Fünf lieder auf Texte von Richard Dehmel

Song Cycle by Alexander Zemlinsky (1871 - 1942)

Word count: 0

1. Vorspiel [sung text checked 1 time]

Sie ist nur durch mein Zimmer gegangen
und hat mir [nur ihr Schicksal]1 erzählt,
und ich hab' sie mit Trost gequält
und saß und starb fast vor Verlangen.

Sie hat geträumt von meinen Händen:
sie aß von ihres Mannes Brot,
da kam ich an und drückte sie tot,
sie hielt ganz still. Wie wird das enden --

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Richard Dehmel, Weib und Welt, Verlag von Schuster u. Loeffler, Berlin, 1896, page 36.

1 Zemlinsky: "scheu von Träumen"

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

2. Ansturm [sung text checked 1 time]

O zürne nicht, wenn mein Begehren
[Dunkel]1 aus seinen Grenzen bricht,
Soll es uns selber nicht verzehren,
Muß es heraus ans Licht!

Fühlst ja, wie all mein Innres brandet,
Und wenn herauf der Aufruhr bricht,
Jäh über deinen Frieden strandet,
Dann bebst du aber du zürnst mir nicht.

Authorship

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  • ENG English (Elisabeth Siekhaus) , "Onslaught", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Assaut", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Martin Zubiria) , "Embate", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission

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1 Zemlinsky: "Brausend"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Letzte Bitte [sung text checked 1 time]

Leg' deine Hand auf meine Augen
daß mein Blut wie Meeresnächte dünkelt:
Fern im Nachen lauscht der Tod.

Leg' deine Hand auf meine Augen,
bis mein Blut wie Himmelsnächte funkelt:
Silbern rauscht das schwarze Boot.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Dernière prière", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

4. Stromüber [sung text checked 1 time]

Der Abend war so dunkelschwer,
und schwer durchs Dunkel schnitt der Kahn;
die Andern lachten um uns her,
als fühlten sie den Frühling nahn.

Der weite Strom lag stumm und fahl,
am Ufer floß ein schwankend Licht,
die Weiden standen starr und kahl.
Ich aber sah dir ins Gesicht

und fühlte deinen Atem flehn
und deine Augen nach mir schrein
und eine Andre vor mir stehn
und heiß [aufschluchzen]1: Ich bin dein!

Das Licht erglänzte nah und mild;
im grauen Wasser schwarz, verschwand  
der starren Weiden zitternd Bild.
[Knirschend]2 stieß der Kahn ans Land.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Traversée du fleuve", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 sometimes printed as "aufschluchzend"
2 Zilcher: "Und knirschend"

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

5. Auf See [sung text checked 1 time]

Doch hatte niemals tiefere Macht dein Blick,
als du da, Abschied fühlend, still am Ufer 
standest, schwandest; nur [Dein Auge]1
blieb und bebte über [den Wassern]2.

Dunkel folgte der Schein den leuchtenden Furchen;
und ich sah den [Schaum]3 der tiefen Flut,
sah dein weisses Kleid zerfliessen:
du [stumme Seele]4! --

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Sur la mer", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Zemlinsky : "der Blick noch"
2 Zemlinsky : "dem Wasser"
3 Zemlinsky : "Schein"
4 Zemlinsky : "Seele, Seele"

Researcher for this text: Peter Donderwinkel