Drei Lieder für Mezzo-Sopran mit Pianoforte-Begleitung op. 16

by Friedrich Robert Volkmann (1815 - 1883)

Word count: 270

1. Reue [sung text checked 1 time]

Wie rafft' ich mich auf in der Nacht, in der Nacht,
Und fühlte mich fürder gezogen,
Die Gassen verließ ich vom Wächter bewacht,
Durchwandelte sacht
In der Nacht, in der Nacht,
Das Tor mit dem gotischen Bogen.

Der Mühlbach rauschte durch felsigen Schacht,
Ich lehnte mich über die Brücke,
Tief unter mir nahm ich der Wogen in Acht,
Die wallten so sacht,
In der Nacht, in der Nacht,
Doch wallte nicht eine zurücke.

Es drehte sich oben, unzählig entfacht,
Melodischer Wandel der Sterne,
Mit ihnen der Mond in beruhigter Pracht,
Sie funkelten sacht
In der Nacht, in der Nacht,
Durch täuschend entlegene Ferne.

Ich blickte hinauf in der Nacht, in der Nacht,
Und blickte hinunter aufs neue:
O wehe, wie hast du die Tage verbracht,
Nun stille du sacht
In der Nacht, in der Nacht,
Im pochenden Herzen die Reue!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Ik vloog overeind in de nacht", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "How I roused myself in the night", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Am See [sung text checked 1 time]

Langsam zieht der stille Schwan
feuchte Gleise in die Wogen;
an das Ufer hat den Kahn
müd der Schiffer hingezogen.

Weide flüstert, und das Rohr
neiget sich bald auf, bald nieder,
singen wohl den Wellen vor
leise, linde Schlummerlieder.

Fern die Nachtigall im Hain
schlägt in Wonne ganz versunken
wie berauscht vom Mondenschein
und von Rosendüften trunken.

Authorship

Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

3. Der Traum [sung text checked 1 time]

Ich hab die Nacht geträumet
Wohl einen schweren Traum;
Es wuchs in meinem Garten
Ein Rosmarinenbaum.

Ein Kirchhof war der Garten,
Ein Blumenbeet das Grab,
Und von dem grünen Baume
Fiel Kron' und Blüte ab.

Die Blüten tät ich sammeln
In einen goldenen Krug;
Der fiel mir aus den Händen,
Daß er in [Stücke zerschlug]1.

D'raus sah ich Perlen rinnen
Und Tröpflein rosenrot.
Was mag der Traum bedeuten?
Ach Liebster, bist du tot?

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Laura Prichard) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 J. van Eijken, Volkmann: "Stücken schlug"

Research team for this text: Alberto Pedrotti , Malcolm Wren [Guest Editor]