Sechs Gedichte aus Singuf, Rattenfängerlieder von Julius Wolff

Song Cycle by Carl Kleemann

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1. Deine Augen heissen Vergissmeinnicht [sung text not yet checked]

Deine Augen heißen Vergißmeinnicht,
Und Rose heißt dein Mund, 
Holdselig steht dir zu Gesicht 
Der beiden liebreizender Bund.

Wer in die Augen dir gesehn,
Vergißt nicht ihre Macht,
Wie Sterne werden sie vor ihm stehn
In der allerdunkelsten Nacht.

Sie strahlen wie des Himmels Licht 
Ihm in das Herz hinein,
Vergißmeinnicht! Vergißmeinnicht! 
Nie wird er verlassen sein.

Und auf weß Mund nur einen Kuß
Deines Mundes Rose lag, 
Der hat daran er denken muß,
Auf ewig und drei Tag.

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2. Wenn du kein Spielmann wärst  [sung text not yet checked]

Traf ich die Blonde im dämmrigen Gange,
Herzte sie, küßte sie, frug nicht erst lange.
Zwar fing sie an, sich ein wenig zu wehren,
Ließ sich's doch balde gefallen in Ehren;
"Das aber sag' ich Dir," sprach sie, "Du Schlimmer!
Wenn du kein Spielmann wärst, litt' ich es nimmer;
Wenn du kein Spielmann wärst!"

Dank für das Wort! und es sei nicht vergessen;
Hab' mich mein Lebtag zu hoch nicht vermessen,
Aber ihr Mägdelein mögt es euch merken,
Haltet auf Tugend in Worten und Werken,
Jeglichem Mann, was im Sinn er auch hege,
Wenn's nicht ein Spielmann ist, geht aus dem Wege;
Wenn's nicht ein Spielmann ist!

Doch einem Spielmann, ja den könnt ihr glauben,
Dürfet ihm dieses und jenes erlauben,
Müsset ihm niemals mit Nein was verschlagen,
Müsset nur immer hübsch Ja zu ihm sagen.
Ach! und wie freu' ich mich, will es nicht hehlen:
Weil ich ein Spielmann bin, kann mir's nicht fehlen;
Weil ich ein Spielmann bin!

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3. Ohne Gleichen  [sung text not yet checked]

Ich habe dir Lieder gesungen,
Ich schloß in die Arme dich ein,
Dein Herz hab' ich bezwungen,
Im Sturme wardst du mein.

Schlummernd in ihrem Grunde 
Lag deiner Seele Macht,
In unvergeßlicher Stunde 
Ist fröhlich sie erwacht.

So komm, daß wir uns freuen,
So lang' wir's Leben ha'n! 
Was Glück und Gnade streuen,
Soll Herz von Herz empfahn.

Stark soll die Liebe werden,
Und soll bei mein und dein
Im Himmel und auf Erden
Nicht ihres Gleichen sein.

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4. Des Tages will ich denken  [sung text not yet checked]

Des Tages will ich denken,
Da ich zuerst dich sah,
Tief in die Brust versenken,
Wie mir dabei geschah.

Als hätte zu ihrem Ruhme
Die Welt sich neu geschmückt
Mit einer Wunderblume,
Die noch kein Mensch gepflückt.

So war ich schier betroffen
Von deiner Schönheit Glanz,
Ich trug mein stolzes Hoffen
Wie einen Siegeskranz.

Die Eine oder Keine!
So rief's im Augenblick,
Und nun bist du die Meine,
Und mein sind Ruhm und Glück.

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5. Ich lasse die Augen wanken [sung text not yet checked]

Ich lasse die Augen wanken 
Nach dir wohl aus und ein, 
Ich küsse dich oft in Gedanken,
Herzallerliebste mein! 

Ich mache manche Meile,
Bei der mein Schritt nicht klingt,
Ich schreibe manche Zeile,
Die dir kein Bote bringt.

Die Blumen möcht' ich fragen:
Was blüht ihr hier am Weg? 
Zu dir möcht' ich sie tragen
Auch über den schmalsten Steg.

Dem Wind bestell' ich Grüße
Und Wünsche dem Abendstern,
Sehnsucht hat hundert Füße
Und bleibt doch ewig fern.

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6. Valet! [sung text not yet checked]

Nun trinke Valet und fahre dahin! 
Frisch an, Geselle, frisch an! 
Ein tapferes Herz und ein fröhlicher Sinn,
Das hilft in den Sattel dem Mann.
Was rüstig begonnen,
Ist halb schon gewonnen,
Drum vorwärts! und biete dem Glücke die Hand 
Zu Wege, zu Stege, zu Wasser und Land.

Wenn dich in der Ferne die Schwalbe umkreist,
Dann denke, so fliegt sie auch hier,
Das Tischlein, an dem du noch gestern gespeist,
Giebt heut einem Andern Quartier.
So werden getrieben,
Die gerne geblieben,
Es rostet kein Riegel, es bindet kein Band 
Zu Wege, zu Stege, zu Wasser und Land.

 Wenn sauer der Wind um die Nase dir weht,
Was thut es nur immer grad' aus! 
Und hat dir ein Mädel den Kopf verdreht,
Reich ihr den Vergißmeinnichtstrauß.
Wo immer auch winken 
Dir Becher zum Trinken,
Da schüttle nicht, lösch' in der Kehle den Brand 
Zu Wege, zu Stege, zu Wasser und Land.

Nun werde gesprochen das letzte Wort,
Valet, Geselle! Valet! 
Was hier verwelket, das blühet dort,
Und einmal wird Alles wett. 
Wenn lange verklungen,
Was einst wir gesungen,
So hält doch in Stürmen die Treue noch Stand 
Zu Wege, zu Stege, zu Wasser und Land.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Farewell!", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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