Sieben Lieder für gemischten Chor

Song Cycle by Max Bruch (1838 - 1920)

1. Sommerlust im Walde [sung text checked 1 time]

Einstmals ging ich spazieren 
durch einen grünen Wald,
da hört' ich jubilieren 
die Vöglein jung und alt,
doch tät mir wohl gefallen 
die Nachtigall vor allen.
Fa la la, Fa la la la la!

Ob auch all' Vöglein sungen 
gar lieblich mit Stimmen all',
das weit es hat erklungen
wohl über Berg und Tal,
doch tät mir wohl gefallen 
die Nachtigall vor allen.
Fa la la, Fa la la la la!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Summer's joy in the forest", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Virginia Knight

2. Der fröhliche Musicus [sung text checked 1 time]

Ein [Musikant]1 wollt fröhlich sein,
[Es]2 tät ihm wohl gelingen,
Er saß bei einem guten Wein,
Da wollt er lustig singen,
[Bekannt ist weit und breit der Wein,
Gewachsen hin und her am Rhein,]3
Macht sittlich modulieren,
[Tut]4 manchen oft verführen.

Davon setzt er ein Liedlein klein,
Das tät er wohl betrachten,
Und mischet gute Fugen ein,
Niemand [konnt's]5 ihm verachten.
Er dacht in dem Gemüte sein,
Ei wären tausend Kronen mein
Und alle Jahr ein Fuder Wein,
Das könnten gute Fugen sein.

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1 Bruch: "Musicus"
2 Bruch: "Das"
3 Bruch: "Der Wein ist weit und breit bekannt,/ gewachsen im Würtembergschen Land"
4 Bruch: "tät"
5 Bruch: "konnt ihm's"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. An die Musik [sung text checked 1 time]

Du bist ein' Gottes Gabe, 
du edler Musiklang,
wenn ich dich um mich habe 
wird mir die Zeit nicht lang;
kein' Kunst is deines gleichen, 
der Teufel selbst muss weichen,
wenn Davids Harfe klingt.

Die Harfe Davids klinget
jetzt und in allem Land,
so oft ein Christe singet
von Gottes mächt'ger Hand.
Fürwahr, ob solchem Schalle 
wir werden fröhlich Alle;
die Musik Freude bringt.

Drum sollen wir gedenken 
im Herzen oft daran,
wer uns die selbig schenken
und wieder nehmen kann,
und gegen solcher Gaben
geneigte Herzen haben,
weil Guts, aus ihr entspringt.

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Researcher for this text: Virginia Knight

4. Narrenfahrt [sung text checked 1 time]

Wenn man tut zu sammen klauben
sechs Poeten mit ihren Dauben,
sechs Organisten mit ihren Mucken,
sechs Komponisten mit ihren Stücken,
und tut sie setzen auf einen Karren,
so fährt anderthalb Dutzen Narren.
Wenn bricht der Karren,
so fallen die Narren,
und obwohl ist zerbrochen der Karren,
so bleiben doch achtzehn grosse Narren!

Achtzehn grosse Narren;
so bleiben doch achtzehn grosse Narren!

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5. Musicaklang [sung text checked 1 time]

Musicaklang,
lieblicher Gesang,
er quickt allzeit
wo Trübsal leit,
Musicaklang,
lieblicher Gesang,
und tut darin erfreuden 
kein falsches Herz,
sondern bewährt's,
an dem der's meint in Treuen,
Musicaklang!

Drum komm zu mir,
ist also dir,
in Trübsal und in Traurigkeit,
drum komm zu mir,
ist also dir,
mach selber dir nit Schmerzen,
und wenn man singt,
dass lieblich klingt,
wirst freuen dich im Herzen,
Musicaklang!

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6. Lenz, komm herbei! [sung text checked 1 time]

Lenz, komm herbei!
Nun will ich frei
ein fröhliches Leben anfangen,
weil Sommerzeit
nun ist nicht weit,
der Winter ist vergangen,
all' Feld tun jetzt und grünen,
der Lenz bringt schöne Blumen!

Gott geb' dir zwar, 
dass du viel Jahr
magst Früchte und Blumen bringen,

Du edler Lenz
mit deinem Glanz,
wie Sonn' schein herthust dringen,
all' Feld tun jetzt und grünen,
der Lenz bringt schöne Blumen!

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Researcher for this text: Virginia Knight

7. Morgengesang [sung text checked 1 time]

Fern im Ost beginnt die Sonne 
ihren Welterleuchtungsgang.
Lechensang und Erntewonne 
sprossen ihrer Spur entlang,
Brechet den Schlummer und säumet euch nicht 
die ihr begnadigt zu wandeln im Licht!
Sorge und Not die das Herz euch beschwert
wird von dem Strahle des Frührots verzehrt.
Brechet den Schlummer und säumet euch nicht!

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