by Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898)

Wie pocht das Herz mir in der Brust
Language: German (Deutsch) 
Wie pocht das Herz mir in der Brust
trotz meiner jungen Wanderlust,
wann, heimgewendet, ich erschaut
die Schneegebirge, süß umblaut,
das große stille Leuchten!

Ich atmet' eilig, wie auf Raub,
der Märkte Dunst, der Städte Staub.
Ich sah den Kampf. Was sagest du,
mein reines Firnelicht, dazu,
du großes stilles Leuchten?

Nie prahlt ich mit der Heimat noch
und liebe sie von Herzen doch!
In meinem Wesen und Gedicht
allüberall ist Firnelicht,
das große stille Leuchten.

Was kann ich für die Heimat tun,
bevor ich geh im Grabe ruhn?
Was geb ich, das dem Tod entflieht?
Vielleicht ein Wort, vielleicht ein Lied,
ein kleines stilles Leuchten!

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Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Caroline Diehl

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 20
Word count: 106