by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
Translation by Gérard Labrunie (1808 - 1855), as Gérard de Nerval

Mitternacht
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ITA
(Vier graue Weiber treten auf)

ERSTE. 
 Ich heiße der Mangel.

ZWEITE.
 Ich heiße die Schuld.

DRITTE.
 Ich heiße die Sorge.

VIERTE.
 Ich heiße die Not.

ZU DREI.
 Die Tür ist verschlossen, wir können nicht ein; 
 Drin wohnet ein Reicher, wir mögen nicht 'nein.

MANGEL. 
 Da werd ich zum Schatten.

SCHULD.
 Da werd ich zunicht.

NOT.
 Man wendet von mir das verwöhnte Gesicht.

SORGE.
Ihr, Schwestern, ihr könnt nicht und dürft nicht hinein.
Die Sorge, sie schleicht sich durchs Schlüsselloch ein.

Sorge verschwindet.

MANGEL.
 Ihr, graue Geschwister, entfernt euch von hier!

SCHULD.
 Ganz nah an der Seite verbind ich mich dir.

NOT.
 Ganz nah an der Ferse begleitet die Not.

ZU DREI.
 Es ziehen die Wolken, es schwinden die Sterne!

 Dahinten, dahinten! von ferne, von ferne,
 Da kommt er, der Bruder, da kommt er, der - - - Tod.

FAUST im Palast.
 Vier sah ich kommen, drei nur gehn;
 Den Sinn der Rede konnt ich nicht verstehn.
 Es klang so nach, als hieß es: Not,
 Ein düstres Reimwort folgte: Tod!
 Es tönte hohl, gespensterhaft gedämpft.
 Noch hab ich mich ins Freie nicht gekämpft.
 Könnt ich Magie von meinem Pfad entfernen,

 Die Zaubersprüche ganz und gar verlernen
 Stünd ich, Natur, vor dir ein Mann allein,
 Da wärs der Mühe wert, ein Mensch zu sein!
 Das war ich sonst, eh ichs im Düstern suchte,
 Mit Frevelwort mich und die Welt verfluchte.
 Nun ist die Luft von solchem Spuk so voll,

 Daß niemand weiß, wie er ihn meiden soll.
 Wenn auch Ein Tag uns klar-vernünftig lacht,
 In Traumgespinst verwickelt uns die Nacht!
 Wir kehren froh von junger Flur zurück:
 Ein Vogel krächzt! Was krächzt er? Mißgeschick!
 Von Aberglauben früh und spat umgarnt:

 Es eignet sich, es zeigt sich an, es warnt!
 Und so verschüchtert, stehen wir allein. -
 Die Pforte knarrt, und niemand kommt herein.
 Erschüttert.
 Ist jemand hier?

SORGE.
 Die Frage fordert Ja!

FAUST.
 Und du, wer bist denn du?

SORGE.
 Bin einmal da.

FAUST.
 Entferne dich!

SORGE.
 Ich bin am rechten Ort.

FAUST
 erst ergrimmt, dann besänftigt, für sich.
 Nimm dich in acht und sprich kein Zauberwort!

SORGE.
 Würde mich kein Ohr vernehmen,
 Müßt es doch im Herzen dröhnen;
 In verwandelter Gestalt
 Üb ich grimmige Gewalt:
 Auf den Pfaden, auf der Welle,
 Ewig ängstlicher Geselle,
 Stets gefunden, nie gesucht,
 So geschmeichelt wie verflucht! -
 Hast du die Sorge nie gekannt?

FAUST.
 Ich bin nur durch die Welt gerannt!
 Ein jed Gelüst ergriff ich bei den Haaren,
 Was nicht genügte, ließ ich fahren,
 Was mir entwischte, ließ ich ziehn.
 Ich habe nur begehrt und nur vollbracht
 Und abermals gewünscht und so mit Macht
 Mein Leben durchgestürmt: erst groß und mächtig,
 Nun aber geht es weise, geht bedächtig.
 Der Erdenkreis ist mir genug bekannt.
 Nach drüben ist die Aussicht uns verrannt;
 Tor, wer dorthin die Augen blinzelnd richtet,
 Sich über Wolken seinesgleichen dichtet!
 Er stehe fest und sehe hier sich um:
 Dem Tüchtigen ist diese Welt nicht stumm!
 Was braucht er in die Ewigkeit zu schweifen?
 Was er erkennt, läßt sich ergreifen.
 Er wandle so den Erdentag entlang;
 Wenn Geister spuken, geh er seinen Gang,
 Im Weiterschreiten find er Qual und Glück,
 Er, unbefriedigt jeden Augenblick!

SORGE.
 Wen ich einmal mir besitze,
 Dem ist alle Welt nichts nütze:
 Ewiges Düstre steigt herunter,
 Sonne geht nicht auf noch unter,
 Bei vollkommnen äußern Sinnen
 Wohnen Finsternisse drinnen,
 Und er weiß von allen Schätzen
 Sich nicht in Besitz zu setzen.
 Glück und Unglück wird zur Grille,
 Er verhungert in der Fülle,
 Sei es Wonne, sei es Plage,
 Schiebt ers zu dem andern Tage,
 Ist der Zukunft nur gewärtig,
 Und so wird er niemals fertig.

FAUST.
 Hör auf! so kommst du mir nicht bei!
 Ich mag nicht solchen Unsinn hören.
 Fahr hin! Die schlechte Litanei,
 Sie könnte selbst den klügsten Mann betören.

SORGE.
 Soll er gehen? soll er kommen?
 Der Entschluß ist ihm genommen;
 Auf gebahnten Weges Mitte
 Wankt er tastend halbe Schritte.
 Er verliert sich immer tiefer,
 Siehet alle Dinge schiefer,
 Sich und andre lästig drückend,
 Atem holend und erstickend,
 Nicht erstickt und ohne Leben,
 Nicht verzweiflend, nicht ergeben.
 So ein unaufhaltsam Rollen,
 Schmerzlich Lassen, widrig Sollen,
 Bald Befreien, bald Erdrücken,
 Halber Schlaf und schlecht Erquicken
 Heftet ihn an seine Stelle
 Und bereitet ihn zur Hölle.

FAUST.
 Unselige Gespenster! so behandelt ihr
 Das menschliche Geschlecht zu tausend Malen;
 Gleichgültige Tage selbst verwandelt ihr
 In garstigen Wirrwarr netzumstrickter Qualen.
 Dämonen, weiß ich, wird man schwerlich los,
 Das geistig-strenge Band ist nicht zu trennen;
 Doch deine Macht, o Sorge, schleichend-groß,
 Ich werde sie nicht anerkennen!

SORGE.
 Erfahre sie, wie ich geschwind
 Mich mit Verwünschung von dir wende!
 Die Menschen sind im ganzen Leben blind:
 Nun, Fauste, werde dus am Ende!

Sie haucht ihn an.

FAUST erblindet. 
 Die Nacht scheint tiefer tief hereinzudringen,
 Allein im Innern leuchtet helles Licht:
 Was ich gedacht, ich eil es zu vollbringen;
 Des Herren Wort, es gibt allein Gewicht.
 Vom Lager auf, ihr Knechte! Mann für Mann!
 Laßt glücklich schauen, was ich kühn ersann!
 Ergreift das Werkzeug! Schaufel rührt und Spaten!
 Das Abgesteckte muß sogleich geraten.
 Auf strenges Ordnen, raschen Fleiß
 Erfolgt der allerschönste Preis;
 Daß sich das größte Werk vollende
 Genügt ein Geist für tausend Hände.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Je m'appelle la Famine
Language: French (Français)  after the German (Deutsch) 
(QUATRE FEMMES GRISES s'avancent.)

LA PREMIÈRE. 
Je m'appelle la Famine.

LA SECONDE. 
Je m'appelle la Dette.

LA TROISIÈME. 
Je m'appelle le Souci.

LA QUATRIÈME. 
Je m'appelle la Détresse.

TOUTES TROIS. 
La porte est close, nous ne pouvons entrer.
C'est la maison d'un riche, nous n'y avons point affaire.

LA FAMINE. 
Là, je deviens ombre.

LA DETTE. 
Là, je deviens à rien.

LA DÉTRESSE. 
Là, se détourne le visage déshabitué de moi.

LE SOUCI.
Vous, mes sœurs, vous ne pouvez et n'osez rien ici.
Le souci peut se glisser seul par le trou de la serrure.

Le Souci disparaît.

LA FAMINE. 
Vous, mes compagnes sombres, éloignez-vous.

LA DETTE. 
Je m'attache à toi seule et marche à ton côté.

LA DÉTRESSE. 
Et la Détresse marche sur vos talons.

TOUTES TROIS. 
Les nuages filent, les étoiles sont voilées.

Là, derrière, derrière, de loin, de loin,
le voilà qui vient, notre père le Trépas.

FAUST dans le palais.
  Quatre j'en vis venir, et trois seulement s'en vont.
Je ne puis saisir le sens de leurs paroles.
Cela résonnait comme détresse ;
puis venait une rime plus sombre : la mort.
Cela sonnait creux et de la voix sourde des fantômes.
Je n'ai pu m'affranchir encore de cette impression.
Si je pouvais éloigner la magie de mon chemin

et désapprendre tout à fait les formules cabalistiques !
Si je pouvais, nature, être seulement un homme devant toi ;
alors, cela vaudrait bien la peine d'être homme !
Je l'étais jadis, avant que je cherchasse à pénétrer tes voiles, 
avant que j'eusse maudit avec des paroles criminelles le monde et moi-même.
Maintenant, l'air est plein de tels fantômes,

qu'on ne saurait comment leur échapper.
Si le jour pur et clair vient sourire un seul instant,
la nuit nous replonge aussitôt dans les voiles épais du rêve.
Nous revenons gaiement des campagnes reverdies,
tout à coup un oiseau crie ; que crie-t-il ? Malheur !
Le malheur ! il nous surprend, enveloppés jeunes et vieux des liens de la superstition.

Il arrive, il s'annonce, il avertit,
et nous nous trouvons seuls, épouvantés en sa présence...
La porte grince, mais personne n'entre.
(Avec terreur.)
Y a-t-il quelqu'un ici ?

LE SOUCI. 
La réponse est dans la demande.

FAUST. 
Et qui es-tu donc ?

LE SOUCI. 
Je suis là, voilà tout.

FAUST. 
Éloigne-toi. .

LE SOUCI. 
Je suis où je dois être.

FAUST d'abord en colère, puis s'apaisant peu à peu.
  Alors, ne prononce aucune parole magique... Prends garde à toi !

LE SOUCI. 
L'oreille ne m'entendant pas,
Je murmurerai dans le cœur ;
Sous diverses métamorphoses
J'exerce mon pouvoir effrayant ;
Sur le sentier ou sur la vague,
Éternel compagnon d'angoisse.
Toujours trouvé, jamais cherché,
Tantôt flatté, tantôt maudit !
N'as-tu jamais connu le Souci ?

FAUST. 
Je n'ai fait que courir par le monde,
saisissant aux cheveux tout plaisir,
négligeant ce qui ne pouvait me suffire,
et laissant aller ce qui m'échappait.
Je n'ai fait qu'accomplir et désirer encore,
et j'ai ainsi précipité ma vie dans une éternelle action.
D'abord grand et puissant,
à présent, je marche avec sagesse et circonspection.
Le cercle de la terre m'est suffisamment connu.
La vue sur l'autre monde nous est fermée.
Qu'il est insensé, celui qui dirige ses regards soucieux de ce côté,
et qui s'imagine être au dessus des nuages, au-dessus de ses semblables !
Qu'il se tienne ferme à cette terre ;
le monde n'est pas muet pour l'homme qui vaut quelque chose.
À quoi bon flotter dans l'éternité ?
Tout ce que l'homme connaît, il peut le saisir.
Qu'il poursuive donc son chemin,
sans s'épouvanter des fantômes ;
qu'il marche, il trouvera du malheur et du bonheur ;
lui qui est toujours mécontent de tout, du mal comme du bien.

LE SOUCI. 
Lorsqu'une fois je possède quelqu'un,
Le monde entier ne lui vaut rien ;
D'éternelles ténèbres le couvrent,
Le soleil ne se lève ni ne se couche pour lui ;
Ses sens, si parfaits qu'ils soient,
Sont couverts de voiles et de ténèbres.
De tous les trésors,
il ne sait rien posséder ;
Bonheur, malheur deviennent des caprices.
Il meurt de faim au sein de l'abondance.
Que ce soient délices ou tourments,
Il remet au lendemain,
N'attend rien de l'avenir
Et n'a plus jamais de présent.

FAUST.
Tais-toi ! je ne veux pas entendre un non-sens.
Va-t'en ! cette mauvaise litanie
rendrait fou l'homme le plus sage.

LE SOUCI. 
S'il doit aller, s'il doit venir,
La résolution lui manque.
Sur le milieu d'un chemin frayé,
Il chancelle et marche à demi-pas.
Il se perd de plus en plus.
Regarde à travers toute chose,
À charge à lui-même et à autrui ;
Respirant et étouffant tour à tour.
Ni bien vivant, ni bien mort,
Sans désespoir, sans résignation,
Dans un roulement continuel,
Regrettant ce qu'il fait, 
haïssant ce qu'il doit faire,
Tantôt libre, tantôt prisonnier.
Sans sommeil ni consolation,
Il reste fixé à sa place
Et tout préparé pour l'enfer.

FAUST. 
Misérables fantômes ! c'est ainsi que vous en agissez
mille et mille fois avec la race humaine ;
vous changez des jours indifférents
en affreuses tortures.
Je le sais, on se défait
difficilement des esprits de ténèbres ;
mais ta puissance, ô Souci ! rampant ou puissant,
je ne la reconnaîtrai pas.

LE SOUCI. 
Vois donc avec quelle rapidité
Je pars en te jetant des imprécations !
Les hommes sont aveugles toute leur vie ;
Eh bien, Faust, deviens-le à la fin de tes jours !

(Il lui souffle au visage.)

FAUST, aveugle.
La nuit paraît être devenue plus profonde ;
mais à l'intérieur brille une lumière éclatante.
Ce que j'ai résolu, je veux m'empresser de l'accomplir.
La parole du Seigneur a seule de la puissance.
O vous, mes serviteurs, levez-vous de vos couches les uns après les autres,
et faites voir ce que j'ai si audacieusement médité ;
saisissez l'instrument, remuez la pelle et le pieu ;
il faut que cette œuvre désignée s'accomplisse ;
l'ordre exact, l'application rapide sont toujours
couronnés par le plus beau succès ;
qu'une œuvre des plus grandes s'achève,
un seul esprit suffit pour mille mains !

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Researcher for this text: Guy Laffaille [Guest Editor]

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