Sechs Gesänge mit Begleitung des Pianoforte, 10te Sammlung

Song Cycle by Johann Xaver Sterkel (1750 - 1817)

Word count: 595

1. An die Gräfin Auguste Colloredo [sung text not yet checked]

Auf zartem Grund ein Blümchen steht, 
Umrankt von lieblicher Blüthe;
Getreu vom Morgenwind umweht,
Und duftet nimmer müde
STill1 in dem bunten Blumenbeet -- 
Es heißt das Blümchen der Güte.

Authorship

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1 [sic] for the capitalization - it is so that the acrostic will work.
Note: in the book from which this text was copied, no author was given. The name "Rieff" comes from a catalogue of Sterkel works provided by Sterkel-Gesellschaft e.V. The poem is dedicated to Gräfin Auguste Colloredo, whose first name is used for the acrostic.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Edone [sung text not yet checked]

Dein süßes Bild, [Edone,]1
Schwebt stets vor meinem Blick;
[Allein]2 ihn trüben Zähren,
Daß du es selbst nicht bist.

Ich seh' es, wenn der Abend
Mir dämmert, wenn der Mond
Mir glänzt, seh' ich's, und weine,
Daß du es selbst nicht bist.

Bey jenes Thales Blumen,
Die ich ihr lesen will,
Bey jenen Myrtenzweigen,
Die ich ihr flechten will,

Beschwör ich dich, Erscheinung,
Auf, und verwandle dich!
Verwandle dich, Erscheinung,
Und [werd' Edone]3 selbst!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Edone", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Malcolm Wren) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Édone", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Klopstocks Oden. Erster Band. Leipzig bey Georg Joachim Göschen. 1798, page 311.

1 Zumsteeg: "o Lida!" ; Bach: "O Lyda"
2 Zumsteeg: "Doch ach"
3 Zumsteeg: "werde Lida, Lida" ; Bach: "werde Lyda selbst"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Malcolm Wren [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]

3. Romanze [sung text not yet checked]

Ich hatt' einst ein Blümchen, so lieblich und hold,
Wohl that ich das Blümchen versorgen;
Ich hütet' es baß, wie Demanten und Gold,
Und schaut' es am Abend und Morgen. 

Voll' Freude bemerkt' ich, wie schön es gedieh,
Doch währte die Freude nicht lange
Es senkte das Häuptchen und duftete nie:
Mir ward um das Blümchen so bange. 

Da kam einst ein Mädchen im Garten zu mir
Ich ließ es ja gerne geschehen;
Stolz hob sich das Blümchen, und prangte vor ihr,
Nie hatt' ich so schön es gesehen. 

Schnell bückt' sich das Mädchen und pflückt' es für sich,
Mir waren die Sinne geschwunden;
Nicht Worte, nicht Lieder beschreiben, was ich
Bei diesem Verluste empfunden. 

Ich konnte nicht klagen, doch thränenvoll hing
Mein Auge noch lang an der Stelle;
Da hört' ich ein Stimmchen, als wimmernd ich ging,
Es tönte so silbern und helle.  

Du pflegtest ein Blümchen zwar lieblich und schön,
Doch lohnt es die Pflege nur selten:
Denn Männertreu heißt es, meist wirst du es sehn
Die Liebe mit Undank vergelten.

Authorship

Confirmed with Feldblumen auf Ungarns Fluren gesammelt von Nina und Theone, zweites Bändchen, Jena: bei J. G. Voigt, 1800, pages 48 - 49.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

4. Das Leben [sung text not yet checked]

Das Leben ist der Welle gleich/ Die in dem Thal entspringt
 . . . . . . . . . .

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Authorship

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First published in Taschenbuch für häusliche und gesellschaftliche Freuden.


5. Klagelied eines Schäfers [sung text not yet checked]

Da droben auf jenem Berge,
Da steh' ich tausendmal,
An meinem Stabe [gebogen]1
Und [schaue]2 hinab in das Thal.

Dann folg' ich der weidenden Herde,
Mein Hündchen bewahret mir sie.
Ich bin herunter gekommen
Und weiß doch selber nicht wie.

Da [stehet]3 von schönen Blumen
[Die]4 ganze Wiese so voll.
Ich breche sie, ohne zu wissen,
Wem ich sie geben soll.

Und Regen, Sturm und Gewitter
[Verpass']5 ich unter dem Baum.
Die Thüre dort bleibet verschlossen;
[Doch]6 alles ist leider ein Traum.

Es stehet ein Regenbogen
Wohl über jenem Haus!
Sie aber ist [weggezogen]7,
[Und]8 weit in das Land hinaus.

Hinaus in das Land und weiter,
Vielleicht gar über die See.
Vorüber, ihr Schafe, [vorüber]9!
Dem Schäfer ist gar so weh.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Klaaglied van de herder", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "High upon that mountain", copyright ©
  • ENG English (Leon Malinofsky) , "Shepherd's lament", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Complainte du berger", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Su quella montagna lassù", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Elegia del pastore", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Elena Kalinina) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, pages 94-95, and with Taschenbuch auf das Jahr 1804, Herausgegeben von Wieland und Goethe, Tübingen, in der Cotta'schen Buchhandlung, pages 113-114.

1 Schubert: "hingebogen"; Zelter: "bogen"
2 Schubert (only second version): "sehe"
3 Schubert (only second version): "steht"
4 Schubert: "Da steht die"
5 Zelter: "Vergeß'"
6 Schubert (only second version): "Und"
7 Schubert: "fortgezogen"; Zelter: "weg gezogen"
8 Schubert (only second version): "Gar"
9 Schubert: "nur vorüber"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]

6. Beruhigung [sung text not yet checked]

Wann, o Mond, in deinem Strahle
Kummervoll dein Auge weint,
Weil im öden Erdenthale
Mir kein Trost entgegen scheint; 

Wann mein Blick in Dorngewinden
Dunkler Zukunft ängstlich irrt,
Und den Ausgang einst zu finden
Jede Hoffnung sich verwirrt; 

Und mein Aug' aus trüber Ferne
Dringet bis in jede H&oulm;hn,
Wo sich Miriaden Sterne  
Durch das große Weltall drehn: 

Dann entfliehn die bangen Sorgen,
Seelenruhe kehrt zurück! 
Und wie heitrer Frühlingsmorgen
Lächelt Hoffnung meinem Blick. 

Der in jener weiten Leere
Sonnen-Massen flammen hieß,
Und von Wurme bis zum Sphäre
Jedem seine Stelle wies   -- 

Er bestimmte deine Tage,
Gott ist's der dein Schicksal lenkt!
Er höt mitleidsvoll die Klage,
Sieht den Kummer, der dich kränkt. 

Nun so sei dann Noth und Leiden,
Hier am Grabe stets mein Theil,
Sei mein Pfad   --   entfernt von Freuden,
Dornicht, thränenvoll und steil! 

Leg' ich ihn doch bald vorüber,
Schnell entflieht des Lebens Traum;
Heil!   dann eilt mein Geist hinüber  
In des Himmels weiten Raum! 

Mischt sich in die Jubel-Chöre
Jener bessern Himmels-Welt,
Wo nicht mehr der Wehmuth Zähre
In der Freude Becher fällt. 

Losgebunden von den Bande
Das mich hier ans Niedre schloß,
Bin ich dort im Geisterlande
Engel, frei wie ihr, und groß!

Authorship

Confirmed with Gedichte von Wilhelmine Müller gebohrne Maisch, neue umgearbeitete Auflage, Carlsruhe: im Bureau der deutschen Classiker, 1822, appears in Lyrische Gedichte, pages 14 - 16.


Researcher for this text: Melanie Trumbull