by Christian Felix Weisse (1726 - 1804)
So bald Damötas Chloën sieht
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Language: German (Deutsch)
So bald Damötas Chloën sieht, So sucht er mit beredten Blicken Ihr seine Klagen auszudrücken und ihre Wange glüht. Sie scheinet seine stillen Klagen Mehr als zur Hälfte zu versteh'n, Und er ist jung, und sie ist schön: Ich will nicht weiter sagen. Vermißt er Chloën auf der Flur, Betrübt wird er von dannen scheiden; Dann aber hüpft er voller Freuden, Entdeckt er Chloën nur. Er küßt ihr unter tausend Fragen Die Hand, und Chloë läßt's gescheh'n, Und er ist jung, und sie ist schön: Ich will nichts weiter sagen. Sie hat an Blumen ihre Lust, Er stillet täglich ihr Verlangen; Sie klopft schmeichelnd ihm die Wangen, Und steckt sie vor die Brust. Der Busen bläht sich, sie zu tragen, Er triumphiert, sie hier zu seh'n; Und er ist jung, und sie ist schön: Ich will nichts weiter sagen. Wenn sie ein kühler, heitrer Bach, Beschützt von Büschen, eingeladen, In seinen Wellen sich zu baden, So schleicht er listig nach. In diesen schwülen Sommertagen Hat er ihr oftmals zugeseh'n, Und er ist jung, und sie ist schön: Ich will nichts weiter sagen.
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View text with all available footnotesConfirmed with Kleine lyrische Gedichte von C. F. Weisse, Wien, Bey F. A. Schræmbl, 1793, pages 30-31.
Text Authorship:
- by Christian Felix Weisse (1726 - 1804), "Die Verschwiegenheit", first published 1763? [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
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