by Robert Reinick (1805 - 1852)

Seit er von mir gegangen
Language: German (Deutsch) 
Seit er von mir gegangen,
Wie still die Welt umher!
Daß einst die Vögel sangen,
Ich weiß es gar nicht mehr.
So viel der Blumen blühen,
Mir gilt nicht mehr ihr Schein -
Seit er von mir gegangen
Läßt alles mich allein.

Wer freut sich nicht herzinnig,
Sieht er beisammen stehn
Zwei Menschen, die einander
Recht treu in's Auge seh'n.
Wer einsam ist und trauert,
Den läßt man traurig sein -
Seit er von mir gegangen,
Wie könnt' ich fröhlich sein?

Die Blumen in dem Garten
Sie wuchern wild umher,
Wie sollt' ich ihrer warten?
Ich brauche sie nicht mehr.
Der Sonnenschein da draußen
Macht meinen Augen Noth -
Seit er von mir gegangen
Sind sie vom Weinen roth.

Wird wol ein Tag noch kommen,
Wo ich den Sonnenschein,
Die Vögel und die Blumen
Mag sehn und fröhlich sein?
Wo ich vor Freuden singe,
Ein Lied vor lauter Lust?
Seit er von mir gegangen -
Kein Laut in meiner Brust.

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Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Harry Joelson

Text added to the website: 2008-09-19 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:02:32
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