by Heinrich Heine (1797 - 1856)

Gesanglos war ich und beklommen
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG FRE
Gesanglos war ich und beklommen
So lange Zeit - nun dicht ich wieder!
Wie Tränen, die uns plötzlich kommen,
So kommen plötzlich auch die Lieder.

Melodisch kann ich wieder klagen
Von großem Lieben, größerm Leiden,
Von Herzen, die sich schlecht vertragen
Und dennoch brechen, wenn sie scheiden.

Manchmal ist mir, als fühlt ich wehen
Über dem Haupt die deutschen Eichen -
Sie flüstern gar von Wiedersehen -
Das sind nur Träume - sie verbleichen.

Manchmal ist mir, als hört ich singen
Die alten, deutschen Nachtigallen -
Wie mich die Töne sanft umschlingen! -
Das sind nur Träume - sie verhallen.

Wo sind die Rosen, deren Liebe
Mich einst beglückt? - All ihre Blüte
Ist längst verwelkt! - Gespenstisch trübe
Spukt noch ihr Duft mir im Gemüte.

L. Lehrman sets stanzas 1-2

About the headline (FAQ)

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , title unknown, copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Leonard Lehrman) , title 1: "Songless was I", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2008-05-20
Line count: 20
Word count: 126