sometimes misattributed to Friedrich von Schiller (1759 - 1805) and by Christian Schreiber (1781 - 1857)

Es stand der Sänger mit trüben Sinn
Language: German (Deutsch) 
Es stand der Sänger mit trüben Sinn
auf tief aufbrausenden Meer,
in die düstere Ferne da schauet er hin,
ihm war es im Busen so schwer,
und was ihn beweget mit innigem Drang,
er spricht es aus in der Saiten Gesang,
leis' horchen die Wogen umher. 

Was treibst du mich ewiges Sehnen fort,
zu suchen die Quelle der Lust;
wo find ich den sichern, den ruhigen Ort,
geahnt von der glaubenden Brust,
was liebend das Herz mir gefangen hält,
es gehet nicht unter im Strome der Welt,
doch bin ich mir's nimmer bewußt. 

So klagte der Sänger mit trüben Sinn
auf tief aufbrausenden Meer,
in die düstere Ferne da schauet er hin,
ihm war es im Busen so schwer;
und horch, in den Wellen da flüstert es sacht'
und er hört eine Stimme wie Wehen der Nacht,
leis horchen die Wogen umher. 

Was klagst du o Sänger, was schauet dein Sinn
so trüb in die Ferne hinein?
Wer mit süßen Liedern ziehet dahin,
schwer kann ihm das Leben nicht sein,
Ihm blühet die Welt in der heiteren Brust,
ihm rauschet die Quelle der ewigen Lust
im eigenen Busen so rein. 

Das hörte der Sänger mit frischem Mut,
es ergreift ihn mit stiller Gewalt;
schnell rauschen die Wogen, es hebt sich die Flut,
und die tröstende Stimme verhallt.
Nur in den Tiefen noch flüstert's und spricht;
der Mensch begreift das Unendliche nicht,
doch das Endliche ist die Gestalt!

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Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

This text was added to the website: 2010-04-20
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