Lieder eines Einsamen für 1 mittlere Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by (Friedrich) August Bungert (1845 - 1915)

Word count: 226

1. Eh' matt vom Lebensfrohn [sung text not yet checked]

Eh' matt vom Lebensfrohn
Die Pulse mir ersterben,
Gebleicht durch Schicksalshohn
Die Wangen sich entfärben,
Eh' ich gebrochen sinke
Und Lethe's Fluthen trinke,
Möcht' ich noch einmal werden
Um süßen Minnelohn.

In goldnem Lockenhaar
Möcht' ich noch einmal wühlen,
Verzaubert ganz und gar
Ein Herz an meinem fühlen,
In Küssen mich berauschen
Und süße Worte tauschen,
Eh' ich im Grab, im kühlen,
Muß schlummern immerdar.

Authorship

Confirmed with Nacht und Sterne: neue Gedichte von Albert Möser, Halle: G. Emil Barthel, 1872. Appears in Lieder und Hymnen, page 24.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

2. Bei diesem kalten Wehen [sung text not yet checked]

Bei diesem kalten Wehen 
Sind alle Strassen leer,
Die Wasser stille stehen; 
Ich aber [schweif umher]1,

Die Sonne scheint so trübe, 
Muss früh hinuntergehn,
Erloschen ist die Liebe,
Die Lust kann [nicht]2 bestehn.

[ Nun geht der Wald zu Ende,
Im Dorfe mach ich halt,
Da wärm ich meine Hände,]3
Bleibt auch das Herze kalt.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Voyage d'hiver", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 R. Strauss: "schweif' einher"
2 R. Strauss: "nie"
3 R. Strauss: "Nun ist der Wald zu Ende, / Am Dorfe mach' ich Halt, / Und wärm' mir meine Hände"

Researcher for this text: Alberto Pedrotti

3. Eine Thräne [sung text not yet checked]

  Rinne, rinne leise
  Meine Thräne du
  Im gewohnten Gleise
  Meinem Busen zu.
Auf meinen Wangen magst du sehn, 
Ob frisch noch da die Rosen stehn?
  Rinne, rinne leise
  Meine Thräne du!

  Thräne, nicht vergebens
  Bist du voll und groß:
  Schwimmt doch meines Lebens
  Glück in deinem Schooß.
Es schwimmt in dir so viel, so viel, 
Mein Lieben und mein Saitenspiel --
  Thräne, nicht vergebens
  Bist du voll und groß!

  Immer magst du fallen,
  Bist die letzte nicht:
  Meine Lippen lallen
  Wohl noch manch Gedicht,
Und meine Liebe sinnt und wacht,
Und träumt von ihr bei Tag und Nacht --
  Bist du schon gefallen?
  Bist die letzte nicht!

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]