German (Deutsch) translations of 6 Lieder für Sopran oder Tenor, opus 29
by Alexander Fesca (1820 - 1849)
Fliege, Vögelein, fliege zu der Geliebten hin, Sag' ihr, dass ich auf immer von ihr geschieden bin. Sing' von der schattigen Linde ihr meines Herzens Weh, Vögelein, fliege geschwinde, bring' ihr mein letztes Ade! Eilet, ihr Wellen, eilet, eilet zu ihr, Bringet ihr diese Grüsse, diese Blumen von mir. Küsst ihre schlanken Glieder, kühlend bei'm Abendschein, Rauscht zu ihr wieder und wieder: Liebchen, gedenke mein! Schwebe, o Lüftchen, schwebe hin zur Geliebten mein. Flüstre ihr meine Klagen tief in's Herz hinein, Läut' ihr mit Blumenglocken zu Grabe entschwund'nes Glück. Von ihren blonden Locken bring' eine mir zurück.
Morgens als Lerche Möcht' ich begrüßen der Sonne Strahl, Mittags Libelle, Küssen die Blum' im Blüthenthal, Abends ein Schwan wohl Schwimmen in funkelndem Sternenschein, Möcht' in der Mondnacht Leicht und luftig ein Elfe sein! Sonne, wann endlich Trittst du strahlend heraus zu mir? Blume, o dürft' ich Hier in den Blüthen ruhen bei dir! Stern, und hörst du Rauschen die Wasser? sie rufen dich. Schön ist die Mondnacht, Elfenkönigin, zeige dich!
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Morgens als Lerche", subtitle: "Ständchen", appears in Lieder, in Frühling und Liebe, first published 1844
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Die Sternlein durch den Himmel gehn Mit reinem Schimmer, Sie können zur Erde niedersehn Und weinen nimmer. Die Blumen sehn der Sterne Lust Mit stillem Sehnen, Und ihren Augen, unbewußt, Entquillen Thränen.
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Lied", appears in Lieder, in Stimmungen und Gestalten, first published 1844
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Wenn der Morgen erglüht, wenn die Sonne sich senkt, Wenn die Nacht mich umdunkelt, -- mein Herz nur denkt An dich, an dich, allein an dich. Wenn die Freunde kommen, die Becher kreisen, Beim Klange der alten, fröhlichen Weisen, Da steigt mir auf eine süße Gestalt, Wie ein Geist, der in alter Ruine wallt, Und sie winket mir, und sie mahnet mich An dich, an dich, allein an dich. Wenn die Ehre mich sonst, wenn der Ruhm mich sonst trieb, Verlassen ist alles, -- ein Sehnen mir blieb Zu dir, zu dir, allein zu dir. Die Freuden des Lebens vorüber ziehen, Wie Stromes Gestade dem Aug' entfliehen; Der Schiffer blickt der Ufer nicht an, Ihn zieht's zu dem fernen Ocean -- So zieht es mich in heißer Begier Zu dir, zu dir, allein zu dir. Wenn mir Freude ja lächelt, so kommt sie von dir, Und das Leid wird zur Lust mir, kommt es von dir, Von dir, von dir, allein von dir. Wie Zauberbande, die Keiner kann brechen, Bis nicht die Lippen des Wissenden sprechen, So mag auch die Welt mit allem Schmerz Umsonst bestürmen mein liebend Herz, Gebrochen kann's nur werden von dir, Von dir, von dir, allein von dir.
Text Authorship:
- by Anonymous / Unidentified Author ( M. F. ) , "An dich, an dich, allein an dich" [an adaptation]
Based on:
- a text in English by Thomas Moore (1779 - 1852), "For thee alone", appears in The Poetical Works of Thomas Moore, in Ballads and songs
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Confirmed with Preussischer Volksfreund. Ein gemeinnütziges und unterhaltendes Volksblatt für gebildete Leser, siebenter Jahrgang, no. 1, ed. by C. G. v. Puttkammer, Berlin: selbstverlag des Volksfreundes, 1842, pages 190 - 191, identified as a translation by "M. F." of a poem by Thomas Moore.
Ich will meine Seele tauchen In den Kelch der Lilie hinein; Die Lilie soll [klingend]1 hauchen Ein Lied von der Liebsten mein. Das Lied soll [schauern]2 und beben Wie der Kuß von ihrem Mund, Den sie mir einst gegeben In wunderbar süßer Stund'.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 7
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View original text (without footnotes)Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 115.
1 Raif: "klingen und"2 Raif: "schau'rn"
Bin ich hinausgegangen Des Morgens in der Früh, Die Blümlein thäten prangen, So schön sah ich sie nie. Dacht' eins davon zu pflücken, Das schönste, das ich sah, Wollt' eben mich drum bücken, Ei, was erblickt' ich da! Die Schmetterling' und Bienen, Die Käfer hell und blank, Die mußten all' ihm dienen Mit fröhlichem Morgensang. Und scherzten viel und küßten Es auf den rothen Mund, Und trieben's nach Gelüsten Wohl eine ganze Stund, Und wie sie so erzeiget Ihr Spiel die Kreuz und Quer, Hat's Blümlein sich geneiget Mit Freuden hin und her. Da hab' ich's nicht gebrochen, Es wär' ja morgen todt, Und habe nur gesprochen: Ade, schön Blümlein roth! Und Schmetterling' und Bienen, Die Käfer hell und blank, Die sangen mit frohen Mienen Mir einen schönen Dank.
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Schön Blumlein", appears in Lieder, in Frühling und Liebe, first published 1844
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