7 Lieder aus dem Buche der Liebe, von C. Herlosssohn

Song Cycle by Franz Wilhelm Abt (1819 - 1885)

Word count: 638

1. Agathe [sung text checked 1 time]

Wenn die Schwalben heimwärts ziehn,
Wenn die Rosen nicht mehr blühn,
Wenn der Nachtigall Gesang
Mir der Nachtigall verklang,
Fragst das Herz in bangem Schmerz,
Ob ich euch wiederseh'?
Scheiden, ach scheiden,
Scheiden tut weh.

Wenn die Schwäne südlich ziehn,
Dorthin, wo Zitronen blühn,
Wenn das Abendrot versinkt,
Durch die grünen Wälder blinkt,
Fragt das Herz in bangem Schmerz,
Ob ich dich auch wiederseh?
Scheiden, ach Scheiden,
Scheiden tut weh.

Armes Herz, was klagest du?
O auch du gehst einst zur Ruh.
Was auf Erden muß vergehn,
Gibt es wohl ein Wiedersehn?
Fragt das Herz in bangem Schmerz,
Glaub' daß ich dich wiederseh,
Tut auch heut'
Das Scheiden so weh.

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2. Irene [sung text not yet checked]

Ob ich Dich liebe? Frage die Sterne,
Denen ich oft meine Klagen vertraut.
Ob ich Dich liebe? Frage die Rose,
Die ich Dir sende, von Thränen bethaut.

Ob ich Dich liebe? Frage die Wolken,
Denen ich oft meine Botschaft vertraut.
Ob ich Dich liebe? Frage die Wellen:
Ich hab' in jeder Dein Bildniß geschaut. --

Wenn Du mich liebtest, himmlisches Madchen,
O dann gestände ich Dir es auch laut:
Wie ich Dich liebe, daß ich Dich nenne
Stets meinen Engel und bald meine Braut.

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3. Adelheid [sung text not yet checked]

Und ich sitz' am offnen Fenster 
Blickend in die Nacht hinaus;
Drüben glänzen noch die Lichter
In dem heißgeliebten Haus'.

Alles ist so still und ruhig,
Nur die Lüft' und Wolken zieh'n. 
Alles ist so kalt und schweigsam,
Und nur meine Schmerzen glüh'n. --

Gebt, o gebt mir, heil'ge Sterne 
Einen Strahl und einen Laut, 
Daß, wenn ich den Laut ihr sende,
Sich der Strahl zur Brücke baut;

Daß er ihr allein verständlich, 
Daß er ihr nur sichtbar ist,
Daß sie im Gebet des Abends 
Ihre Sängers nicht vergißt!

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4. Agnes [sung text not yet checked]

  Geh' nicht so früh zur Ruh'! 
Viel tausend Augen blicken noch nach dir.
Was ziehst du abwärts, schon so früh verblassend,
So bald der todten Nacht die Herrschaft lassend? 
  Geh' nicht so früh zur Ruh'! 

  Geh' nicht so früh zur Ruh'! 
Bescheine noch die Grabeshügel hier!
Die Todten unten haben keine Wonne,
Als dich, du Gottesauge, warme Sonne!
  Geh' nicht so früh zur Ruh'!

  Geh' nicht so früh zur Ruh'! 
Der Arme steht im Tage nur sein Glück;
Ihm droht die Nacht der Tag war voll Entbehren, 
Soll ihn der wache Schlaf voll Schmerz verzehren?
  Geh' nicht so früh zur Ruh'!

  Geh' nicht so früh zur Ruh'! 
Dein Aufgang, Sonne! ist dann auch so spät; 
O wüßtest du, wie heiß nach dir sich sehnt,
Wer schlaflos eine lange Nacht durchstöhnt!
  Geh' nicht so früh zur Ruh'!

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5. Louise  [sung text not yet checked]

Wie bist Du so schön, o Mädchen,
Du lieblich blühn'des Kind! 
Ich glaub' nicht, daß im Sommer 
Die Rosen schöner sind.

Bald welkt am Strauch die Rose,
Ob man sie pflegen mag;
Allein Du blühest schöner 
An jedem neuen Tag.

Die Nachtigall singt lieblich
Dort in dem Wiesengrund,
Doch schön're Töne quellen,
Aus deinem holden Mund.

Auf Deinen süßen Wangen,
Auf Deinen Lippen lacht
Von tausend frischen Rosen 
Die jugendliche Pracht.

Ein Netz aus goldenen Fädenn, 
Es ist Dein blondes Haar! 
Aus heller Stirne leuchtet 
Dein blaues Augenpaar.

Um Deine Lippen schwebet 
Froh jugendlich der Scherz;
Doch bleibt von all' dem Schönen
Das schönste doch Dein Herz.

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6. Marie [sung text not yet checked]

Leuchtendes Auge, du meine Sonne
 . . . . . . . . . .

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7. Pauline [sung text not yet checked]

Röthet dir, Liebchen, der Purpur die Wangen, 
Glänzt auf dem Liliengrund rosige Pracht, 
Fasset dich namenlos seliges Bangen, 
Leuchtet das Aug' und verschwimmt es in Nacht;
Tritt dir mein Bild dann von ferne entgegen,
Fühlst du im Innern gar lieblichen Schmerz,
Pocht es im Busen mit heftigen Schlägen:
Glaub' mir, Geliebte, dann ist es dein Herz! 

Senkst du das Augenlid, wenn ich dich grüße, 
Stockt dir der Athem und fliegt deine Brust,
Wähnst du, daß Alles in Nebel zerfließe, 
Fühlst du zum Tod betrübt wonnige Lust;
Kannst du kein Wort meinen Worten entgegnen, 
Senkst du das Angesicht stumm niederwärts,
Wagt meinem Auge nicht deins zu begegnen,
Glaube, Geliebte, dann spricht wohl dein Herz!

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