Sechs Lieder für S., A., T. und B.

Song Cycle by G. Hausmann

Word count: 427

1. Herbstlied [sung text not yet checked]

Des Sommers Fäden weben 
Durchs Feld wie weißer Duft, 
Die muntern Schwalben schweben 
In hoher, blauer Luft.
Sie üben die Flügel zur fröhlichen Reise; 
Denn über die Hügel, da säuselt es leise:
"Lieb Vöglein mein,
Der Winter zieht ins Land hinein!" 

Die Herden aus der Weide 
Gehn heim zur Winterruh'! 
Die Blümlein auf der Heide 
Thun ihre Äuglein zu.
Es wehen und streicheln die spielenden Winde
Und wehen und schmeicheln so leis' und so linde:
"Lieb Blümlein mein, 
Der böse Winter kommt, schlaft ein!" 

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Veilchenduft [sung text not yet checked]

Was weckt aus den Tiefen,
Was weckt auf den Höhn
Die Lieder, die schliefen,
Zu hellem Getön?
Das war mir ein Ringen,
Ein Stürmen zu Nacht!
Nun rasten die Schwingen,
Zur Ruh ist's gebracht.
Nun wirket und webet
Mit sonnigem Duft
Blaue besel'gende Veilchenluft!

Nun öffne die Laden
Du träumendes Kind,
Die Seele1 zu baden
In Wonne geschwind!
Heraus, du mein Leben,
Und öffne die Brust
Zu liebendem Streben,
Zu blühender Lust!
Laß wogen im Herzen
Mit sonnigem Duft
Blaue besel'gende Veilchenluft!

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta’scher Verlag, 1852, pages 47-48

1 The typo in Roquette’s book (“Sele”) has been corrected above.
Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Frühlingsliebe [sung text not yet checked]

Wenn der Frühling kommt und von den Bergen schaut,
Wenn der Schnee im Thal und auf den Hügeln thaut,
Wenn die Bächlein quellen
Und die Knospen schwellen,
[Wird]1 die Sehnsucht mir im Herzen laut.

Wenn der Weichselbaum die duft'gen Blüten schneit,
Wenn die Störche kommen und der Kuckuck schreit,
Wenn die Tauben girren
Und die Bienen schwirren,
Dann beginnt der Liebe goldne Zeit.

Wenn die Wiesen schmückt der Blumen bunte Zier,
Und die Liebe ruft aus Busch und Waldrevier,
Wenn die Finken schlagen
Und zu Neste tragen,
[Such']2 auch ich ein süßes Liebchen mir.

Wenn ich sinnend dann durch Busch und Felder geh',
Und, ich weiß nicht wie, vor ihrer Türe steh',
Ihr in's Auge [blicke]3,
An [mein Herz sie drücke]4,
Dann ist mir so wohl und wunderweh'!

Möchte [freudejauchzend]5 auf zum Himmel schrein,
Möchte weinen auch im stillen Kämmerlein,
Möchte kämpfen, [siegen,
Mit den Wolken fliegen6,
Möchte stets an ihrem Herzen seyn!

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Lyra und Harfe. Liederproben von Georg Keil, Leipzig, Friedrich Fleischer, 1834, page 136.

Note: the poet is incorrectly given as "Heil" on the Mayer score.

1 Mayer: "dann wird"
2 Mayer: "Dann such' "
3 Mayer: "blicken"
4 Mayer: "mein Herz sie drücken"
5 Mayer: "Freude jauchzend"
6 Mayer: "möchte siegen, / Möchte mit den Wolken fliegen, Ach"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Melanie Trumbull

4. Trübe Maitage [sung text not yet checked]

Ferne flieht über Wolkenschatten
 . . . . . . . . . .

— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —

Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

5. Auch hinunter in die Tiefen [sung text not yet checked]

[Ach]1, hinunter in die Tiefen
Dieser sel'gen Augen schau'n!
Die von Himmelsfrieden triefen,
Die von Frühlingswonnen thau'n;
Ist es doch, als ob sie riefen:
Fass', o blödes Herz, Vertrau'n!
Steig' herunter ohne Grau'n
Zu den stillen Friedensgau'n;
Hier auf Paradieses Au'n,
Wo nur Unschuldsträume schliefen,
Sollst du nun die Hütten bau'n
Unter'm Schatten der Oliven.

Authorship

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1 Hausmann: "Auch"; further changes may exist not noted above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Ewiger Frühling [sung text not yet checked]

Der Winter bringt mich nicht zum Schweigen
Mit seiner Kalt' und seinem Schnee.
Die Liebe sitzt auf Blüthenzweigen
Und singt ihr ewig Wohl und Weh.

Sie weiß nicht, ob es stürmt und regnet,
Sie weiß nicht, ob es friert und schneit:
Der Herr der Welt hat sie gesegnet,
Vom Fluch der Creatur befreit.

Authorship

Confirmed with Buch der Liebe von Hoffmann von Fallersleben, Breslau, bei Georg Philipp Aderholz, 1836, page 74.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]