Wie die Blüthen träumen im Frühlingshauch, Träume, du Holde, träume du auch! Dunkel ist die laue Nacht, Doch heller meine Liebe lacht, Heller als alle Sterne dir: Träume, du Holde, träume von mir! Träume süß von mir! Wie der Mond jetzt flimmert durch Wolken mild, Lächle dich an des Liebsten Bild! Erd' und Himmel verschwimmen sacht Wie Traum und Leben, o Wunderpracht! Einst auch, Geliebte, sind ewig wir: Träume, du Holde, träume von mir! Träume süß von mir! Wie der Flieder rauscht an der Gartenwand, Rauschen die Engel durch's stille Land. Schlummre sanft, sie halten Wacht, Schlummre sanft die ganze Nacht! Bis das Frühroth lacht in die Augen dir, Träume, du Holde, träume von mir! Träume süß von mir!
Liederkreis. Zehn Gesänge für vierstimmigen Männerchor
by Wilhelm Sturm (1842 - 1922)
1. Ständchen  [sung text not yet checked]
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Ständchen", appears in Liederbuch, in 2. Liebeslieder, no. 195
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Serenade", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, page 171.
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2. Dem freien Schweizerthume  [sung text not yet checked]
Weih' dem ächten Schweizerthume, Sohn der Ahnen, Herz und Hand, Daß der Alpen reichste Blume, Daß die Freiheit blüh' im Vaterland! Edler, großer, heil'ger Name, Du, dem Starken nur bewußt, Glüh', als reine Gottesflamme, Tief in jedes Schweizers Brust. Freie Sitten, freie Rechte, Freier Glaube, freies Wort! Licht und Wahrheit dem Geschlechte! Nimm, o Schweizer, nimm sie dir zum Hort! Der zur Höh' den Pfad gelichtet, Ist der freien Thaten Gott! Wenn dein Volk auf sie verzichtet, Ist dein Schweizername todt. Wie die Väter einst gestritten Für des Landes höchstes Gut, Zieh' aus deinen freien Hütten, Und vergieß, vergieß dein Heldenblut! Kämpfe, wie das Licht mit Schatten, Wenn die Nacht dich übermannt! Weih' dein Leben edeln Thaten, Weih's dem freien Vaterland!
Text Authorship:
- by Leonhard Widmer (1808 - 1868), "Dem freien Schweizerthume"
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- ENG English (Sharon Krebs) , "To free Swisshood", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Alpenröschen. Schweizerisches Taschen-Liederbuch, Zweite, vermehrte Auflage, Bern: J. Heuberger's Buchhandlung, [no year], page 21.
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4. Alprösli  [sung text not yet checked]
Es git e schön's Aelpli, Da möcht i gern sy Da luegt all's so fründli, So heimelig dry. Versteckt i de Berge, Uf Matte, am Bach, Da staht e blanks Hüsli Mit niedrigem Dach. Im Gärtli danebe Schlüft's Rösli grad us; Doch ist's nüd das Blüemli, Das überall z'Hus. Und wenn is wollt pflücke, So blieb's nüd im Thal; Es blüht nu da oben Im himmlische Strahl. So ist's mit Lieb-Rösli Im Hüttli da drinn, Sie hät nu für d'Alpe Und Sennbuebe Sinn. Und ist au das Hüsli Gar ärmli und chly: Es chönnt i Palläste Halt glückli nüd sy!
Text Authorship:
- by Leonhard Widmer (1808 - 1868), "Alprösli", appears in Gedichte, in Naturgefühl
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Confirmed with Gedichte von Leonhard Widmer, Herausgegeben von einigen Freunden, Zürich: Druck von Zürcher und Furrer, 1869, page 8.
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5. Vertrauen  [sung text not yet checked]
Ob auch das Leid dein Herz bewegt, Sei still! Verzage nicht, Der Herr, der über'n Sternen wohnt, Sei deine Zuversicht! Getrost, der deinen Kummer sah, Dein guter Vater ist dir nah! Der liebe Herrgott sei dein Hort, Auf ihn nur sollst du bau'n! Erhalte dir in Glück und Noth Ein kindlich Gottvertrau'n! Wie trübe auch dein Auge sah, Dein guter Vater ist dir nah! Dein Glaube ruh' auf festem Grund! Was immer auch dir kommt, Der Vater doch am Besten weiß, Was seinem Kinde frommt. Was dir auch immer hier geschah: Dein guter Vater ist dir nah!
Text Authorship:
- by Heinrich Pfeil (1835 - 1899)
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6. Des Kriegers Rüstung  [sung text not yet checked]
Die Mutter blickt den Jüngling an, Im Aug' die Thrän' ihr brennt: "Was Gott thut, das ist wohlgethan, Ob auch sein Will' uns trennt! Das Vaterland ruft dich vom Herd, Die Pflicht ruft, thu' sie recht! So, gürt' dir um des Vaters Schwert, Und Gott beschirm' das Recht!" "Küß' segnend mir die Stirn', so heiß, Und nun kein Seufzen mehr: Wie sehr du mich auch liebst, ich weiß, Noch mehr liebst du die Ehr'. Der Herr, der mich zum Kampf begehrt, Er schützt auch mein Geschlecht. So, gürt' mir um des Vaters Schwert, Und Gott beschirm' das Recht!" Ein Druck, ein Kuß, er zog hinaus, Mit hohem Mut gestählt: Der Erste stets im blut'gen Strauß, Mit Wunden ungezählt; Doch fest, doch fest stand er und unentehrt, Der Pflicht ein treuer Knecht: Der Mutter Fleh'n, des Vaters Schwert Und Gott beschützt das Recht!
Text Authorship:
- by Ludwig Liebe (1819 - 1900), "Des Kriegers Rüstung"
Based on:
- a text in English by Georgina E. Johnstone ( flourished 1870-1890 ) [text unavailable]
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- ENG English (Sharon Krebs) , "The soldier's armour", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
7. Noch ist die schöne, die blühende Zeit  [sung text not yet checked]
Noch ist die [blühende, goldene]1 Zeit, O du schöne Welt, wie bist du so weit! Und so weit ist mein Herz, und so [froh]2 wie der Tag, Wie die Lüfte, durchjubelt [von]3 Lerchenschlag! Ihr Fröhlichen, singt weil das Leben noch mait: Noch [ist]4 die [schöne, die blühende]5 Zeit, Noch sind die Tage der Rosen! Frei ist das Herz, und frei ist das Lied, Und frei ist der Bursch, der die Welt durchzieht, Und ein rosiger Kuß ist nicht minder frei, So spröd und verschämt auch die Lippe sei. Wo ein Lied erklingt, [wo]6 ein Kuß sich beut, Da heißt's: Noch [ist]7 blühende goldene Zeit, Noch sind die Tage der Rosen! Ja im Herzen tief [innen]8 ist Alles daheim, Der Freude Saaten, der Schmerzen Keim. [Drum]9 frisch sei das Herz und lebendig der Sinn, Dann brauset, ihr Stürme, daher und dahin! Wir [aber sind allzeit]10 zu singen bereit: Noch [ist]4 die blühende goldene Zeit, Noch sind die Tage der Rosen!
Text Authorship:
- by Otto Roquette (1824 - 1896), "Die Tage der Rosen", appears in Waldmeisters Brautfahrt: ein Rhein-, Wein- und Wandermärchen, in 5. Prinzessin Rebenblüthe
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Confirmed with Otto Roquette, Waldmeisters Brautfahrt. Ein Rhein-, Wein- und Wandermärchen, 60. Aufl., Stuttgart: Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1888. Kap. 5. Prinzessin Rebenblüthe, page 66.
1 Sturm: "schöne, die blühende"; further changes may exist not shown above2 Baumgartner, Gade: "blau"; in some editions of the poem, Geiger, Wallnöfer: "klar"
3 Wallnöfer: "vom"
4 Baumgartner: "ist ja"
5 Wallnöfer: "blühende, goldene"
6 Wallnöfer: "und"
7 Geiger: "ist die"
8 Baumgartner: "drinnen"
9 Gade: "Darum"
10 Baumgartner: "sind allezeit"
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler
8. Hymne an die Nacht  [sung text not yet checked]
Heil'ge Nacht! du führest deine Globen Still und friedlich durch den Himmelsraum; Wohnet Licht und Friede nur dort oben? Ist hienieden alles Traum? Traumgestalten gleich, dahingeschwunden Sind, im wilden [Kampfe]1 des Gewühls, Die erhabnen, großen Weihestunden Unsers zartesten Gefühls. Hat der edle Sieger welke Kränze, Hat er Totenkränze nur gepflegt, Die er, [scheidend]2, an der öden Grenze Dieses Lebens niederlegt? Ruhe, dich! dich such' ich, holder Friede! Suche dein Gestirn am Himmel auf; Tief im Dunkel, tief verirrt und müde Schließt dein Pilger seinen Lauf.
Text Authorship:
- by Christoph August Tiedge (1752 - 1841), no title, appears in Urania, in Erster Gesang (Klagen des Zweiflers)
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View text without footnotes1 Himmel: "Sturme"
2 Himmel: "schwindend"
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
9. Sehnsucht nach der Heimat  [sung text not yet checked]
An die Heimat lieb und traut Ist des Herzens Glück gebaut. Fröhlich in die fernste Weite Wandert uns ihr Bild zur Seite, Doch der Sehnsucht Stimme spricht: In der Heimat bin ich nicht! In der Heimat lieb und traut War des Herzens Freude laut. Nach der Kindheit gold'nen Tagen Laßt Erinnerung froh uns tragen, Wenn uns Gram und Sorge quält, In der Heimat stille Welt. Nach der Heimat lieb und traut Oft das feuchte Auge schaut, Wenn die Abendwolken ziehen, Und die Sterne fern erglühen, Wenn uns mahnet die Natur An der Heimat grüne Flur. In der Heimat lieb und traut Wünsch' ich mir ein Haus gebaut; Unter wenig heim'scher Erden Soll's mit mir begraben werden, Wenn verhallend einst mein Lied In die Heimat aufwärts zieht.
Text Authorship:
- by Leonhard Widmer (1808 - 1868), "Sehnsucht nach der Heimat", appears in Gedichte, in Naturgefühl
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Yearning for my homeland", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Gedichte von Leonhard Widmer, Herausgegeben von einigen Freunden, Zürich: Druck von Zürcher und Furrer, 1869, pages 4-5.
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10. Sängers Nachtfeier  [sung text not yet checked]
Cantate, ihr Brüder, der Tag ist vollbracht,
Sein Wirken und Schaffen gelungen;
Nun ströme ein brausendes Lied in die Nacht,
Das Glück werde singend errungen!
Zerriß auch des Tages Geächze das Ohr,
So woge harmonisch der nächtliche Chor;
Drum, Brüder: Cantate! cantate!
Chor.
Cantamus! Cantamus! Cantamus!
Amate, ihr Brüder! denn Liebe nur lohnt
Das Mühen und Sorgen im Leben:
So strahlet durch schaurige Wetter der Mond,
Von friedlichen Sternen umgeben.
War Mittags dem Sänger die Wange auch heiß,
Es trocknet ihm Liebe am Abend den Schweiß;
Drum, Brüder: Amate, amate!
Chor.
Amamus! Amamus! Amamus!
Potate, ihr Brüder! bei Liebe und Sang
Ist nimmer ein Sänger geblieben;
Gern schwingt er auch schäumende Becher mit Klang,
Und trinkt, um noch heißer zu lieben.
Und faltet der Tag ihm die Stirne auch kraus,
So heitert der Becher beim nächtlichen Schmaus;
Drum, Brüder: Potate! Potate!
Chor.
Potamus! Potamus! Potamus!
Frisch auf dann, ihr Brüder! der Morgen bricht an!
Noch einmal im Sturme gesungen!
Ists Liebchen im Arme, der Becher voran, --
So hat man das Höchste errungen.
Was Schicksal dem Sänger auch Trübes gebracht,
Er singet und liebet und trinket und lacht.
Cantate! amate! potate!
Chor.
Cantamus! Amamus! Potamus!
Text Authorship:
- by H. Kluge , "Sängers Nachtfeier"
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Singer's nighttime celebration", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Die Liedertafel, Berlin: [no publisher given], 1818, pages 394-395.
Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]