Drei Lieder für gemischten Chor

Song Cycle by Wilhelm Bergner

Word count: 409

1. Lied der Vögelein [sung text not yet checked]

Von Zweig zu Zweige hüpfen,
Durch Wies' und Busch zu schlüpfen,
Zu ruhn in weichen Grases Schooß:
Das ist das Loos 
Der kleinen bunten Sänger,
Je länger 
Je lieber süßes Loos! 

Schwebt nieder, laue Lüfte! 
O kommt, ihr Wiesendüfte! 
Ihr Schmetterlinge tummelt euch
Von Zweig zu Zweig,
Mit unsrer Schaar zu spielen 
Im kühlen, 
Im säuselnden Gesträuch! 

Im grünen Dämmerscheine,
Im Labyrinth der Haine
Erbau'n wir uns ein blühend Dach;
Der klare Bach
Uns zuzuhorchen, zaudert 
Und plaudert
Dann unsre Lieder nach.

Und wenn der Tag geschieden,
Dann eilen wir zufrieden 
Zurück zu unsrer Mutter Schooß.
Das ist das Loos 
Der kleinen bunten Sänger,
Je länger
Je lieber süßes Loos!

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Die Liebe sass als Nachtigall [sung text not yet checked]

Die Liebe saß als Nachtigall
Im Rosenbusch und sang,
Es flog der wundersüße Schall
Den grünen Wald entlang.

Und wie er klang, da stieg im Kreis
Aus tausend Kelchen Duft,
Und alle Wipfel rauschten leis',
Und [leise]1 ging die Luft;

Die Bäche schwiegen, die noch kaum
Geplätschert von den Höh'n,
Die Rehlein standen wie im Traum
Und lauschten dem Getön.

Und hell und immer heller floß
Der Sonne Glanz herein,
Um Blumen, Wald und Schlucht ergoß
Sich [goldig rother]2 Schein.

Ich aber zog den Weg entlang
Und hörte auch den Schall --
Ach, was seit jener Stund' ich sang,
War nur sein Wiederhall.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Kenneth Smith) , no title, copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Rakkauden taikaa", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Magie de l'amour", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Emanuel Geibel, Gedichte, Vierte Auflage, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1845, page 72.

1 C. Schumann: "leiser"
2 Backer-Grøndahl: "goldigrother"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Kinderlust [sung text not yet checked]

Nun feget aus den alten Staub
Und macht die Laube blank!
Laßt ja kein schwarzes Winterlaub
Mir liegen auf der Bank!

Die erste weiße Blüthe flog
Mir heut' in's Angesicht.
Willkommen, Lenz! Ich lebe noch
Und weiß von Leide nicht.

Und schaue hell, wie du, hinein
In Gottes schöne Welt,
Und möcht' ein kleiner Bube sein
Und kollern durch das Feld.

O seht, da plätschern schon am See
Die lieben Kindelein,
Und ziehn die Hemdchen in die Höh',
Und wollen gern hinein.

Wie lockt der warme Sonnenschein,
Der auf dem Spiegel ruht!
Da ist kein Fuß zu weich, zu klein,
Er probt, wie 's Wasser thut.

Ich sitz' und seh' dem Spiele zu,
Und spiel' im Herzen auch.
Du lieber Lenz, ein Kind bist du,
Und übest Kinderbrauch.

Wie viel du hast, du weißt es kaum,
Und schüttest Alles aus.
Nehmt, Kinder, nehmt! Es ist kein Traum!
Es kommt aus Gottes Haus.

Und wenn du nun ganz fertig bist,
Hast keine Blume mehr,
Dann gehst du wieder ohne Frist,
Kein Abschied wird dir schwer.

Und rufst dem Bruder Sommer zu:
Bringst du die Früchte her?
Was ich versprach, das halte du!
Ei, ei, dein Korb ist schwer!

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