich bin nicht schmuck, ich bin nicht schön -
Wie könnt' ich dir gefallen,
Du meiner Seele Traum!
 
Zum kühlen Grund ich gehe,
Da steht eine Linde grün.
Am Stamm wohl in die Höhe
Die wilden Rosen blühn.
In Schattennacht vereint die Zwei -
Ich denke dein und mein dabei!
Zum kühlen Grund ich gehe,
Da steht eine Linde grün.
 
Zusammen blühn und sterben,
Was kann wohl süßer sein?
Dürft' ich dies Los erwerben,
Ich lachte jeder Pein.
Und träfe dich ein Wetterstrahl,
Verloderten wir Zwei zumal -
Zusammen blühn und sterben,
Was kann wohl süßer sein!

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4. Dass mein Schatz lustig ist [sung text not yet checked]

Dass mein Schatz lustig ist
 . . . . . . . . . .

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5. Gerne sitz' ich so im Dunkeln [sung text not yet checked]

Gerne sitz' ich so im Dunkeln,
Wenn die goldnen Sterne funkeln,
Kreisend in der stillen Rund',
So mich niemand kann erschauen,
Denk' ich dran mit süßem Grauen,
Was ich trag' in Herzensgrund.
 
Ward ein Liebes dir zu eigen,
Mußt dich nicht den Leuten zeigen,
Sehn dir's an den Wangen an.
Ach, und wissen's erst die Leute,
Wirst du falscher Zungen Beute,
Und dann ist's darum getan.
 
Doch wenn nachts die Sterne schießen,
Magst du einsam dich verschließen,
Bis dich ruft des Liebsten Mund.
Dem nur zeig es ohne Bangen,
Wie dir brennt auf Stirn und Wangen,
Was du trägst in Herzensgrund!

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6. Lumpenhochzeit [sung text not yet checked]

Im Hochsommer ist gut weiben,
Armer Lump, schlag ein!
Muß mir einen Pfaffen verschreiben;
    Holder Buhl', ei ja, o du
    Bist mein und ich bin dein.
    Armer Lump, schlag ein!

Herr Pfaff', ich bleib' nicht ledig,
Armer Lump, schlag ein!
Halt't ein' Dreibatzenpredigt  –:
    Holder Buhl' etc.

»Wo sind die Hochzeitleute?«
Armer Lump, schlag ein!
–: Das sind die Gräser und Kräuter  –:

»Wo ist denn Orgel und Küster?«  –:
Armer Lump, schlag ein!
–: Die Vöglein ziehn die Register  –:

»Wo soll das Bettlein stehen?«
Armer Lump, schlag ein!
–: Im Hag, wohl unter den Schlehen  –:

Authorship

Confirmed with Der Novellen zehnte Sammlung. Neue Novellen, Berlin, Verlag von Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung), 1875, chapter 4, Ein Märtyrer der Phantasie. The poem is embedded in the middle of a chapter of prose with no title, so it could be a quotation of a song that was well-known at the time, or it could be an original poem by Heyse.


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