[Sechs] Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Carl Collischonn

Word count: 366

1. Das Waldröschen [sung text not yet checked]

Ein [Röslein blühte]1 am Waldesrand,
Da küsst' es der Sturm im Vorübergeh'n,
Es ist entblättert, verwelkt, verdorret.
 
Ein Mägdlein hatte einen herzigen Schatz,
Der zog hinaus in die weite Welt
Und hat sie gelassen allein, verlassen.
 
Sie hatte auf Erden nun niemand mehr,
Er war ihr einzig Glück und Stern,
Nun ist ihr Herze verwelkt, gebrochen.

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1 Collischonn: "Röschen blüht"; further changes may exist not shown above.

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2. Das Schloss am Meer [sung text not yet checked]

Hast du das Schloß gesehen,
Das hohe Schloß am Meer?
Golden und rosig wehen
Die Wolken drüber her.

Es möchte sich niederneigen
In die spiegelklare Flut;
Es möchte streben und steigen
In der Abendwolken Glut.

"Wohl hab' ich es gesehen,
 Das hohe Schloß am Meer,
Und den Mond darüber stehen
Und Nebel weit umher."

Der Wind und des Meeres Wallen,
Gaben die frischen Klang?
Vernahmst du aus hohen Hallen
Saiten und Festgesang?

"Die Winde, die Wogen alle
Lagen in tiefer Ruh,
Einem Klagelied aus der Halle
Hört ich mit Tränen zu."

Sahest du oben gehen
Den König und sein Gemahl?
Der roten Mäntel Wehen,
Der goldnen Kronen Strahl?

Führten sie nicht mit Wonne
Eine schöne Jungfrau dar,
Herrlich wie die Sonne,
Strahlend im goldnen Haar?

"Wohl sah ich die Eltern beide,
Ohne der Kronen Licht,
Im schwarzen Trauerkleide;
Die Jungfrau sah ich nicht."

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "The castle by the sea"
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , "The castle by the sea", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le château sur la mer", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Es hat mir einst geschienen 

Es hat mir einst geschienen
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  • by Anonymous / Unidentified Author

4. Ganz leise [sung text not yet checked]

Ich [habe]1 ein kleines Lied erdacht
Und [hab']2 es gesungen hinaus in die Nacht,
Die Wasser der Muhle rauschten
Zwei Vöglein saßen im Lindenbaum,
[Verborgen den Kopf im weichen Flaum]3 
Und lauschten.

Ich weiß nicht, wer es verrathen hat, 
Der Gießbach oder das Lindenblatt, 
Der Nachtwind oder die Meise --
Mein Lied von der Herzenskönigin,
Heut' sang es die schöne Müllerin 
Ganz leise.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Die Gegenwart. Wochenschrift für Literatur, Kunst und öffentliches Leben, ed. by Theophil Zolling, Band 37, Berlin, Verlag von Georg Stilke, 1890, page 95.

1 Bungert: "hab' "
2 Bungert: "habe"
3 Bungert: "Sie hüllten den Kopf in den weichen Flaum"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Den Strom hinab 

Fern sind die Tage, fern dahin
 . . . . . . . . . .

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  • by Anonymous / Unidentified Author

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6. Dornröschen [sung text not yet checked]

Dornröschen sitzt am Waldessaum 
Und strählt die braunen Locken, 
Der Nordwind pfeift durch Busch und Baum; 
Dornröschen lauscht erschrocken.  

Das zieht so kalt durch Herz und Sinn 
Wie dumpfe Grabeslieder, 
Bang sinnend starrt es vor sich hin,  
Das Kinn gesenkt aufs Mieder:  

"Wie öd' der Wald und liebeleer!  
Kein Bienchen kommt zu nippen,  
Und auch kein bunter Falter mehr, 
Zu küssen meine Lippen!  

Dahin sind Jubel und Gesang, 
Fort all' die munt'ren Gäste!"  
Dornröschen seufzt und blickt gar bang 
Auf die entlaubten Äste.  

Und fröstelnd hüllt es tief sich ein, 
Schließt müd' die Augenlieder:  
"O Lenz voll Lieb' und Sonnenschein, 
Wann kehrst du endlich wieder?"  

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Confirmed with Schatzkästlein westfälischer Dichtkunst, Minden: J. C. C. Bruns' Verlag, 1885. Page 250.


Researcher for this text: Melanie Trumbull