by Wilhelm Müller (1794 - 1827)
Rückblick
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Language: German (Deutsch)
Es brennt mir unter beiden Sohlen, Tret' ich auch schon auf Eis und Schnee. Ich möcht' nicht wieder Athem holen, Bis ich nicht mehr die Thürme seh'. Hab' mich an jedem Stein gestoßen, So eilt' ich zu der Stadt hinaus; Die Krähen warfen Bäll' und Schloßen Auf meinen Hut von jedem Haus. Wie anders hast du mich empfangen, Du Stadt der Unbeständigkeit! An deinen blanken Fenstern sangen Die Lerch' und Nachtigall im Streit. Die runden Lindenbäume blühten, Die klaren Rinnen rauschten hell, Und ach, zwei Mädchenaugen glühten! - Da war's geschehn um dich, Gesell! Kömmt mir der Tag in die Gedanken, Möcht' ich noch einmal rückwärts sehn, Möcht' ich zurücke wieder wanken, Vor ihrem Hause stille stehn.
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Research team for this page: Ofer Sheinberg , Peter Rastl [Guest Editor]
Confirmed with Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten. Herausgegeben von Wilhelm Müller. Zweites Bändchen. Deßau 1824. Bei Christian Georg Ackermann, pages 89-90; and with Urania. Taschenbuch auf das Jahr 1823. Neue Folge, fünfter Jahrgang. Leipzig: F. A. Brockhaus. 1823, page 218.
First published in Urania (see above) as no. 8 of Wanderlieder von Wilhelm Müller. Die Winterreise. In 12 Liedern.
Text Authorship:
- by Wilhelm Müller (1794 - 1827), "Rückblick", written 1821-22, appears in Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten 2, in Die Winterreise, no. 9, first published 1823 [author's text checked 2 times against a primary source]
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