Sechs Lieder

by Franz Xaver Mozart (1791 - 1844)

Word count: 493

1. Aus dem Französischen des J.J. Rousseau [sung text checked 1 time]

Wie der Tag mir schleichet 
Ohne dich vollbracht; 
Die Natur [erbleichet]1, 
Rings um mich wird's Nacht.

Ohne dich hüllt alles 
Sich in [Schlummer]2 ein, 
Und zur öden Wüste 
Wird der [grüne]3 Hain.

Kommt der Abend endlich 
[Ohne dich herab, 
Lauf' ich bang und suche 
Dich Berg auf Berg ab:]4

Hab' ich dich verloren, 
Bleib' ich weinend stehn, 
Glaub' in [Schmerz]5 versunken 
[Weinend]6 zu vergehn.

Wie ich ahnend zittre, 
Wenn dein [Trill]7 erschallt ! 
Wenn ich dich erblicke, 
Wie das Blut mir wallt !

Öffnest du die Lippen, 
[Klopft mein banges]8 Herz, 
Deine [Handberührung]9 
Reisst mich himmelwärts  !

Authorship

Based on

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1 Burgmüller, Diabelli, Mozart: "erblasset"
2 Burgmüller, Mozart: "Trauer"
3 Burgmüller, Mozart: "schönste"
4 Burgmüller, Mozart: "Ohne dich heran,/ Lauf ich bald und suche/ Dich bergauf , bergan;"
5 Burgmüller, Mozart: "Gram"
6 Burgmüller, Mozart: "Langsam"
7 Burgmüller, Mozart: "Tritt"
8 Burgmüller, Mozart: "Klopfet mir das"
9 Burgmüller, Mozart: "Hand berühren"

Research team for this text: John H. Campbell , Malcolm Wren [Guest Editor]

2. Seufzer [sung text checked 1 time]

Die Nachtigall
Singt überall
Auf grünen Reisen
Die besten Weisen,
Daß ringsum Wald
Und Ufer schallt.

Manch junges Paar
Geht dort, wo klar
Das Bächlein rauschet,
Und steht, und lauschet
Mit frohem Sinn
Der Sängerin.

Ich höre bang'
Im düstern Gang
Der Nachtigallen
Gesänge schallen;
Denn ach! allein
Irr' ich im Hain.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Zuchten", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Richard Morris) , "Sighs", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Besorgt durch seine Freunde Friederich Leopold Grafen zu Stolberg und Johann Heinrich Voß. Hamburg, bei Carl Ernst Bohn. 1783, page 184.

This is the version of Hölty's poem heavily reworked by Voß. For the original version, see below.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

3. Die Entzückung [sung text checked 1 time]

Welch ein Himmel! Juliane wallet
Durch den überreiften Lindengang!
Horchet! Aus den toten Wipfeln schallet
Überirdischer Gesang.

Alles muß sich, wo sie wandelt, heitern!
Blumen sprossen, und der West erwacht,
Blumen wanken unter grünen Kräutern,
Alles freut sich, alles lacht.

Sie verlässt, mir einen Gruß zu nicken,
Mich zum Gott zu lächeln, ihren Hain.-
Gießt ein Engel heiliges Entzücken
Durch mein zitterndes Gebein?

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. An Sie [sung text checked 1 time]

Soll ich ewig in die bange Brust
das Geheimniss meiner Liebe schließen, 
nie die Göttinn meines Seyns begrüßen 
mit dem Jubel neugeschaffner Lust?
Ach vergebens malt mit Anmuthszügen 
mir die Phantasie das hohe Glück 
meiner leisen Hoffnung; zu besiegen
ihres schönen Auges flücht’gen Blick. 

Nimmer wird sein trautes Lächeln mir
die Erfüllung meiner Wünsche winken:
tiefer wird in Gram die Seele sinken,
und doch folg’ ich, holdes Auge, dir;
und es fessle mich das tiefste Schweigen,
wie es nur auf kühlen Gräbern ruht,
sollt’ mich gleich die Sehnsucht niederbeugen, 
ewig lodre doch des Herzens Gluth.

Authorship

Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

5. An die Bäche [sung text checked 1 time]

Sanfte, klare Bäche,
rauschet durch die Fläche,
rieselt durch die Flur;
murmelt meine Klagen,
sagt ihr meine Plagen,
reigt mir ihre Spur.

Kommet Finsternisse,
daß ich wieder küsse,
komm erwünschte Nacht;
in der dunkeln Ferne
glänzt das Licht der Sterne,
schon in stiller Pracht.

Harr' ich denn vergebens?
Freude meines Lebens,
kommst du nimmermehr?
Eilt ihr Zephirwinde,
bringt sie mir geschwinde
in die Arme her.

Sanfte, klare Bäche,
die ihr durch die Fläche,
durch die Fluren fließt;
lispelt meine Klagen,
flüstert meine Plagen,
weil sie mich vergißt.

Authorship

Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

6. Le baiser [sung text checked 1 time]

De ton baiser, la douceur passagère
m'occupe encore et fait mon seul bonheur,
tu veux en vain l'arracher de mon coeur;
je t'aimerai, mais je saurai me taire,
mais je saurai me taire.

C'est vainement, que ta bouche sévère,
de t'oublier me prescrit le devoir;
cesser d'aimer n'est plus en mon pouvoir,
je t'aimerai, mais je saurai me taire,
mais je saurai me taire.

Si quelque jour, plus sensible et moins fière,
tu recevois mes serments et ma foi,
dans l'univers, je ne verrai que toi,
et je saurai être heureux et me taire,
être heureux et me taire.

Authorship

Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]