Der Musikant. Liederreihe von Eichendorff, für 1 hohe Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by (Leopold) Heinrich (Picot de Peccaduc), Freiherr von Herzogenberg (1843 - 1900)

Word count: 528

1. Wandern lieb' ich für mein Leben  [sung text not yet checked]

Wandern lieb' ich für mein Leben,
Lebe eben wie ich kann,
Wollt' ich mir auch Mühe geben,
Paßt' es mir doch gar nicht an.

Schöne alte Lieder weiß ich,
In der Kälte, ohne Schuh'
Draußen in die Saiten reiß' ich,
Weiß nicht, wo ich abends ruh'.

Manche Schöne macht wohl Augen,
Meinet, ich gefiel' ihr sehr,
Wenn ich nur was wollte [taugen]1,
So ein armer Lump nicht wär'. --

Mag dir Gott ein'n Mann bescheren,
Wohl mit Haus und Hof versehn!
Wenn wir zwei zusammen wären,
Möcht mein Singen mir vergehn.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "El músic de carrer", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "I love the wandering life", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le musicien ambulant", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Stéphane Goldet) (Pierre de Rosamel) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Il musicante", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Joseph von Eichendorff, Sämtliche Gedichte und Versepen, Frankfurt am Main und Leipzig: Insel Verlag, 2001, pages 262-263.

1 Kiel: "fangen"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Ich reise übers grüne Land  [sung text not yet checked]

Ich reise übers grüne Land,
Der Winter ist vergangen,
Hab um den Hals ein gülden Band,
Daran die Laute hangen.

Der Morgen tut ein'n roten Schein,
Den recht mein Herze spüret,
Da greif ich in die Saiten ein,
Der liebe Gott mich führet.

So silbern geht der Ströme Lauf,
Fernüber schallt Geläute,
Die Seele ruft in sich: Glück auf!
Rings grüßen frohe Leute.

Mein Herz ist recht von Diamant,
Ein' Blum von Edelsteinen,
Die funkelt lustig übers Land
In tausend schönen Scheinen.

Vom Schlosse in die weite Welt
Schaut eine Jungfrau 'runter,
Der Liebste sie im Arme hält,
Die sehn nach mir herunter.

Wie bist du schön! Hinaus, im Wald
Gehn Wasser auf und unter,
Im grünen Wald sing, daß es schallt,
Mein Herz, bleib frei und munter!

Die Sonne uns im Dunklen läßt,
Im Meere sich zu spülen,
Da ruh ich aus vom Tagesfest
Fromm in der roten Kühle.

Hoch führet durch die stille Nacht
Der Mond die goldnen Schafe,
Den Kreis der Erden Gott bewacht,
Wo ich tief unten schlafe.

Wie liegt all falsche Pracht so weit!
Schlaf wohl auf stiller Erde,
Gott schütz dein Herz in Ewigkeit,
Daß es nie traurig werde!

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Bist du manchmal auch verstimmt  [sung text not yet checked]

Bist du manchmal auch verstimmt,
  Drück dich zärtlich an mein Herze,
Daß mirs fast den Atem nimmt,
  Streich und kneif in [süßem Scherze]1,
Wie ein rechter Liebestor
  Lehn' ich sanft an dich die Wange,
Und du singst mir fein in's Ohr.
  Wohl im Hofe bei dem Klange
Katze miaut, Hund heult und bellt,
  Nachbar schimpft mit wilder Miene -
Doch was kümmert uns die Welt,
  Süße, traute Violine!

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Joseph von Eichendorff, Sämtliche Gedichte und Versepen, Frankfurt am Main und Leipzig: Insel Verlag, 2001, page 339.

1 Kiel: "Liebesscherze"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Mürrisch sitzen sie und maulen  [sung text not yet checked]

Mürrisch sitzen sie und maulen
Auf den Bänken stumm und breit,
Gähnend strecken sich die Faulen,
Und die Kecken suchen Streit.

Da komm ich durchs Dorf geschritten,
Fernher durch den Abend kühl,
Stell mich in des Kreises Mitten,
Grüß und zieh mein Geigenspiel.

Und wie ich den Bogen schwenke,
Ziehn die Klänge in der Rund
Allen recht durch die Gelenke
Bis zum tiefsten Herzensgrund.

Und nun gehts ans Gläserklingen,
An ein Walzen um und um,
Je mehr ich streich, je mehr sie springen,
Keiner fragt erst lang: warum? -

Jeder will dem Geiger reichen
Nun sein Scherflein auf die Hand -
Da vergeht ihm gleich sein Streichen,
Und fort ist der Musikant.

Und sie sehn ihn fröhlich steigen
Nach den Waldeshöhn hinaus,
Hören ihn von fern noch geigen,
Und gehn all vergnügt nach Haus.

Doch in Waldes grünen Hallen
Rast ich dann noch manche Stund,
Nur die fernen Nachtigallen
Schlagen tief aus nächtgem Grund.

Und es rauscht die Nacht so leise
Durch die Waldeseinsamkeit,
Und ich sinn auf neue Weise,
Die der Menschen Herz erfreut.

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]