Sechs Lieder im Volkston für Männerchor

Song Cycle by Hans Huber (1852 - 1921)

Word count: 450

1. Im Maien zu Zweien [sung text not yet checked]

Im Maien zu Zweien
  Zu gehn in den Hain,
  Wie schön muß das sein! 
Dort jubeln die Vöglein
  Im frohen Verein,
  Wir stimmen mit ein. 
Und wenn wir gleich Tauben 
Ein Küßchen uns rauben, 
Und sehn dann die Vögel uns Zwei,
  Was ist denn dabei?

Verschwiegen zu fliegen
  Durch die Schatten so dicht
  Zwar lieben sie nicht;
Doch wenn sie auch plaudern,
  Die Blumen allein
  Erfahren's im Hain,
Und Blumen erzählen
Nur liebenden Seelen,
Was Liebende thaten im Mai,
  Was ist denn dabei?

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Lieber Schatz sei wieder gut [sung text not yet checked]

In dem Dornbusch 
Blüht ein Röslein,
  Ist ein' Lust, es anzusehn!
Wollt' es pflücken, 
Mich zu schmücken,
  Doch der Dorn läßt's nicht gescheh'n.

Sang ein Vöglein 
In den Lüften,
  Klang der Sang süß in's Gemüth:
,,Willst du brechen, 
Laß dich stechen,
  Ohne Dorn kein Röslein blüht.``

Lieber Schatz, sei 
Wieder gut mir,
  Lieber Schatz, leg ab dein'n Zorn:
Immer Schmollen, 
Immer Grollen --
  Für ein' Ros' wär's zu viel Dorn.

Authorship

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Confirmed with Gedichte von Wilhelm Osterwald, Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage, Leipzig, Verlag von F. G. C. Leuckart (Constantin Sander), 1873, page 46.


Researcher for this text: Alberto Pedrotti

3. Sommerwende [sung text not yet checked]

Der Sommer [geht]1 zu Ende, 
  Ach Liebchen, gehst auch du 
  Und läßt mich ohne Ruh'
Bei dieser Sonnenwende?

Wenn alle Vöglein fliehen
  Und keines bleiben will,
  Dann wird's im Walde still,
Bis sie zurücke ziehen;

Doch wen verläßt die Liebe,
  Dem ist's im Herzen gar,
  Als ob viel tausend Jahr'
Der eine Winter bliebe.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (E. S. Willcox) , "Summer solstice"

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Confirmed with Gedichte von Wilhelm Osterwald, Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage, Leipzig, Verlag von F. G. C. Leuckart (Constantin Sander), 1873, p. 16.

1 Franz: "ist"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Nun hat mein Stecken gute Rast [sung text not yet checked]

Nun hat mein Stecken gute Rast,
   Das Reisen hat ein Ende,
Seit du mein' Hand genommen hast
   In deine beiden Hände.

Du hast mir alle Wanderlust,
   Du liebes Kind, genommen,
Hatt' ich zuvor darum gewußt,
   [War' nicht so früh gekommen]1.

Den Stab pflanz' ich im Garten ein,
   Darin soll er verbleiben,
Vielleicht, er kann im Sonnenschein
   Noch einmal Blätter treiben.

[Und treibt er, Kind]2, nimm dich in Acht, - 
   Er ist im Mai geschnitten, -
Daß ich nicht einmal über Nacht
   Bin wieder ausgeschritten.

Authorship

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1 Franz: "Wäre nie zu dir gekommen"
2 Franz: "Treibt er nur erst"

Research team for this text: Harry Joelson , Iain Sneddon [Guest Editor]

5. Wenn ich's nur wüsste [sung text not yet checked]

Vor meinem Fenster regt
  Die alte Linde
Das dunkle Haupt, bewegt
  Vom Morgenwinde.

O Linde, treuer Baum,
  Was soll dein Schütteln?
Willst du aus süßem Traum
  Mein Herze rütteln?

Ach hin, ja hin und her --
  Wenn ich's nur wüßte,
Ob er so immer wär',
  Als da er mich küßte, 

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Mein Schatz ist auf der Wanderschaft [sung text not yet checked]

Mein Schatz ist auf der Wanderschaft
    So lange,
Gott weiß, woher er nimmt die Kraft
    Zum Gange,
's wär' beßer, wollt' er endlich nun
Sein' allerletzte Reise thun
  Und kehren mir zum Glücke
    Zurücke.

Mein' Mutter hat den ganzen Tag 
    Zu schelten,
Zu Dank mach' ich ihr meine Sach'
    Nur selten.
Ach Gott, ich thät' ja Alles gern, 
Wär' nur mein Schatz nicht gar so fern,
  Daß ich an ihn ohn' Kränken
    Könnt' denken.

Ihr sprechet wohl: ,,Ich such' dir aus
    Ein'n Andern --``
Frau Mutter, da wird nie was draus:
    Vom Wandern
Wird er zur rechten Stunde ruhn
Und bald sein' letzte Reise thun
  Und kehren mir zum Glücke
    Zurücke!

Authorship

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Confirmed with Gedichte von Wilhelm Osterwald, Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage, Leipzig, Verlag von F. G. C. Leuckart (Constantin Sander), 1873, page 69.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]