Vier Lieder für vierstimmigen Männerchor

Song Cycle by Eduard Steinwarz

Word count: 536

1. Noch ist die blühende, goldene Zeit  [sung text not yet checked]

Noch ist die blühende, goldene Zeit,
O du schöne Welt, wie bist du so weit!
Und so weit ist mein Herz, und so [froh]1 wie der Tag,
Wie die Lüfte, durchjubelt von Lerchenschlag!
Ihr Fröhlichen, singt weil das Leben noch mait:
Noch [ist]2 die schöne, die blühende Zeit,
Noch sind die Tage der Rosen!

Frei ist das Herz, und frei ist das Lied,
Und frei ist der Bursch, der die Welt durchzieht,
Und ein rosiger Kuß ist nicht minder frei,
So spröd und verschämt auch die Lippe sei.
Wo ein Lied erklingt, wo ein Kuß sich beut,
Da heißt's: Noch ist blühende goldene Zeit,
Noch sind die Tage der Rosen!

Ja im Herzen tief [innen]3 ist Alles daheim,
Der Freude Saaten, der Schmerzen Keim.
[Drum]4 frisch sei das Herz und lebendig der Sinn,
Dann brauset, ihr Stürme, daher und dahin!
Wir [aber sind allzeit]5 zu singen bereit:
Noch [ist]2 die blühende goldene Zeit,
Noch sind die Tage der Rosen!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Otto Roquette, Waldmeisters Brautfahrt. Ein Rhein-, Wein- und Wandermärchen, 60. Aufl., Stuttgart: Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1888. Kap. 5. Prinzessin Rebenblüthe, page 66.

1 Baumgartner, Gade: "blau"; in some editions of the poem "klar"
2 Baumgartner: "ist ja"
3 Baumgartner: "drinnen"
4 Gade: "Darum"
5 Baumgartner: "sind allezeit"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Im Wald [sung text not yet checked]

  Wie lieblich [schallt]1
  Durch Busch und Wald
Des Waldhorns süßer Klang!
  Der Wiederhall
  Im Eichental
Hallt's nach so lang -- so lang!
  (Echo: So lang -- so lang!)

  Und jede Brust
  Fühlt neue Lust
Beim frohen Zwillingston;
  Es flieht der Schmerz
  Aus jedem Herz
Sogleich davon -- davon!
  (Echo: Davon -- davon!)

  Und jeder Baum
  Im weiten Raum
Dünkt uns wohl noch so grün;
  Es wallt der Quell
  Wohl noch so hell
Durch's Tal dahin -- dahin!
  (Echo: Dahin -- dahin!)

  Und die Natur
  Zeigt Gottes Spur --
[Sey uns ein]2 Heiligthum;
  Und Jedermann
  [Bet's an -- bet' an]3 --
Tief, erfurchtsvoll -- und stumm!
  (Echo: Und stumm -- und stumm!)

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  • ENG English (Sharon Krebs) , no title, copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gesammelte Schriften des Verfassers der Ostereier, Christoph von Schmid, Siebzehntes Bändchen, Augsburg: Verlag der J. Woffischen Buchhandlung, 1844, pages 67-68. The text above follows this edition; we have also noted changes from the following edition in the footnotes: Christoph von Schmid, Blüthen, dritte Originalauflage, Regensburg und Landshut: G. Joseph Manz, 1836, pages 81 - 82.

1 Gaugler: "hallt"; further changes may exist not noted above.
2 in the 1836 edition of this poem, this is "Der Wald sein"
3 in the 1836 edition of this poem, this is "Beth' an, beth' an"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Es steht eine Lind im tiefen Thal [sung text not yet checked]

Es steht eine Lind' [im tiefen]1Thal,
Darunter [bin so manches Mal,
          So manches Mal]2,
Mit meinem Lieb gesessen;
Jetzt steht der Baum so dürr und kahl,
Mein Schatz ist über [Berg und Thal,
          Ja Berg und Thal]3,
Der hat mich wohl vergessen!

Und auf dem Berg, da steht ein Haus,
Da ging mein Lieb [wohl ein und aus,
          Wohl ein und aus]4,
Und sah ins Thal hernieder; 
Jetzt tobet dort der Stürme Graus, 
Mein Schatz, der zog [ins Land hinaus,
          Ins Land hinaus]5,
Und kehret nimmer wieder!

Und ob dem Haus, da steht ein Stern, 
Der sieht mein Lieb [wohl in der Fern,
          Wohl in der Fern]6,
Fortwandeln durch die Gassen;
Ich hatte meinen Schatz so gern, 
Geklaget sei es [Gott dem Herrn,
          Ja Gott dem Herrn]7,
Daß er mich hat verlassen.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Ludwig Pfau, Gedichte, Vierte, durchgesehene und vermehrte Auflage, Stuttgart: Verlag von Adolf Bonz & Comp., 1889, page 125.

1 Kissling: "in jenem" ; further changes may exist not noted above.
2 Renger: "bin ich so manchesmal"
3 Renger: "Berg und Thal"
4 Renger: "wohl ein und aus"
5 Renger: "ins Land hinaus"
6 Renger: "wohl in der Fern"
7 Renger: "Gott dem Herrn"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Das ganze Herz dem Vaterland [sung text not yet checked]

Nun laßt uns hoch die Becher heben 
Und schwören bei dem goldnen Wein:
Dem Vaterland das ganze Leben
Und nicht ein Lebehoch allein!
Dem stolzen Land, dem Land der Eichen,
Dem Land, wo uns're Wiege stand,
Dem Land, so herrlich, ohne Gleichen,
Das ganze Herz dem Vaterland! 

Und steht der Feind vor unsern Thoren
Und droht uns fremder Dränger Schar -- 
Was wir beim Rebenblut geschworen,
Wir halten's mit dem Herzblut wahr! 
Wie den Pokal in diesen Stunden 
Halt dann die Hand das Schwert umspannt,
Und statt der Worte sprechen Wunden.
Das ganze Herz dem Vaterland!

Dir deutsches Land, du Herz der Welten,
Du hochgepries'nes, heil'ges Land,
Dir soll das Lied der Sänger gelten,
Dir sei ein deutscher Gruß gesandt. 
Wir schwören's bei dem Saft der Reben,
Wir schwören's laut mit Herz und Hand:
Dir, deutsches Land, das ganze Leben! 
Das ganze Herz dem Vaterland.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]