×

It's been 3 years since our last fund-raising drive. Help us keep the Archive free to the public. Your donation will fund the ongoing development of the world's oldest and largest online database of vocal texts and translations.

Translation by Mikhail Yur'yevich Lermontov (1814 - 1841)

Das Geisterschiff
Language: German (Deutsch) 
Es rauschen die Winde, die Nebel ziehn,
Der Himmel ist sternenleer;
Hoch über den schäumenden Wogen hin
Durchschwebt ein Segel das Meer:
Das Schiff ist, gesteuert von Geisterhand,
In unaufhaltsamem Lauf,
Ihm schadet kein Sturm, kein Klippenstrand,
Kein Lebender weilet drauf!
 
Weit über der See, wo die Welle schweigt,
Ein Eiland verborgen liegt:
Ein einsamer Fels zum Himmel steigt,
Die Wolke sein Haupt umfliegt.
Dort blühet kein Halm, dort grünet kein Baum,
Kein Vogel sein Nest dort baut;
Nur der Adler allein aus der Lüfte Raum
Die starrende Oede beschaut.
 
Dort ist des Königs einsames Grab,
In der Wüste, uneingehägt;
Nur sein Degen, sein Hut, sein goldener Stab
Sind über den Sarg gelegt.
Kein Wesen lebt rings, und die Woge der Welt
Schlägt nicht an sein müdes Ohr,
Kein Blick auf die traurige Ruhstatt fällt,
Und doch war er König zuvor! –
 
Und es wechselt der Mond und das Jahr verrinnt,
Und der Todte liegt unbewegt;
Wenn die fünfte Nacht des Maien beginnt,
Nur dann sich der Leichnam regt:
Dieß ist die Nacht, wo der Welt entschwebt
Sein ruhebedürftiger Geist,
Dieß ist die Nacht, wo die Leiche belebt
Ersteht, und auf Erden kreis't.
 
Dann harret ein Schiff am einsamen Strand:
Vom Winde die Segel geschwellt,
Hoch wehet vom Mast der Flagge Band,
Goldne Bienen im weißen Feld!
Und der König besteigt's, es flieget dahin,
Wie ein Vogel in stürmender Hast;
Kein Ruder bewegt sich, kein Schiffer ist drin,
Der lenkend das Steuer gefaßt! –
 
Des Königs Schemen allein nur steht,
Und spähet hinaus in die Nacht,
Und sein Busen fliegt, und sein Athem weht,
Und das Feuer des Blicks ist erwacht.
Das Schiff legt an am bekannten Strand,
Und er streckt seine Arme entzückt,
Es jauchzt seine Seele: es ist sein Land,
Sein Land ist's, das er erblickt!
 
Und er steigt aus dem Schiff; auf der Erd' er steht,
Die einst seinen Fußtritt gekannt,
Und es bebt ihr Schooß, wo er wandeln geht,
Der Stern, der nun ausgebrannt. –
Er sucht seine Städte und findet sie nicht;
Er suchet die Völker umher,
Die, als er gewandelt im Sonnenlicht,
Ihn umwogt wie ein fluthendes Meer!
 
Und er sucht seinen Thron, und er ist zerschellt,
Den er hoch in die Wolken gebaut,
Von dem er zu seinen Füßen die Welt,
Eine dienstbare Scholle, geschaut!
Er sucht das Kind, seinem Herzen so lieb,
Dem das Reich er zum Erbe verhieß; –
Das Erb' ist verschwunden, dem Kinde blieb
Selbst der Name nicht, den er ihm ließ! –
 
»Wo bist Du,« – so ruft er, »o Kind, das schon
In der Wiege mit Kronen gespielt?
Die Tage des Glücks, sie sind entflohn,
Als im Vaterarm ich Dich hielt!
Meiner Liebe Weib, meines Herzens Sohn! –
Dahin mein ganzes Geschlecht!
Der Knecht war, sitzt auf des Königs Thron
Und der König ist wieder Knecht!« –

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):

    [ None yet in the database ]

Settings in other languages, adaptations, or excerpts:

  • Also set in Russian (Русский), a translation by Mikhail Yur'yevich Lermontov (1814 - 1841) , "Воздушный корабль" ; composed by Georgy Petrovich Bazilevsky, Valerian Mikhailovich Bogdanov-Berezovsky, Nikolay Petrovich Bryansky, Vladimir Mitrofanovich Ivanov-Korsunsky, Borys Mykolayovych Lyatoshynsky, Dmitry Alekseyevich Tolstoy, F. A. Zaikin.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2021-05-12
Line count: 72
Word count: 470

Воздушный корабль
Language: Russian (Русский)  after the German (Deutsch) 
По синим волнам океана,
Лишь звёзды блеснут в небесах,
Корабль одинокий несётся,
Несётся на всех парусах.
Не гнутся высокие мачты,
На них флюгера не шумят,
И молча в открытые люки
Чугунные пушки глядят.

Не слышно на нём капитана,
Не видно матросов на нём,
Но скалы, и тайные мели,
И бури ему нипочём.
Есть остров на том океане —
Пустынный и мрачный гранит.
На острове том есть могила,
А в ней император зарыт.

Зарыт он без почестей бранных
Врагами в сыпучий песок,
Лежит на нём камень тяжелый,
Чтоб встать он из гроба не мог.
И в час его грустной кончины,
В полночь, как свершается год,
К высокому берегу тихо
Воздушный корабль пристаёт.

Из гроба тогда император,
Очнувшись, является вдруг, —
На нём треугольная шляпа
И серый походный сюртук.
Скрестивши могучие руки,
Главу опустивши на грудь,
Идёт и к рулю он садится
И быстро пускается в путь.

Несётся он к Франции милой,
Где славу оставил и трон,
Оставил наследника-сына
И старую гвардию он.
И только что землю родную
Завидит во мраке ночном,
Опять его сердце трепещет
И очи пылают огнём.

На берег большими шагами
Он смело и прямо идёт,
Соратников громко он кличет
И маршалов грозно зовёт.
Но спят усачи-гренадеры —
В равнине, где Эльба шумит,
Под снегом холодной России,
Под знойным песком пирамид.

И маршалы зова не слышат:
Иные погибли в бою,
Другие ему изменили
И продали шпагу свою.
И, топнув о землю ногою,
Сердито он взад и вперёд
По тихому берегу ходит,
И снова он громко зовёт:

Зовёт он любезного сына,
Опору в превратной судьбе;
Ему обещает полмира,
А Францию — только себе.
Но в цвете надежды и силы
Угас его царственный сын,
И долго, его поджидая,
Стоит император один —

Стоит он и тяжко вздыхает,
Пока озарится восток,
И капают горькие слёзы
Из глаз на холодный песок,
Потом на корабль свой волшебный,
Главу опустивши на грудь,
Идёт и, махнувши рукою,
В обратный пускается путь.

Confirmed with Лермонтов М. Ю., Полное собрание стихотворений в 2 томах, Л.: Советский писатель. Ленинградское отделение, 1989. — Т. 2. Стихотворения и поэмы. 1837—1841, page 48.


Show a transliteration: Default | DIN | GOST

Note on Transliterations

Authorship:

Based on:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2021-05-12
Line count: 72
Word count: 315