Sechs Lieder

Song Cycle by Konrad Kocher (1786 - 1872)

Word count: 0

1. Der Seefahrer [sung text not yet checked]

Mein Schiff ruht endlich wieder.
Du, meiner Väter Land,
Ich fall' aufs Antlitz nieder
Und küsse deinen Strand!
Froh werd' ich die Altäre
Der heimatlichen Höh'n,
Und froh die Wonnezähre
Der Jugendfreunde sehn!

Und Sie, die schon im Lenze
Der goldnen Kinderzeit
Sich bis zur dunkeln Grenze
Des Lebens mit geweiht,
Zum Kampf' in Silbertönen
Des Nachruhms mich beseelt,
Und früh mein Herz dem Schönen
Und Göttlichen vermählt!

Wie lacht am Tempelhaine,
Bespült von leiser Flut,
Im goldnen Morgenscheine
Mein väterliches Gut!
Da teil' ich Herz und Habe
Mit dir, Psycharion!
Und lächle noch am Grabe
Froh wie Anakreon.

Da bau' ich, leite Gräben,
Bepflanze rings die Höh'n,
Seh' Reblaub hier an Stäben
Und dort an Ulmen wehn;
Und weih' auf meinen Fluren,
Euch Rettern aus Gefahr,
Ein Feld, o Dioskuren -
Mit Wäldchen und Altar.

Authorship

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

2. Frauenlob [sung text not yet checked]

Wie selig, wer ein Weib gewann, 
An Herz und Sitte rein! 
Wie kann der hochbeglückte Mann 
Sich seines Lebens freu'n! 

Die Holde, die sich ihn ergab, 
Theilt zärtlich Freud' und Schmerz, 
Und weiht getreu ihm bis zum Grab 
Ein liebevolles Herz.  

Wenn ihm des Amtes Überdruß 
Die volle Brust empört, 
So wird durch ihren Blick und Kuß 
Dem innern Sturm gewehrt. 

Wenn Noth und Drang der trüben Zeit 
Mit Angst das Herz ihm füllt, 
So wird durch ihre Freundlichkeit 
Die Sorge bald gestillt.  

Sie läßt ihm auf bedorntem Pfad 
Des Trostes Blum' erblüh'n; 
Ihr frommes Wort, ihr milder Rath 
Macht allen Unmuth flieh'n.  

An ihrer Brust, in ihrem Arm 
Versöhnt sie ihm die Welt; 
Verschwunden ist des Lebens Harm, 
Des Kummers Nacht erhellt. 

Von ihr wird sein beglücktes Haus 
Mit weisem Geist regiert; 
Mit Freuden geht man ein und aus, 
Wo sie die Wirthschaft führt.  

Durch Reinlichkeit und muntern Fleiß 
Lacht alles um und um; 
Des Gatten Wohlstand ist ihr Preis, 
Sein guter Nam' ihr Ruhm. 

Durch Lieb' und Huld wird sein Gefühl 
Für jede Pflicht erweicht,
Und jedes Werk wird ihm ein Spiel, 
Und jede Bürde leicht.  

Und nicht im Taumel roher Lust, 
Und nicht in wilden Reih'n, 
In seinem Haus, in seiner Brust 
Sucht er die Freud' allein.  

Drum, wer ein edles Weib gewann,
An Herz und Sitte rein, 
Wie kann der hochbeglückte Mann 
Sich seines Leben freu'n!

Authorship

Confirmed with Ludwig Neuffer's Poetische Schriften, erster Band: Lyrische Gedichte, Leipzig: Leopold Voß, 1827, pages 192 - 194.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

3. Das Blümchen [sung text not yet checked]

Dort blüht ein Blümchen
 . . . . . . . . . .

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Authorship

4. Die Blumen und die Liebe [sung text not yet checked]

Grüßt uns mit freundlichem Willkommen
Und pflegt uns mit getreuer Hand,
Und fragt uns nicht, woher wir kommen,
Aus welchem Thal, aus welchem Land?

Wie sich der zarte Keim gestaltet
Mit jedem neuerwachten Jahr,
Und wie die Blüthe sich entfaltet,
Noch keinem ward es offenbar.

Tief in geheimnisreicher Stille
Ruh'n wir in einsam dunkler Nacht,
Und unsre festgeschloßne Hülle
Eröffnet nur des Himmels Macht.

Wenn uns der Sonne Strahlen rühren,
Wird uns so eng im kühlen Haus,
Und ihre lichten Bothen führen
Zum frohen Leben uns heraus.

So auch die Liebe, wie die Blume,
Wer sagt, woher sie stammen mag?
Tief in des Herzens Heiligthume
Erwartet sie den jungen Tag.

Wenn uns der Morgen aufgegangen
Aus zweien Augen lieb und mild,
Allmächtig treib uns das Verlangen,
Bis uns der heil'ge Wunsch erfüllt.

Die Blumen wird der Sturm verwehen,
Bewahrt sie nicht der Sonne Licht,
Ach! so muß auch das Herz vergehen,
Wenn ihm der Liebe Trost gebricht.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Found in Die Sängerfahrt. Eine Neujahrsgabe für Freunde der Dichtkunst und Mahlerey. Gesammelt vom Friedrich Förster. Berlin: in der Maurerschen Buchhandlung, 1818, pages 5 to 6.

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Aus Goethes Faust [sung text not yet checked]

Faust
 Verlassen hab' ich Feld und Auen,
 Die eine tiefe Nacht bedeckt,
 Mit ahndungsvollem heil'gem Grauen
 In uns die bessre Seele weckt.
 Entschlafen sind nun wilde Triebe,
 Mit jedem ungestümen Thun;
 Es reget sich die Menschenliebe,
 Die Liebe Gottes regt sich nun.

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Theopron an Mira [sung text not yet checked]

Über Thäler her und Hügel 
Schwebst, o Mira, Du um mich? 
Auf der Sehnsucht leisem Flügel 
Nah'n verwandte Seelen sich. 
In des Morgens Purpurglanze, 
Der den jungen Tag enthüllt, 
Und im hohen Sternenkranze 
Webet das geliebte Bild.  

Unter grüngewölbten Bäumen, 
In der Abendlüfte Weh'n, 
Hab' ich, wie in Zauberträumen, 
Mira, Deinen Geist geseh'n. 
Aus der Ferne hergezogen 
Durch des Herzens Allgewalt, 
Schwebte von dem Ätherbogen 
Deine göttliche Gestalt.  

Plötzlich sank ein Himmelsfrieden 
In die kummerfreie Brust, 
Und der Raum, der uns geschieden, 
Schwand vor meiner trunknen Lust.  
In dem düstern Walde schliefen 
Mählig alle Stimmen ein, 
Und aus meines Herzens tiefen 
Scholl es:  Mira!  ewig Dein. 

Authorship

Confirmed with Ludwig Neuffer's Poetische Schriften, erster Band: Lyrische Gedichte, Leipzig: Leopold Voß, 1827, pages 140 - 141.


Researcher for this text: Melanie Trumbull