Des Todes Tod

Song Cycle by Paul Hindemith (1895 - 1963)

Word count: 323

1. Gesicht von Tod und Elend [sung text checked 1 time]

In einer Dämmrung, nah vor Morgenrot,
Ging ich im feuchten Dunste durch das Land,
Tau meine Krone, Nebel das Gewand,
Wegweiser in mir meine arge Not.

Sie führte mich an einer Erdkluft Rand,
In deren Tiefen brütete der Tod,
Aus deren Tiefe, dunkelrot umloht,
Schöpfte das Elend Schmerzen Hand um Hand.

Und Tod und Elend mühten sich vor Tag,
Um neu zu rüsten die bestimmten Qualen,
So wie der Fluch auf mir und allen lag.
Und ich ging weinend in den ersten Strahlen der Sonne,
Weh, die nicht verlöschen mag,
Und ging, mein Teil der großen Schuld zu zahlen.

Authorship

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Vision de mort et de misère", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Gottes Tod [sung text checked 1 time]

Seid still, ihr Vögelein
In dem dunkeln Wald!
Ihr Bienen, tragt jetzt nicht mehr ein
Und schweiget euren Schall!
Die Welt soll stille stehen,
Denn Gott ist entschlafen:
Man hört den leisen Atem deutlich gehen.
Gott ist des Sinnes müd,
Ganz in die Welt getaucht,
Worin er verglüht,
seinen Atem aushaucht
Und das große Auge schließt:
Gott will auch leben und sterben,
Drum er sich ein uns gießt.
Wir empfangen dich, du Fluß,
Mit unsrer offnen Brust,
Wir schwimmen arm breit in dir liebem Guß,
Goldstrom der Lust,
Worin wir müssen sein
Und in deinem Tod sterben,
Ertrinken als in Wein!
Nun gib uns deine Hand,
Ziehe uns zu dir,
Sei als wir,
Uns zum süßen Tand,
O du der Wesen Zier,
Du Todes Preis und Wesens Thron
Und aller Seelen Sonne und Lebenslohn!

Authorship

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La mort de Dieu", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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3. Des Todes Tod [sung text checked 1 time]

Der Tod ist müde worden,
Er strecket sich zur Ruh
In einem Sommergarten,
Die Blumen wachsen ob ihm zu.
Sie wachsen hoch empor,
Aus seinen Elfenbeinern leuchten
Die frühen Astern vor.

Der Tod liegt ausgestrecket,
Die Blumen steigen auf:
Mit Rosenrot bedecket,
Endet er seinen Lauf.
Die Knochen bleichen ganz,
Verwesen und verwelken
Bei aller Sonnen Mittagsglanz.

Der Tod wird lauter Leben,
Er steigt erneut empor,
Ein Knabe, blumenumgeben
Aus den roten Asterblättern vor.
Er geht und leuchtet schön.
Alle Menschen sind gestorben.
Sein Haar fliegt goldig schön im Föhn!

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La mort de la mort", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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