Sechs Lieder

Song Cycle by Josef von Vintschger (b. 1900)

Word count: 229

1. Wie sind die Tage schwer!  [sung text checked 1 time]

Wie sind die Tage schwer!
An keinem Feuer kann ich erwarmen,
Keine Sonne lacht mir mehr,
Ist alles leer,
Ist alles kalt und ohne Erbarmen,
Und auch die lieben klaren
Sterne schauen mich trostlos an,
Seit ich im Herzen erfahren,
Daß Liebe sterben kann.

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Confirmed with Hermann Hesse, Sämtliche Werke, herausgegeben von Volker Michels, Band 10 Die Gedichte, bearbeitet von Peter Huber, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2002, page 197.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Die Kindheit  [sung text checked 1 time]

[Du]1 bist, mein [fernes]2 Tal,
Verzaubert und versunken. 
Oft hast du mir in Not und Qual
Empor aus deinem Schattenland gewunken
Und deine Mädchenaugen aufgetan,
Daß ich entzückt in kurzem Wahn
Mich ganz zu dir zurück verlor. 

O dunkles Tor, 
O dunkle Todesstunde, 
Komm du heran, daß ich gesunde 
Und daß aus dieses Lebens Leere
Ich heim zu meinen Träumen kehre!

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Confirmed with Hermann Hesse, Sämtliche Werke, herausgegeben von Volker Michels, Band 10 Die Gedichte, bearbeitet von Peter Huber, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2002, page 195.

1 Schwarz: "O Kindheit, du"
2 Stier: "stilles"

Research team for this text: John Versmoren , Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Jugendgarten  [sung text checked 1 time]

Meine Jugend war ein Gartenland,
Silberbrunnen sprangen in den Matten,
Alter Bäume märchenblaue Schatten
Kühlten meiner frechen Träume Brand.

Dürstend geh ich nun auf heißen Wegen
Und verschlossen liegt mein Jugendland,
Rosen nicken übern Mauerrand
Spöttisch meiner Wanderschaft entgegen.

Und indes mir fern und ferner singt
Meines kühlen Garten Wipfelrauschen,
Muß ich inniger und tiefer lauschen,
Wie es schöner noch als damals klingt.

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Confirmed with Hermann Hesse, Sämtliche Werke, herausgegeben von Volker Michels, Band 10 Die Gedichte, bearbeitet von Peter Huber, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2002, pages 204-205.


Research team for this text: Ferdinando Albeggiani , Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Der Blütenzweig [sung text checked 1 time]

Immer [hin und wider]1
Strebt der Blütenzweig im Winde,
Immer auf und nieder
Strebt mein Herz gleich einem Kinde
Zwischen hellen und dunklen Tagen,
Zwischen Wollen und Entsagen.

Bis die Blüten sind verweht
Und der Zweig in Früchten steht,
Bis das Herz, der Kindheit satt,
Seine Ruhe hat
Und bekennt: voll Lust und nicht vergebens
War das unruhvolle Spiel des Lebens.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Hermann Hesse, Sämtliche Werke, herausgegeben von Volker Michels, Band 10 Die Gedichte, bearbeitet von Peter Huber, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2002, page 188.

1 G. Wilhelm: "auf und nieder" (as it is in the third line)

Research team for this text: Claus Swienty , Sharon Krebs [Guest Editor]